Termin: 21.01.2016 bis 24.01.2016

Junge Frauen verschwinden. Viele junge Frauen. Manche spurlos, manche tauchen wieder auf: erschlagen, erwürgt, missbraucht. Am Highway 16, der über mehr als 1000 Kilometer durch Kanadas einsamen Westen führt. Der Highway of Tears – die Straße der Tränen…

Filmemacher  Matthew Smiley hat intensiv recherchiert. Was er mit seinem Dokumentarfilm „Highway Of Tears“ ans Licht bringt ist erdrückend. Laut Polizei verschwanden hier achtzehn Mädchen, Amnesty International geht von einer weit höheren Zahl aus. Mehrere vermisste Jungs sind nicht mit eingerechnet, auch nicht die vierköpfige Familie Jack, die der Highway 1989 einfach verschluckte. Der älteste Fall in der Polizeistatistik stammt aus dem Jahr 1969, der jüngste aus dem Jahr 2006. Dreizehn Opfer wurden gefunden, tot und vergewaltigt. Vom Täter oder den Tätern fehlt jede Spur. Mit einer Ausnahme sind alle Opfer indianischer Herkunft. Die Indianer, die in Kanada First Nations genannt werden, fristen hier in abgelegenen Reservaten ein trostloses Dasein; bisher hat der Highway der Tränen kaum jemanden in Kanada interessiert. Anscheinend nicht einmal die Polizei …

„Highway of Tears“ ist einer von 59 Filmen, die vom 21. – 24. Januar 2016 im Rahmen der Veranstaltung INDIANER INUIT: DAS NORDAMERIKA FILMFESTIVAL (6) zu sehen sein werden. Im Fokus stehen bei der sechsten Ausgabe des Festivals Filme der Inuit-Völker aus Alaska, Nunavut, Labrador und Grönland.
Das Festival wurde 2004 vom künstlerischen Leiter Gunter Lange gegründet. Es findet im zweijährigen Rhythmus statt. Veranstaltungsort des in Europa einzigartigen Festivals ist der TREFFPUNKT Rotebühlplatz in Stuttgart.

Festival lobt Preise aus

90 % der der gezeigten Produktionen sind europäische Erstaufführungen, die in der englischen Originalversion gezeigt werden. Die Preisträger folgender Kategorien erhalten jeweils eine handgefertigte Skulptur der Künstlerin Karin Ecker:

 

-         Bester Spielfilm (lang)

-         Beste Dokumentation (lang)

-         Bester Kinderfilm (UNICEF-Preis)

-         Bestes Musikvideo (Publikumspreis)

-         Bester Animationsfilm

Schülerinnen und Schüler vergeben UNICEF-Kinderfilmpreis, übersetzen und untertiteln Filme

Großen Wert legt das Festival auf die Beteiligung des jungen Publikums. So übernehmen z. B. die Schülerinnen und Schüler einer 4. Klasse der Stuttgarter Reisachschule die Juryarbeit für die Kinderfilme im Rahmen des Unterrichts. Gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin werden sie Kriterien für die Filmbewertung erstellen, den UNICEF-Kinderfilmpreis ausloben und beim Festival an den Regisseur, bzw. die Regisseurin, überreichen.

 

Die elften Klassen zweier Herforder Gymnasien sowie des Friedrich-List-Gymnasiums in Asperg übersetzen und untertiteln gemeinsam mit ihren Lehrern Filme im Rahmen des Englisch-Unterrichts und während der Projekttage. Studentinnen und Studenten der Universität Bremen bilden unter der Leitung von Prof. Dr. Kerstin Knopf die Jury für die Dokumentarfilme. Ebenso übersetzen sie im Rahmen eines Projektes Dokumentationen, die anschließend beim Festival präsentiert werden.

 

Filme, die für Flüchtlingskinder geeignet sind

 

Am Freitag, 22. Januar um 11 Uhr werden im Rahmen der Schulfilmvorstellungen u. a. mehrere kurze Animationsfilme präsentiert, die sich insbesondere für Flüchtlingskinder gut eignen, da sie ohne Sprache auskommen und nur mit Geräuschen und Musik vertont sind. Gegen 12 Uhr folgt die Verleihung des UNICEF-Kinderfilmpreises.

 

Festival der Begegnung – indigene Gäste begleiten Festival

INDIANER INUIT: DAS NORDAMERIKA FILM FESTIVAL legt großen Wert auf persönliche Begegnung und Gespräche. Daher begleiten renommierte indigene Filmschaffende als kompetente Gesprächspartner das Festival. Mit ihrem Engagement werden sie erheblich zum Erfolg der Veranstaltung beitragen.

