Eine Rassel (maracá) der Tupinamba/Ostbrasilien oder der Arawak/Guayana und eine Reise durch Europa (sechs Städte, drei Länder und drei Sprachen)

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SSB-2009AS-2

Städte, Museen und Personen

Frankfurt am Main - Museum der Weltkulturen (Dr. Mona Suhrbier) - www.mdw-frankfurt.de - 13.11.2003

Amsterdam - Koninklijk Instituut voor de Tropen (Friedie Hellemons) - www.kit.nl - 28.6.2004

Berlin - Ethnologisches Museum (Dr. Richard Haas, Lars Malareck) - www.smb.museum/smb/sammlungen/details.php?objectId=56 - 25.1.2005

Herrnhut - Völkerkundemuseum (Stephan Augustin) - www.voelkerkunde-herrnhut.de- 23.3.2005

Herrnhut - Unitätsarchiv der Evangelischen Brüder-Unität Herrnhut. (Dr. Rüdiger Kröger) - www.archiv.ebu.de - 23.3.2005

Stockholm - Etnografiska Museet (Staffan Brunius, Kerstin Petersson, Margit Forsberg) - www.etnografiska.se - 31.3.2005

Leiden - Museum Volkenkunde, (Dr. Laura van Broekhoven) - www.rmv.nl - 17.4.2007

Landkarte Modul-ID: 142:
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Rassel - maracá

Die Rassel, in der Tupi-Sprache maracá, ist typisches Musikinstrument und wichtigster ritueller Gegenstand des südamerikanischen Tieflandes. In der Hand des "piai, paje oder piaje" (Heiler, Medizinmann, Schamane) ist die maracá das Medium, um mit den Geistern in Verbindung zu treten, die Stimme der Geister und kraftvermittelndes Instrument.

Frankfurter Rassel FM-25818

In der Sammlung des Frankfurter Museums für Weltkulturen befindet sich unter der Nummer FM-25818 eine sehr gut erhaltene und seltene Rassel mit den Sammlungsangaben: "Ostbrasilien Tupinamba,Rassel,Speyer,1928".

Diese Rassel ist ab Herbst 2009 in der Ausstellung "Meisterwerke" im Frankfurter Museum der Weltkulturen zu sehen.

Bilderschau "FOTO01a+b Rassel FM-25818"

2 Bilder
Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer im Frankfurter Museum der Weltkulturen

Arthur SPEYER II - zur Genauigkeit der Sammlungsangaben

Die meisten deutschen und auch viele ausländische Völkerkundemuseen haben von der Händler- und Sammlerfamilie SPEYER Stücke erworben.

Arthur Karl Hans Friedrich August SPEYER I (1858-1923) begann etwa in den 1880iger Jahren mit dem Sammeln und Handeln von Ethnografica.

Ihm folgte sein Sohn Arthur Max Heinrich SPEYER II (1894-1958) und in der dritten Generation Arthur Johannes Otto Jansen SPEYER III (1922).

Verkäufer der Rassel war Arthur SPEYER II, der die Stücke sowohl von Privatpersonen, als auch von Völkerkundemuseen erwarb. Im letzteren Fall wurden Hinweise auf die Herkunft der Stücke, wie z.B. Sammlungsnummern, ganz oder teilweise beseitigt. Die ursprünglichen Sammlungsangaben zu den Stücken wurden jedoch in vielen Fällen mündlich und/oder schriftlich korrekt weitergegeben. SPEYER erwarb einen Teil seiner Nordamerika-Sammlung aus altem Adelsbesitz. Es ist daher möglich daß auch die Rassel ursprünglich aus einer Kunst- und Wunderkammer stammt.

Offene Frage:
Wo hat SPEYER das Stück erworben?

Zuordung der Rassel zu den Tupinamba durch ZERRIES

Otto ZERRIES hat die Rassel in einem Paideuma-Beitrag 1938/40 den Tupinamba zugeschrieben.

Zum Aufsatz ZERR38, S.279-283 (Link öffnet ein neues Fenster)

Auf diesen Artikel hat mich Dr. Mona Suhrbier im Februar 2009 hingewiesen. Vielen Dank!

Wesentliches Argument für diese Zuordnung war ein altes aufgeklebtes Etikett mit der Inschrift: "Tamaraca Brasilianorum".

Bild "FOTO03 ZZ-ZERR38, S.279 Detaill altes Etikett "Tamaraca Brasilianorum""

Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer

ZERRIES schreibt: "STADEN ... überliefert für eine der unsrigen aufs engste verwandte Rassel der Tupinamba ... gleichfalls die Bezeichnung 'Tammaraka' ..." und " ... nach Mitteilung von Herrn Th. Thomsen, Direktor des Kopenhagener Völkerkundemuseums, ist auch das Alter des betreffenden Etiketts der Schrift nach kaum jünger als das 17. Jahrhundert zu datieren." (ZERRIES 1938/40,S.279)

Die Ähnlichkeit der Bezeichnung sowie Alter und Schrift des Etiketts reichen ZERRIES. Sie sind die wesentlichen 'Beweise'. Weitere Argumente liefert ZERRIES nicht. Er überspringt diese logische Schwäche und vertieft sich anschließend in die Bedeutung der Rassel bei den Tupinamba.

Das alte Etikett, bei ZERRIES abgebildet und damals folglich noch vorhanden, ist heute verschwunden. Aufgeklebt war dieses auf der Rassel auf ein weiteres, jünger erscheinendes Etikett. ZERRIES vermutet: "Vielleicht hat man den älteren Zettel lose vorgefunden und ihn später erst aufgeklebt." (ZERRIES 1938,S.279)

Da das Stück aus dem Handel stammt, sollte auch die Möglichkeit nicht ausgeschlosssen werden, daß (verkaufsfördernd) ein, irgendwo anders gefundenes, altes Etikett aufgeklebt wurde.

Offene Frage:
Wo befinden sich diese beiden Etiketten? Wer hat diese entfernt?

Als Vergleichsstück erwähnt ZERRIES eine Rassel der Galibi Surinams im Lindenmuseum Stuttgart

Bild "Foto04 S-096477-1 Galibi Surinam, Rassel (maraca), M.T.Scheurlen, 1920"

Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer im Linden-Museum Stuttgart

und bildet eine weitere Rassel der Arawak Guayanas, bei Walter ROTH wiedergegeben, ab.

