Wilde Kollage aus Galeristenliste, Logos der Messe

Sonnenstrahlen über Paris - Beobachtungen zur Parcours des Mondes 2010

siehe auch Teil 1 - Die Parcours

Teil 2 - Das Begleitprogramm

Paris ist natürlich nicht nur wegen der Parcours eine Reise wert. Nein, es gibt auch noch Ausstellungen und Ähnliches, die sich mit tribal art beschäftigen (gegen den Entzug).

Zum Ähnlichen:

Dieses Jahr gab es bei Christie's eine Champagne Reception, bei der sie die Schlüsselwerke ihrer im Dezember stattfindenden Auktion präsentierten: Stücke für 6-stellige Beträge aus der Sammlung Kahane. Der Raum war überhitzt, die Knabbereien waren mäßig, aber der Schaumwein war kalt. Der Besucherandrang war groß, allerdings hatte ich den Eindruck, daß sich die Begeisterung für die Objekte durchaus in Grenzen hielt. Am eindrücklichsten fand ich eine Fang-Figur, bei der mich allerdings das zahnstocherartige Gebilde in der Nase störte und mir nicht wirklich authentisch vorkam. Was aber an meinem mangelnden Wissen über Fang-Reliquiar-Stauen liegen kann….. Offensichtlich versucht Christie's mit dieser Auktion einen Direktangriff auf Sotheby's, die im Moment das Gebiet der „so richtig teuer tribal art“ fast alleine beherrschen. Eine spannende Auseinandersetzung.

Zu den Ausstellungen:

Bildquelle: http://www.exponaute.com/expositions/315-ode-au-grand-art-africain/

Die Organisatoren der Parcours präsentierten in der Pariser Münze die Ausstellung „Les statues meurent aussi. Ode au grand art africain“. Hier wurde ein Teil der im gleichnamigen Film von 1953 porträtierten Objekte gezeigt. Erfreulicherweise konnte auch der Film angesehen werden, der zu seiner Entstehungszeit ein großes Politikum gewesen war und der Zensur zum Opfer fiel, was heute sehr anachronistisch anmutet.

Im direkten Vergleich haben mich die Objekte im Film mehr beeindruckt als in „Natur und Farbe“. Das liegt sicherlich auch daran, daß der Film in schwarzweiß aufgenommen und mit einer sehr beeindruckenden Lichtregie und Filmästhetik gedreht wurde. Zumindest bzgl. Lichtregie gab es in der Ausstellung noch Luft nach oben. Vielleicht war aber auch der Begriff Ode in Bezug auf die Ausstellungs-konzeption mit Epode verwechselt worden. Insgesamt war die Größe der Ausstellung sehr übersichtlich.

Im Musée du Quai Branly wurde im Wechselausstellungsbereich die Schau „Fleuve Congo“ gezeigt, die mit der Ausstellung im Museum in Tervuren korrespondierte und sich der kulturellen Vielfalt der Region des Kongo widmete. Endlich mal wieder eine didaktisch gut konzipierte Ausstellung (ohne anbiedernden Event-Tamtam und Multimedia-Overkill), bei der zu Beginn jeder Sektion in einem gut verständlichen Text das Thema umrissen wurde und dann sehr schöne Objekte präsentiert wurden. Das Konzept wurde qualitativ durchgehalten und auch die Beleuchtung der Objekte war gut und hat funktioniert. Für das Musée wirklich außergewöhnlich….

Bildquelle: www.pinacotheque.com

Die Pinacothèque de Paris präsentiert mit „L`Or des Incas. Origines et mystères“ (10.09.10-06.02.11) eine Ausstellung mit Objekten aus dem antiken Peru/Südamerika, die mir ausgesprochen gut gefallen hat. Wunderbare Objekte sehr schön präsentiert. Der Ausstellungskatalog ist allerdings eine Unverschämtheit, viele Objekte sind farbverändert dargestellt, meist sind sie auch noch unscharf, ein Graus.

Im „La Maison rouge“ zeigte der Museumsgründer Antoine de Galbert unter dem Titel „Voyage dans ma tete, la collection de coiffes d’Antoine de Galbert“ seine Sammlung ethnologischer Kopfbedeckungen aus der ganzen Welt. Dem nüchternen Ambiente des Ausstellungsraumes angepaßt ( eine ehemalige Fabrikhalle) wurden an die 350 Kopfbedeckungen auf aufgebockten Holzplatten in unterschiedlicher Höhe präsentiert, thematisch gruppiert und einige nummeriert. Weitere Infos gab es in einem Begleitbüchlein. Alles sehr reduziert und zurückhaltend. Zum Glück!. Und so standen die Kopfbedeckungen wie zufällig herum bzw. schwebten so vor sich hin… und haben mich tief beeindruckt.

Zu Beginn der Ausstellung dachte ich, daß der Titel falsch sei und es eigentlich „sur“ heißen müßte… aber er ist mit Bedacht gewählt, es fand plötzlich ganz viel „dans“ statt. Der Besucherandrang war für Samstagmorgen erstaunlich groß und sehr jung. Viele hatten Zeichenutensilien dabei und skizierten ausgiebig. Offensichtlich haben die Kopfbedeckungen nicht nur mich fasziniert. Auch der Katalog ist sehr empfehlenswert.

Wer sich für aktuelle moderne Kunst interessiert, ist in diesem Museum sicher an der richtigen Stelle. Sehr viele Wechselausstellungen etc. Insgesamt sehr lohnenswert.

Vielen Dank an Christian Trub und Ingo Barlovic.

Verpflichtende Zitierweise zum Artikel

Besuch der 9. Parcours des mondes, 2010 in Paris. Sonnenstrahlen über Paris - Teil 2; Christian Trub, Ingo Barlovic; 2010; https://www.about-africa.de/auktion-messe-galerie-ausstellung/26-besuch-parcours-des-mondes-2010-sonnenstrahlen-ueber-paris-2

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Autoren, Macher, Organisatoren, Unterstützer
Christian Trub

Arzt (Internist, Hausarzt), lebt in Karlsruhe, sammelt seit 2000, seit 2008 Mitglied der Vereinigung der Freunde Afrikanischer Kultur e.V. Schatzmeister der EUCOPRIMO, der europäischen Vereinigung zum Sammeln, Bewahren und Erforschen von ursprünglichen und außergewöhnlichen Geldformen.

 

http://www.palliativmedizin-karlsruhe.de/

Ingo Barlovic

Geschäftsführer eines Meinungsforschungsinstituts (iconkids & youth). Sammelt seit über 15 Jahren ‚Tribal Art‘, wobei er unkonventionellen Stücken besondere Aufmerksamkeit schenkt. Mitglied der Vereinigung der Freunde Afrikanischer Kultur e.V. Verantwortlich für www.about-africa.de. Redaktionelle Mitarbeit bei "Kunst und Kontext". Autor für Tribal Art in der Kunstmarktzeitung "Kunst und Auktionen".  Wohnt in Eching/Ammersee. i.barlovic@gmail.com