UNICEF-Repräsentantin während des Festivals ist die junge Kanadierin Roseanne Supernault (Cree, Métis), die im Moment zu den gefragtesten indigenen Schauspielerinnen Nordamerikas zählt. Einem deutschen Ferneshpublikum bekannt geworden ist die kanadische Schauspielerin Tanis Parenteau (Cree, Métis), die in der US-Fernsehserie „House Of Cards“ an der Seite von Kevin Spacey die Rolle der „Tammy“ spielt.

Aus den USA reisen der Rap und Hip Hop-Star Frank Waln (Lakota) sowie die beiden Tänzer Samsoche und Lumhe Sampson an und werden dem Stuttgarter Publikum im Linden-Museum sowie im Club Zentral kräftig einheizen. Marie Hélène Cousineau, Regisseurin aus Montreal und Gründerin der Filmproduktiosfirma ARNAIT, wird drei ihrer Inuit-Filme auf dem Festival präsentieren. Sie gehört seit vielen Jahren zur Riege der anerkannten Frauenfilmerinnen. Begleitet wird sie von der Inuit-Schauspielerin Lucy Tulugarjuk, die unter anderem in Zacharias Kunuks Drama „Atanarjuat – Der schnelle Läufer“ und im Spielfilm „MAINA“ eine Hauptrolle spielt. Mit Jenna Joyce Broomfield und Malaya Bishop aus Nunatsiavut und Nunavut werden erstmals zwei Inuit Throat-Sängerinnen im Rahmen des Festivals zu Gast sein. Aus Iqualuit reist die Inuit-Produzentin, Schauspielerin und Musikerin Madeline Ivalu an, die eng mit Marie-Hélène Cousineau zusammenarbeitet.

Rahmenprogramm

Zum Auftakt des Rahmenprogramms am Dienstag, 19. Januar, im Deutsch Amerikanischen Zentrum (DAZ) referieren Samsoche und Lumhe Sampson um 19 Uhr über ihren verstorbenen Vater, den Filmschauspieler Will Sampson, der u. a. an der Seite von Jack Nicholson in Miloš Formans mehrfach ausgezeichneten Dramas „Einer flog über das Kuckucksnest“ mitwirkte. Das Brüderpaar tanzt und rappt gemeinsam mit Hip Hop-Star Frank Waln und den Inuit Throat-Sängerinnen Jenna Joyce Broomfield und Malaya Bishop am Mittwoch, 20. Januar, um 19 Uhr im Wanner-Saal des Linden-Museums. Ein weiteres Konzert mit den Musikern ist am Freitag, 22. Januar, um 20 Uhr im Club Central (Jugendhaus Mitte) geplant.

Das Linden-Museum lädt am Montag, 25. Januar, um 14.30 Uhr zum Lehrer-Seminar ein. Die indigenen Filmfestival-Gäste werden zur politischen Lage der indigenen Völker in Nordamerika Stellung beziehen und Fragen der Teilnehmer beantworten. Anmeldungen für die Veranstaltung nimmt das Linden-Museum entgegen.

 

Prominente aus den Bereichen Film, Medien und Wissenschaft, wie die Schauspielerin Barbara Auer, OSCAR-Preisträgerin Caroline Link, der Deutscher Fernseh- und Grimme - Preisträger Klaus Scherer, Prof. Dr. Hartmut Lutz unterstützen das INDIANER INUIT: DAS NORDAMERIKA FILMFESTIVAL mit ihren Statements:

http://www.nordamerika-filmfestival.com/festival-board.html

 

Partner des Filmfestivals

Partner der Veranstaltung INDIANER INUIT: DAS NORDAMERIKA FILMFESTIVAL sind:

American Indian Film Festival und Institut San Francisco, Dreamspeakers International Aboriginal Film Festival Edmonton, UNICEF, TREFFPUNKT Rotebühlplatz (vhs Stuttgart), Linden-Museum, Deutsch-Amerikanisches Zentrum (DAZ), UNICEF-Arbeitsgruppe (alle Stuttgart), Botschaft von Kanada in Berlin, Universitäten Konstanz und Bremen, Konrad Adenauer Stiftung, MFG Baden Württemberg, Stadt Stuttgart, Incomindios, Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Aktionsgruppe Indianer und Menschenrechte e. V.

 

Weitere Informationen: www.nordamerika-filmfestival.com

Zum Programmheft.

Vielen Dank an Linden-Museum.

Autor
Linden-Museum
Verpflichtende Zitierweise zum Artikel

IN TOMORROW WE BELIEVE – INDIANER INUIT: DAS NORDAMERIKA FILMFESTIVAL (6) in Stuttgart ; Linden-Museum; 2016; https://www.about-africa.de/buch-publikation-internet/644-in-tomorrow-we-believe-indianer-inuit-das-nordamerika-filmfestival-6

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