Bild "FOTO05 ZZ-ZERR38, S.281"

Bildquelle u./o. Fotograf: ROTH, Walter E.: An Inquiry into the Animism and Folklore of the Guiana Indians. XXX Annual Report of the Bureau of American Ethnology, Washington, 1915

Stilistisch ist die Frankfurter Rassel mit dieser Rassel identisch. Trotz der eindeutigen Verweise in das Guayana-Gebiet, hinterfragt ZERRIES seine Zuordnung als Rassel der Tupinamba nicht.

Technik und Material der Rassel FM-25818

Alle Maßangaben wurden mit Hilfe von Fotos geschätzt und sollten unbedingt am Stück nachgemessen werden.

Ohne die genaue Erfassung stilistischer Merkmale, d.h. der Beschreibung von Technik und Material eines Stückes ist eine nachträgliche Zuordnung nicht möglich.

Die Rassel besteht aus vier Elementen:

  1. Kürbis-Klangkörper
  2. Holz-Stab
  3. Baumwoll-Gewebe mit eingearbeiteten Federn am Mast-Teil
  4. Steinen oder Samen im Innern des Klangkörpers

a. Kürbis-Klangkörper

  • Maße: ca. 18 cm Durchmesser
  • ausgehöhlte Frucht des Kalebassenbaums (Crescentia Cujete)
  • nahezu rund, nur leicht oval
  • dunkelbraun mit wenigen hellbraunen Verfärbungen, ursprünglich rot
  • vier gerade Einschnitte ca. 4-5 cm lang, jeweils paarweise gegenüber, vertikal bzw. horizontal.
  • Bild "Klangkörper: Foto01a FM-25818-1 (Arawak Guayana) Ostbrasilien Tupinamba, Rassel (maraca), (vgl HE-66775), (Arthur) Speyer, 1928"

    Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer im Frankfurter Museum der Weltkulturen

b. Holz-Stab

  • Maße: ca. 50 cm lang
  • Griff-Teil: ca. 18 cm lang, Querschnitt ca. 2,5 cm verjüngt sich bis zum Klangkörper. Am Rand desselben stark abgesetzt durch Querschnit-Sprung (Auflage für Kürbis) wird durch Kürbis durchgeführt und setzt sich danach weiterhin leicht verjüngend zur Spitze fort
  • Bild "Griff: Foto01a FM-25818-1 (Arawak Guayana) Ostbrasilien Tupinamba, Rassel (maraca), (vgl HE-66775), (Arthur) Speyer, 1928"

    Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer im Frankfurter Museum der Weltkulturen

  • Mast-Teil: ca 32 cm lang, Querschnitt ca. 0,5 cm
  • Bild "Mast: Foto01a FM-25818-1 (Arawak Guayana) Ostbrasilien Tupinamba, Rassel (maraca), (vgl HE-66775), (Arthur) Speyer, 1928"

    Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer im Frankfurter Museum der Weltkulturen

  • Der Griff-Teil ist kürzer als der Mast-Teil.
    Länge Griff + Klangkörper=Länge Mast-Teil

Offene Frage:
Welches Holz?

c. Baumwoll-Gewebe mit eingearbeiteten Federn am Mast-Teil

  • Feder-Binde - ca. 1 cm breit, ca. 50 cm lang - mit eingearbeiteten Federn, um den Mast-Teil spiralig gewickelt.
  • Bild "Binde: Foto01a FM-25818-1 (Arawak Guayana) Ostbrasilien Tupinamba, Rassel (maraca), (vgl HE-66775), (Arthur) Speyer, 1928"

    Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer im Frankfurter Museum der Weltkulturen

  • Federn: Oberflügel und Schwanz-Federn von Amazona sp.
  • Verbindungstechnik: Vom Baumwoll-Träger sind einzelne Fadenlaschen (ca. 0,5 cm) herausgearbeitet. Die Feder-Spule wird um den Faden geknickt und die so entstehende Spulen-Schlaufe durch einen eigenen Faden (gewachste Pflanzenfaser) fixiert (mehrfach umwickelt ca. 10-20 Mal).

Offene Frage:
Technik des Baumwoll-Gewebes der Feder-Binde? Beschreibung?

d. Steine im Klangkörper

Offene Frage:
Wieviele und welche?
Um dies festzustellen muß die Feder-Binde abgewickelt werden, um den Holz-Stab aus dem Klangkörper ziehen zu können. Dann können die, im Klangkörper befindlichen Steine entnommen werden.

Ist die Frankfurter Rassel von den Tupinamba?
Und wenn nein, woher stammt das Stück dann?

In den bisher erfassten Museumsbeständen ist keine Rassel vorhanden, die mit Sicherheit den Tupinamba zugeordnet ist.

Daher kann nur auf Abbildungen und Beschreibungen der Autoren de LERY, STADEN und THEVET zurückgegriffen werden:

NameAnwesenheit BrasilienErscheinungsjahr
Hans STADEN Ende 1553 bis Ende Oktober 1554 1557
Jean de LERY 5.3.1557 bis 4.1.1558 1578
André THEVET 10.11.1555 bis 31.1.1556 1557/58

Beschreibung und Abbildungen bei Hans STADEN

Der deutsche Landsknecht Hans STADEN lebte ab der Jahreswende 1553/54 bis Ende Oktober 1554 als Gefangener bei den Tupinamba in der Gegend des heutigen Rio de Janeiro. In seinem 1557 erschienenen Buch Wahrhaftige Historia und Beschreibung einer Landschaft der wilden, nackten, grimmigen Menschenfresser, in der Neuen Welt Amerika gelegen beschreibt er als erster Europäer die Rasseln. In drei Abschnitten finden sich drei verschiedene Schreibweisen: "Tamerka" bzw. "Tammerka" und "Tammaraka" und "maraka".

Am häufigsten wird von ihm das Wort Tammaraka verwendet.

