Auch wenn Sotheby's bei ihrer Tribal Art Auktion am 15. Mai 2015 in New York über 12 Millionen Dollar (einschließlich Aufgeld) umgesetzt hat, kann das Team um Heinrich Schweizer nicht vollständig zufrieden sein.

Zwar übertrafen 3 Objekte die 1 Millionen Dollar Grenze (mit Aufgeld): Eine dem Warua Meister zugeschriebene Figur der Luba (Lot 107), der Schweizer 5 Seiten Text im Katalog widmete, erreichte die untere Taxe von 3 Millionen Dollar (ohne Aufpreis, mit Aufpreis 3.61 Millionen), eine Benin-Teracotta (Lot 188) 1.93 Millionen Dollar (das dreifache des Schätzpreises) und ein großer Malagan Kopf (Lot 88)  1.054 Millionen.

Zusätzlich überraschte eine vor 1912 gesammelte Benin-Bronze (Lot 189) mit 730.000 Dollar - taxiert wurde sie auf 100.000 bis 150.000. Dabei ist sie nicht gerade die schönste Benin-Bronze ever ever ever. (Ich habe aber auch mit der teuren Luba meine ästhetischen Probleme). Ein ähnliches Kunststück gelang einer wie ich finde etwas depressiv schauenden Ngil Maske der Fang (Lot 100) (Taxe: 300.000-500.000 Dollar, verkauft mit Aufpreis für 970.000 Dollar). 

Andererseits wurden ca. ein Drittel der Stücke nicht zugeschlagen, ein für Sotheby's recht hoher Wert. Dabei schwächelte Präkolumbien etwas stärker als der Rest. Zusätzlich fanden aber auch einige als Highlight angekündigte Objekte keine Abnehmer, so eine Lwena-Maske (Lot 114) oder auch eine männliche Figur der Fang-Ntumu (Lot 101).

Die Ergebnisse im Einzelnen mit den Objektbilder und -beschreibungen gibt es hier.

 

 

Vielen Dank an Ingo Barlovic.