"Cap. 24. Wie sie mit mir tantzten vor den hütten darinnen sie die abgötter Tamerka hatten Darnach fuhrten sie mich von dem Ort / da sie mir die augenbrauwen ab geschoren hatten / vor die hütten da die Tammerka ire abgötter inn ware / und machten eyne runten kreyß umb mich her ..." (STADEN 1557,Caput 24)

"Cap. 44. Wie sie mir ihren feinden tanzten Da versamleten sie sich / machten eynen grossen runden kreys / da stunden di gefangenen in. Da musten die gefangenen alle sampt singen und rasseln mit den Abgöttern Tammaraka." (STADEN 1557,Caput 44)

"Cap III von eynem grossen gebirge Sie haben sunst auch der rasselen / Maraka genant / wie die andern Wilden / welche sie für götter halten ..." (STADEN 1557,Caput III)

"Cap. XXIII Woran sie gleuben

Sie glauben an ein ding / das wechst wie ein kürbis / ist so groß wie ein halb maß döppen. Ist inwendig hoel / stecken eyn stecklin dardurch / schneiden eyn löchlein darein wie eyn mundt / und thun kleyne steynlein darein / das es rasselt / Rasselnd darmit wann sie singen und tantzen / und heyssen es Tammaraka. Dieselbigen hat das Mans volck / eyn yeder sein eigens / so sind nun etliche unter inen / welche sie heyssen Paygi / werden unter inen geachtet gleich wie man hie die warsager achtet / dieselbigen ziehen des jars eyn mal durchs land in alle hütten / und geben für / Wie das eyn geyst sei bei inen gewesen / welcher weit hervon frembden örtern komen were / hette inen maacht geben / das alle die rasselen Tammaraka / welche sie wöllen / sollen sprechen und macht bekommen wo sie es umb bitten solle er gewehret sein. Eyn yeder will dann / das in seine rasselen die gewalt köme / macheneyn groß fest / mit trincken / singen und weissagen / halten vil seltzamer Ceremonien. Darnach bestimmen die wahrsager eynen tag / in eyne hütten / welche sie ledig machen / müssen keyne weiber und kinder darinne bleiben / dan gebieten die wahrsager / das eyn jeder sein Tammaraka rot vermale / mit federn und dahin komme / so wölle er inen die gewalt uberlifferen das sie sprechen sollen ...

Wenn nun der warsager Paygi auß allen rasseln götter gemacht hat / so nimpt dan eyn yeder sein rasseln hin / heysset sie lieber sohn / machet er ir ein eygen hüttlin / da es inne stehet / setzt im essen vor / begert von ime alles was ime vo nöten ist / gleich wie wir den warhafftigen Gott bitten / das sein nu ire götter." (STADEN 1577, Caput XXIII)

Bild "FOTO06 Buch STADEN originalgetreue Neuauflage von 1967"

Offene Fragen:
Aus welcher Sprache stammen die Worte "(ta)maraka" bzw. "paygi"?
Tupi oder Karib?

In Cap XXIII sind die Merkmale der Rassel am genauesten beschrieben:

  1. Kürbis-Klangkörper
    "Kürbis so groß wie ein halb maß döppen"
    "schneiden ein Löchlein darein wie ein Mund"
  2. Holz-Stab
    "stecklin darein"
  3. Federn am Mast-Teil
    "rot vermale mit federn"
  4. Steine im Klangkörper
    "kleyne Steynlein darein"

Ergänzend zu dieser Beschreibung können mehrere Abbildungen im Buch herangezogen werden.

Da die Bilder nicht nummeriert sind, habe ich, in der vorgefundenen Reihenfolge, selbst Nummern vergeben.

Die Einzelabbildung einer Rassel Nr. 39 zeigt einen kreisrunden Klangkörper, den Griff-Teil des Stieles, aufrecht stehende Federn gegenüber des Stieles und eine halbmondförmige Öffnung im Klangkörper.

Bild "FOTO07a Hans STADEN - Einzelbild einer Rassel"

Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer

Abbildung Nr. 25 zeigt den Tanz der Tupinamba um drei Gefangene. Neun Tänzer im Kreis halten eine Rassel, mal in der linken, mal in der rechten Hand. Die halbmondartige Öffnung ist bei fünf Rasseln angedeutet. Auch die Federn oben auf Rassel sind erkennbar. Allerdings sind die Rasseln in dieser Darstellung nicht rund, sondern eiförmig.

Interessant ist die Abweichung zwischen Bild und Text. Im Text sind es die Gefangenen, und nicht die Tupinamba, welche die Rasseln halten: "Da versamleten sie sich / machten eynen grossen runden kreys / da stunden di gefangenen in. Da musten die gefangenen alle sampt singen und rasseln mit den Abgöttern Tammaraka."

Bild "FOTO07b Hans STADEN - Tanz um die Gefangenen"

Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer

Am Rande vermerkt:

Eine weitere Abweichung zwischen Bild und Text ist z.B., daß tanzende Tupinamba immer mit zwei Rassel-Bändern unterhalb des Knies abgebildet werden. Im Text heißt es bei STADEN:

"Cap. 24 Wie sie mit mir tantzen vor den hütten / darinne sie die abgötter Tamerka hatten. Darnach fuhren sie mich von dem Ort / da sie mir die augenbrauen ab geschoren hatten / vor die hütten / da die Tammerka ire abgötter inn ware / und machten eyne runten kreyß umb mich her / da stund ich mitteninnen / unnd zwey weiber bei mir / und bunden mir an eyn beyn etliche dinger an eyner schuren / die rasselten / ... / so muste ich mit dem beyne / daran sie mir die rasseln gebunden hatten / nider tretten / uff das es rasselte und zusammen stimmete." (STADEN 1578,Kap. 24 + Abb. 15)

STADEN spricht eindeutig von einem Bein. Das Tragen eines Rassel-Bandes am rechten Fuss ist in der ethnologischen Südamerika-Forschung mehrfach dokumentiert. Fraglich auch, ob das Rassel-Band unter dem Knie getragen wurde, oder nicht vielmehr am Fussknöchel. STADEN schreibt über den Tanz der Tupinamba: "Sie bücken sich ein wenig nach vorne und stampfen mit nur einem Schenkel, nämlich dem rechten." (Cap. 16)

Auf Abbildung Nr. 45 tanzen die Tupinamba um die mit Federn geschmückte, in einer offenen Hütte aufgehängte Keule, die zur Tötung der Gefangenen verwendet wurde. Die halbmondartige Öffnung ist deutlich auf der eiförmigen Rassel zu sehen, allerdings fehlen diesmal die Federn.

Bild "FOTO07c Hans STADEN - Tanz um die Keule"

Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer

Abbildung Nr. 46 zeigt am oberen Rand ein Gruppe von sieben Tänzern, die jeweils in der rechten Hand eine Rassel tragen. Hier sind nur noch die Merkmale eiförmiger Klangkörper und Griff-Stiel erkennbar. Auf dem Rest des Bildes ist ein typisches Besäufnis der Tupinamba zu sehen.

Bild "FOTO07d Hans STADEN - Tanz und Besäufnis"

Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer

Fasst man Abbildungen und Beschreibung zusammen, so sind typische Merkmale der Tupinamba-Rassel bei STADEN:

  • ein kreisrunder oder eiförmiger Kürbis-Klangkörper;
  • ein, durch den Klangkörper gesteckter, Holz-Stiel, mit deutlich sichtbarem Griff-Teil;
  • aufrecht stehende Federn auf dem Klangkörper gegenüber des Stieles;
  • Steine im Klangkörper;
  • eine halbmondförmige Öffnung im Klangkörper. Verwendet wurden die Rasseln mindestenes während der Rituale, die mit der Opferung der Gefangenen verbunden waren.

Beschreibung und Abbildungen bei Jean de LERY

"In dem Lande gibt es auch eine Baumsorte, die eine Frucht von der Größe eines Straußeneies, dessen Form sie übrigens auch hat, hervorbringt. Die Wilden durchbohren diese Frucht in der Mitte, höhlen sie aus und füllen sie mit kleinen runden Steinen oder auch mit Körnern ihrer groben Hirse, ... Dann setzen sie einen anderthalb fuß langen Stock ein und erhalten ein Instrument, das sie 'Maraka' nennen ... Wenn ich auf ihre Religion zu sprechen komme, werde ich erzählen, wie sie über diese Maraka und die von ihr erzeugten Laute denken, nachdem sie mit schönen Federn verziert und dem für sie bestimmten Zweck, ... zugeführt wurde." (de LERY 1967,S.176)

"Der von den Wilden "schoüne" genannte Baum ist von mittlerer Größe. ... Er trägt Früchte von der Größe eines Kinderkopfes, die die Form eines Straußeneies haben, ...- Die Frucht hat eine harte Schale. Sie durchbohren sie in der Längs- und Querrichtung und fertigen daraus das 'Maraka' genannte Instrument an." (de LERY 1967,S.238)

Die Merkmale der Rassel im Text sind:

  1. Kürbis-Klangkörper
    "Frucht von der Größe eines Straußeneies, dessen Form sie übrigens auch hat"
    "durchbohren diese Frucht in der Mitte"
  2. Holz-Stab
    "setzen sie einen anderthalb fuß langen Stock ein"
  3. Federn am Mast-Teil
    "mit schönen Federn verziert"
  4. Steine oder Samen im Klangkörper
    "füllen sie mit kleinen runden Steinen oder auch mit Körnern ihrer groben Hirse"

Das Buch von de LERY ist erstmals 1578 unter dem Titel "Historie d'un voyage faict en la terre du Brésil" erschienen. Die Abbildungen in Buch von THEVET waren ihm bekannt und die Kenntnis der Bilder im Buch STADENs kann nicht ausgeschlossen werden. Daher haben die Abbildungen de LERYs nicht den Wert einer gänzlich unabhängigen Quelle.

Die Bilder von de LERY (Histoire, 1585) und THEVET (Singularités 1558) sind dem Buch von OBERMEIER "Brasilien in Illustrationen des 16. Jahrhunderts" entnommen.

Auf Tafel 20 sind zwei Tänzer zu sehen. Einer hält in der rechten Hand eine Rassel mit eiförmigem Klangkörper, deutlich sichtbarem, langen Griff und drei aufrecht stehenden Federn.

Bilderschau "FOTO08a Jean de LERY zwei tanzende Tupinamba"

2 Bilder
Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer

Tafel 22 zeigt eine Begräbnisszene. Ein Tupinamba hält in der linken Hand eine Rassel mit eiförmigem Klangkörper, deutlich sichtbarem, langen Griff und fünf aufrecht stehenden Federn. Am Griffende hängen drei Federn herab.

Bilderschau "FOTO08b Jean de LERY Begräbnis"

2 Bilder
Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer

Fasst man Abbildungen und Beschreibung zusammen, so sind typische Merkmale der Tupinamba-Rassel bei de LERY:

  • eiförmiger Kürbis-Klangkörper;
  • mittig durch den Klangkörper gesteckter Holz-Stiel, mit deutlich sichtbarem, langen Griff-Teil;
  • aufrecht stehende Federn auf dem Klangkörper gegenüber des Stieles;
  • hängenden Federn am Griff-Ende.

Als deutlicher Unterschied zu STADENs Darstellung, fehlt die halbmondförmige Öffnung im Klangkörper.

Verwendet wurden die Rasseln mindestens während des Begräbnis-Rituals.

Abbildungen bei Andre THEVET

[Folgend werden Beschreibungen wie "...hält in der rechten/linken Hand..." verwendet, was je nach Quelle/Ausgabe des Buches nicht mit den Bildern übereinstimmt. Hier muss nachgearbeitet werden. (Admin)]

Das Buch von André THEVET Les Singularités de la France antarctique wurde erstmals 1557/58 publiziert, in etwa zeitgleich mit dem Buch STADENs. Es ist davon auszugehen, daß die Abbildungen beider Autoren unabhängig voneinander entstanden.

Tafel 6 bei OBERMEIER zeigt einen tanzenden Tupinamba, in der linken Hand hält er eine Rassel mit eiförmigem Klangkörper, deutlich sichtbarem Griff und fünf aufrecht stehenden, langen Federn.

Bilderschau "FOTO09a André THEVET tanzender Tupinamba"

2 Bilder
Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer

Tafel 8 zeigt eine Begräbnis. Ein Tupinamba hält in der rechten Hand eine Rassel mit eiförmigem Klangkörper und aufrecht stehenden, langen Federn. Der Griff ist nicht sichtbar.

Bild "FOTO09b André THEVET Begräbnis eines Tupinamba"

Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer

Auf Tafel 9 ist das Begrüssungsritual der Tupinamba abgebildet. Rechts im Bild hält ein Mann in der rechten Hand eine Rassel mit eiförmigem Klangkörper, deutlich sichtbarem Griff und aufrecht stehenden, langen Federn.

Bilderschau "FOTO09c André THEVET Begrüßungsritual der Tupinamba"

2 Bilder
Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer

Auf einer weiteren Abbildung bei THEVET ist eine Heilbehandlung zu sehen. Rechts im Bild hält ein Mann in der rechten Hand eine Rassel mit eiförmigem Klangkörper, deutlich sichtbarem Griff und aufrecht stehenden, langen Federn.

Bild "FOTO09d André THEVET Heilbehandlung eines Tupinamba"

Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer

Typische Merkmale der Tupinamba-Rassel bei THEVET sind:

  • eiförmiger Klangkörper;
  • mittig durch den Klangkörper gesteckter Holz-Stiel, mit deutlich sichtbarem, langen Griff-Teil;
  • aufrecht stehende Federn auf dem Klangkörper gegenüber des Stieles;

Die halbmondförmige Öffnung im Klangkörper fehlt in den Abbildungen bei THEVET.

Verwendet wurden die Rasseln mindestens während des Begräbnis-Rituals, der Heilbehandlung und beim Begrüßungsritual.

Abbildungen bei de BRY

In den Bildern de BRYs sind die Schilderungen und Abbildungen der drei vorgenannten Autoren zu einem Gesamtergebnis verarbeitet. Auch wenn möglicherweise de BRY eine Original-Rassel bei der Herstellung der Illustrationen vorgelegen haben könnte, betrachte ich ihn dennoch nicht als weitere unabhängige Quelle. Qualitativ sind seine Abbildungen hervorragend. OBERMEIER vermerkt: "BRYs Sammlung von Reiseberichten, in die das bildliche Material Thevets, Stadens und Lery und der der Text von Léry und Staden eingingen, erschien ab 1590 und bildet von der Qualität her einen Markstein in der Entwicklung der Illustrationen von Reiseberichten." (OBERMEIER 2000,S.10)

Bilderschau "FOTO10a-e Abbildungen bei de BRY mit Rasseln"

7 Bilder
Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer

Bilderschau "FOTO10f alle Abbildungen bei de BRY Brasilien-Teil"

34 Bilder
Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer

Die typischen Merkmale der Tupinamba-Rassel bei de BRY sind:

  • eiförmiger Kürbis-Klangkörper;
  • halbmondförmige Öffnung im Klangkörper;
  • mittig durch den Klangkörper gesteckter Holz-Stiel, mit deutlich sichtbarem, langen Griff-Teil;
  • aufrecht stehende Federn auf dem Klangkörper gegenüber des Stieles;
  • teilweise hängende Federn am Griff-Teil des Stieles.

Fast alle Bilder von de BRY, de LERY, STADEN und THEVET können im Internet angesehen und heruntergeladen werden.

http://www.brown.edu/Facilities/John_Carter_Brown_Library/pages/ea_hmpg.html
http://www.brown.edu/Facilities/John_Carter_Brown_Library/

"The Archive of Early American Images" der John Carter Bown Library der Brown University.

Abbildung Umzug Stuttgart

Zu Fassnacht des Jahres 1599 wurde am Stuttgarter Hof der Aufzug der "Königin Amerika" inszeniert. Die farbigen Aquarelle befinden sich in der Weimarer Graphischen Sammlung des Schloßmuseums (Stiftung Weimarer Klassik). Abgebildet sind diese bei BUJOK 2004 Neue Welten in europäischen Sammlungen.

Auf Abbildung 1/5 hält die dritte Person von rechts eine blaue Rassel in der rechten Hand mit den Kennzeichen: eiförmiger Klangkörper, halbmondförmige Öffnung im Klangkörper, mittig durch den Klangkörper gesteckter Holz-Stiel, mit deutlich sichtbarem, langen Griff-Teil und aufrecht stehende Federn auf dem Klangkörper gegenüber des Stieles. Die dahinterstehende Person hält ebenfalls eine Rassel, allerdings ohne Federn und halbmondförmige Öffnung.

Bilderschau "FOTO11a+b Stuttgarter Umzug Blatt 1/5"

2 Bilder
Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer

Auf Abbildung 1/7 halten die beiden ersten Personen von links eine gelbe Rassel in der rechten bzw. linken Hand mit den Kennzeichnen: kreisrunder Klangkörper, halbmondförmige Öffnung im Klangkörper, mittig durch den Klangkörper gesteckter Holz-Stiel, mit deutlich sichtbarem, langen Griff-Teil und kurzen Federn auf dem Klangkörper gegenüber des Stieles.

Bilderschau "FOTO11c+d Stuttgarter Umzug Blatt 1/7"

2 Bilder
Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer

Ob die Rasseln im Original vorhanden waren oder lediglich aus Büchern abgemalt wurden, ist nicht mehr feststellbar.

FAZIT

Es sprechen zwei Merkmale gegen eine Zuordnung der Frankfurter Rassel zu den Tupinamba. Das Fehlen der:

  1. halbmondförmigen Öffnung;
  2. aufrecht stehenden Federn am Klangkörper.

Außerdem gehe ich davon aus, daß die vier typischen Einschnitte der Frankfurter Rassel von einem der Autoren beschrieben oder abgebildet worden wäre.

Vergleich mit Rasseln der Arawak Guayanas

Bisher wurden von mir in 42 europäischen Museumssammlungen Fotos und Sammlungsunterlagen datenbankähnlich digitalisierung und können für Vergleiche herangezogen werden. Die systematische, digitale Erfassung der (im Idealfall aller) Gegenstände des amazonischen Tieflandes in den völkerkundlichen Sammlungen ähnelt einer statistischen Methode. Je größer die Zahl der erfassten Stücken, desto zuverlässiger die Ergebnisse. Mit den Stücken sind Sammlungsangaben und Informationen verbunden, die im Vergleich miteinander, unter Einbeziehung historischer Abbildungen und Beschreibungen, exaktere Ergebnisse als bisher ermöglichen. Da ich Rasseln nicht von Anfang an erfasst habe, ist meine Auswertung bei den bisher besuchten Museen wahrscheinlich nicht vollständig. Mehr zur Systematik unter:
"Acht Prinzipien der DIGITALEN Sammlungserfassung + Veröffentlichung"

Die Frankfurter maracá war die erste Rassel dieses Types, die ich in einer Sammlung fotografierte (13.11.2003). Bei meinem Aufenthalt in Amsterdam Ende Juni 2004 fiel mir eine ähnliche Rassel in der Ausstellung nicht weiter auf (Foto vom 28.6.2004). Ebenso die Rassel, die ich in Berlin am 25.1.2005 fotografierte. Erst durch die Rassel in der Ausstellung des Herrnhuter Völkerkundemuseums mit dem außerordentliche frühen Sammlungseingang im Jahr 1755 wurde auch die Frankfurter Rassel zu etwas Besonderem.

HERRNHUT 1755

Im Herrnhuter Ausstellungskatalog ist eine Rassel der Arawak Guayanas HE-66775 zu sehen, in seinem Beitrag beschreibt KÄSTNER das Stück (KÄSTNER 2003,S.136), den Beitrag von ZERRIES erwähnt er nicht.

Bilderschau "FOTO12a+b ZZ-HERR03,S.0, S.136, Katalog Ethnographie und Herrnhuter Mission"

2 Bilder
Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer

Bild "FOTO13 HE-66775 Arawak Berbice,Rassel,Nathanael Seidel,1755"

Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer

siehe auch FOTO http://voelkerkunde-herrnhut.de/site.php?g=sp&css=fc&i=eth08Rassel.jpg

Wahrscheinlich handelt sich um das Stück mit der alten Nummer 45 des Catalogus der Kunst-Sachen Herrnhut. Hier stehen folgende Angaben: "45. Bogaier-Instrument, indianisch Maraka genannt. Diese? Bonenftb.? nat. ? a. Guiana d.192 aus Berbice"

Bilderschau "Foto14 HEA-Catalogus06-0 Nummer043_bis_61"

2 Bilder

"Bogaier" ist die damalige Herrnhuter Bezeichnung für piaje (QUAN07,S.258). Nach Europa gelangte die Rassel vermutlich durch Nathanael SEIDEL, ein Herrnhuter Bruder, der im Jahr 1755 in Berbice und Surinam die dortigen Missionsniederlassungen besuchte. (www.moravianchurcharchives.org/documents/07mayseidel.pdf)

Auf der Suche* nach weiteren Rasseln
dieses Types in meiner Foto-Datenbank
habe ich in mehreren Suchläufen der
Begriff "Rassel" mit verschiedenen
Regionen/Ethnien kombiniert - siehe
unten. Im letzten Suchlauf wurde nur
"Rassel" eingegeben und alle erfassten
Stücke noch einmal abgeglichen. Während
der Arbeit an diesem Beitrag habe ich
die Herkunftsangabe (Arawak) zu den
Originalangaben hinzugefügt.Suchlauf "Rassel + Arawak": Frankfurt,
Herrnhut, Leiden
FM-25818 Ostbrasilien Tupinamba (Arawak),
Speyer,1928
HE-66775 Arawak,Nathanael Seidel,1755
LE-360.7049 Surinam (Arawak),Kabinet van
Zeldzaamheden,1883
LE-370.576 Surinam (Arawak),Internationale
Kolonialausstellung,1883
LE-2363.103+104 Arawak Küste Surinam,
piaje-Rassel,H.C. de Goje,1938Suchlauf "Rassel + Kariben": Amsterdam, Leiden
AM-2412.1 Kariben Surinam,piaje-Rassel,
(H.C. Boschen),1935
LE-1508.1 Kariben (weitere Ortsangaben auf
Karteikarte) Surinam,piaje-Rassel,H.P. Rikken,
1906
LE-2343.1 Kariben,piaje-Rassel,Dr. J.T. Einaar,
1938Suchlauf "Rassel + Warrau": Berlin, Leiden
B-VA34527 Warrau BG,piaje,Dr- H. Dohrn,vor 1863
LE-3835.538 Warrau Venezuela,Luis T.Laffer,1962
ZZ-REIN91,S.95 Warrau,Rassel,Scarlet+Blue-yellow
Macaw,MfV Philadelphia 87-34-29,1987Suchlauf "Rassel + Surinam": Amsterdam, Berlin,
Bern, Frankfurt, Genf, Leiden, Stuttgart
AM-2412.1
B-VB10518 Aukaner-Buschneger Surinam,
(Kamnitzer?),1931
BE-1989.436.003-1 Surinam Galibi,Rassel,
Ausstellung,1989
FM-E091-1 Surinam,Rassel,von Panhuys,1823
GE-029721-0Ba Galibi Surinam,Rassel,Oscar
Dusendschön,(1900)
LE-00360.7049
LE-02363.0103+104
S-096477-1 Galibi Surinam,Rassel,M.T.Scheurlen,
1920
ZZ-MUMA01,S.260 Surinam,Keule und Kopf und
Rassel,P.J.Benoit,1839Suchlauf "Rassel + Guayana": Berlin, Frankfurt,
Herrnhut, Stockholm
B-VA34527
FM-25818
HE-66775
ST oNr06
ZZ-NIMU26,S.66 Palikur Guayana,Rassel für
Tanzmast,Curt Nimuendaju MfV Berlin
(G.M. 26.3.231)

LEIDEN vor 1883

Möglicherweise ebenso alt oder älter ist eine Rassel LE-00360.7049 mit der Sammlungsangabe "Surinam" in der heutigen Sammlung des Museum Volkenkunde in Leiden aus dem ehemaligen Koninklijk Kabinet van Zeldzaamheden (Königliches Kabinett der Seltsamkeiten). Gegründet 1815 waren in dieser könglichen Sammlung auch ältere Stücke enthalten, die ab der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts von Frederik Hendrik von Oranien-Nassau und seinen Nachfahren zusammengetragen wurden. 1883 wurde das Kabinett aufgelöst und dem Leidener Museum übertragen, daher das Jahr 1883, als Eingangsdatum. Der Klangkörper der Rassel ist zerbrochen und der rasselnde Inhalt nicht mehr vorhanden. Diese Beschädigung wurde möglicherweise bereits von den Arawak selbst vorgenommen. Der englische Missionar BRETT berichtet, daß einige piaje ihre Rasseln bei der Weitergabe an ihn zerbrachen, wohl um die enthaltenen Steine zu entnehmen. Somit war die Rassel ihrer magischen Wirkung beraubt. "Yet some of our earliest and most stedfast converts were of the dreaded class of Piai-men. Two of them broke their marakkas, or sacred rattles, before joining us. Others surrendered theirs in pledge of their reuniciation of the practice. The old man, Marakka-kore, who related to me their tradition concerning the Orehu, was the first who did so." (BRETT 1868,S.411)

Bilderschau "FOTO15a-c LE-00360.7049 Surinam,Rassel,Kabinet van Zeldzaamheden,1883"

3 Bilder
Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer im Museum Volkenkunde Leiden

LEIDEN 1883

Eine weitere Leidener Rassel LE-00370.0576 mit der Sammlungsangabe "Surinam" wurde anlässlich der Internationalen Kolonialausstellung im Jahr 1883 in Amsterdam erworben. Dieses Stück zeigt kaum Gebrauchsspuren.

Bilderschau "FOTO16a+b LE-00370.0576 Surinam, Rassel,Internationale Kolonialausstellung,1883"

2 Bilder
Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer im Museum Volkenkunde Leiden

STOCKHOLM vor 1900

In Stockholmer Etnografiska Museet befindet sich eine Rassel mit der alten Nummer RM1425 aus dem ehemaligen Bestand des Naturhistoriska Riksmuseum. Eine aktuelle Nummer des Stückes konnte ich bei meinen Besuchen nicht ausfindig machen, daher wurde von mir die Nummer ST oNr06 vergeben.

Offene Fragen:
Gab es im Reichsmuseum Sammlungsangaben zu dem Stück?
Hat das Stück eine aktuelle Nummer?
Wann wurden die Bestände des Reichsmuseums übernommen?

Bild "FOTO17 ST oNr06 alte Nummer RM1425"

Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer im Etnografiska Museet Stockholmer

LEIDEN vor 1905

Auf der Karteikarte der Leidener Rassel LE-01508.0001 finden sich die Angaben: "Caraiben Suriname, Ceremoniell-Dansatribuut, Rammelaar wordt door een medicynman gebruikt voor het aan roepen van geesten, H.P.Rikken, januari 1906" (Zeremonielles Tanzattribut, die Rassel wurde durch einen Medizinmann gebraucht, um Geister anzurufen; Übersetzung AS)

Bilderschau "FOTO18a+b LE-01508.0001 Kariben Surinam,piaje-Rassel,H.P. Rikken,1906 und FOTO18c LE-01508.0001-0C Karteikarte"

3 Bilder
Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer im Museum Volkenkunde Leiden

Sammler war vermutlich Pater Francois Henri Rikken, geboren in Paramaribo am 30. Mai 1863 und gestorben in Paramaribo am 17. Mai 1908, katholischer Priester. Er studierte in den Niederlanden von 1877-1891 und kehrte 1892 nach Surinam zurück. Dort arbeitete er in den Bezirken Coronie, Para und Nickerie.

Die Namenskürzel auf der Karteikarte H.P. sind irreführend. P. steht wahrscheinlich für Pater und müsste als erster Buchstabe genannt werden. Richtiger wäre die Abkürzung P.F.H.

In den Sammlungsakten zum Stück ist eine handschriftliche Erläuterung von Rikken enthalten:

Bilderschau "FOTO18d LE-01508.0001_bis_16-0I Akte_Rikken, Sammlungsliste, H. P. Rikken, 1906 und FOTO18e LE-01508.0001_bis_16-0II Akte_Rikken,Sammlungsliste, H. P. Rikken, 1906"

3 Bilder
Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer im Museum Volkenkunde Leiden

"Verklaring der ingezonden voorwerpen.
1: Een piaai-gudu / Malakka (Arouaksch). Deze ratel bevat van binnen steentjes ter halve grothe van een hazelnoot en kleiner. Uit eenzelfde ratel heb ik een stuk bergkristal gehaald met de gekleurde stukjes van een glazen knikker. Volgend C. Quandt "Nachricht van Surinam etc." zou de aanwegzigheid van zulk een stuk bergkristal essentieel gevorderd worden.
Deze ratel is van den laatsten heiden, piaaiman of geestenbezweerder uit het kamp van Matta in de Boven Para, alwaar sindt eenige jaren eene kapel onder hen opgericht is die geregeld door een der Paters bedie??.
Daar waren 90-100 Indianen bij elkander, terwijl in de Powakka in de Boven Suriname, waar eveneens eene kapel onder de Aruwakken bestaat, 160 Indianen bij elkander waren. Matta en Powakka zijn twe centra van de Aruwakken. Elders sindt men aan de Suriname, aan de Darderkreek, aan de Maruwijne, de Suruauskreek, de Coesenyne, de Saramacca enkele kampen van de Aruwakken ?g, die geregeld door de Missionarissen bezucht worden."

"1. Ein piaai-gudu / Malakka (Arawak). Diese Rassel enthält Steine von der halben Grösse einer Haselnuss und kleiner. Aus derselben Rassel habe ich ein Stück Bergkristall geholt und Stücke einer gefäbten Glasmurmel. Nach C. Quandt ... soll die Anwesenheit von einem Stück Bergkristall von essentieller Wichtigkeit gewesen sein. Diese Rassel ist von den letzten Heiden, piai oder Geisterbeschwörer, aus dem Dorf Matta am oberen Para, wo vor einigen Jahren eine Kapelle unter ihnen aufgerichtet wurde, die regelmässig von einem der Paters betreut wird. Dort waren 90-100 Indianer beieinander, während in Powakka am oberen Surinam, wo auch eine Kapelle unter den Arawak besteht, 160 Indianer beieinander lebten. Matta und Powakka sind zwei Zentren der Arawak. ..."; (Übersetzung AS)

Die Rassel kommt also, nach den Angaben von Rikken, von den Arawak aus dem Ort Mat(t)a am oberen Para; das Dorf existiert auch heute noch. In den Besitz von Rikken gelangte die Rassel zwischen 1892 und 1905.

Landkarte Modul-ID: 143:
Aus datenschutzrechtlichen Gründen (zu großer Aufwand bzgl. EU-DSGVO-Konformität) wurden alle Google-Maps/Landkarten auf about-africa.de deaktiviert. Zusätzlich verlangt Google mittlerweile die Hinterlegung von Bankdaten, auch bei kostenloser Nutzung der sog. Maps-API.

Im Vergleich der Angaben auf Karteikarte und Sammlungsakte ist festzustellen, daß erhebliche Informationen verloren gegangen sind; eine häufige Erscheinung. Digitalisiert sind die falschen Angaben, was die zukünftige Zuverlässigkeit digitaler Medien erst einmal in Frage stellt.

Woher kommt die falsche Angabe 'Kariben'?

Am Rande der Rikkenschen Erläuterungen ist der handschriftliche Kommentar einer dritten, unbekannten Person, erkennbar. Für mich schwer leserlich:

"? worden door Caraiben niet door Arouwakken gemaakt maar door deze van de eersten gekoocht ??"
Wurden durch Cariben nicht durch Arawak gemacht, aber von diesen an die ersten verkauft; Übersetzung AS

Aus irgendeinem Grund schienen die detaillierten Angaben von Rikken weniger zuverlässig zu sein, als der ohne Begründung hingehauene Kommentar.

Ausschnitt nachträglicher Kommentar

BERLIN vor 1931

Im Berliner Museum befindet sich eine weitere Rassel, die 1931 mit einer Surinam-Sammlung von einem Herr Normann angekauft wurde. Die Sammlungsangaben lauten: "Aukaner (Buschneger) Surinam,Zauberklapper,Normann,1931"

Bilderschau "FOTO19a-c B-VB10518 Aukaner-Buschneger Surinam, Zauberklapper, Normann, 1931"

3 Bilder
Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer im Ethnologischen Museum Berlin

Etikett am Stil

Auf den Griff der Rassel ist ein Etikett geklebt mit der Aufschrift "Piagoddu der Caraiben".

Der Sammler hat das Stück möglicherweise bei den Aukanern erworben, hergestellt wurde es jedoch offensichtlich nicht von diesen, sonst wären die Anmerkungen auf dem Etikett sinnlos. Da diese Angaben im Sammlungskatalog nicht erwähnt sind, wird die Rassel ordnungsgemäß im Schrank Schwarz-Surinam aufbewahrt.

Die Angabe "Piagoddu" stimmt weitgehend mit der o.g. Bezeichnung von P.F.H. Rikken "piaai-gudu" überein.

Offene Frage:
Gibt es weitere Angaben in der Berliner Erwerbsakte 45/31 zum Stück und zur Person des Sammlers?

LEIDEN vor 1938

Erwähnenswert sind außerdem zwei Rasseln in Leiden, die durch den Wissenschaftler C.H. de Goje im Januar 1938 an das Museum vermittelt wurden. Die Qualität dieser Rasseln ist bereits nicht mehr mit den Stücken des 19. Jahrhunderts vergleichbar, immerhin war jedoch das Wissen um die wesentlichen Bestandteile noch vorhanden. Die Sammlungsangaben lauten: "Arowakken Benedenlansche Indianen,Rammelaar, Door een medicijnmann (piai) gebruikt bij het anroepen van de geesten, door bemiddeling van de Heer C.H. de Goje, Jan. 1938" (Arawak, Inland Guayana,Rassel,Von einem piai beim Anrufen der Geister gebraucht, durch Vermittlung von Herrn C.H. de Goje, Januar 1938; Übersetzung AS)

Für weitere Recherche merken/ToDo:

Literaturangabe auf Karteikarte:
W.E. Roth, A.R.30. B.A.E.p.330 en fig.4. c.f.W.Ahlbrinck,Enc. der Karaiben,s.v. "püyei" 34b-42.=p.403-405 en pl.107-108 van de illustraties

ROTH, Walter Edmund, 1909, An Inquiry into the Animism and Folklore of the Guiana Indians. 30th Annual Report of the Bureau of American Ethnology, 1915, Washington

Ahlbrinck, W., 1931: Encyclopaedie der Karaïben - Koninklijke Academie van Wetenschappen, Amsterdam, 555 + 160 pp.

Bilderschau "FOTO20a+b LE-02363.0103+104 Arawak Küste Surinam, piaje-Rassel, H.C. de Goje, 1938"

2 Bilder
Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer im Museum Volkenkunde Leiden

Weiterhin eine Rassel, die ebenfalls im Jahr 1938 durch Dr.J.T. Einaar in das Museum Leiden gelangte, und den Kariben zugeschrieben ist. Dieses Stück ist in seiner Machart sehr schlicht.

Bild "Foto21 LE-02343.0001-2 Kariben, Rassel, für piaje, Dr.J.T. Einaar, 1938"

AMSTERDAM vor 1955

In der Ausstellung des Amsterdamer Tropenmuseums (Koninklijk Instituut voor de Tropen) ist eine Rassel zu sehen, die im Jahr 1955 von H.C. Boschen erworben wurde. Der kurze Text nennt die Kariben Surinams als Hersteller.

Offene Frage:
Gibt es weitere Angaben zum Stück und zur Person des Sammlers?

Bild "Foto22 AM-2412.01-1 Kariben Surinam, Rassel (maraca), Schamane-(piaje), Ausstellung, (H.J.C. Boschen, 1955)"

Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer im Koninklijk Instituut voor de Tropen Amsterdam

Zwar ist das Stück falsch ausgestellt, das Gewebe ist nicht um den Mast-Teil gewickelt, sondern hängt wie ein Band von der Spitze herab, aber hierdurch ist die Machart des Gewebes sehr schön sichtbar.

LEIDEN vor 1962

Offene Frage:

Sehr interessant ist die, in einigen Details abweichende, Rassel, die den Warrau zugeordnet ist.

- figurative Ritzung auf dem eiförmigen Klangkörper
- schwarz umrandete Schlitze des Klangkörpers
- Gewebe und Feder-Befestigung anders (keine Einzelfedern, sondern Büschel umwickelt)

Von den Warrau oder Warao sind mir bisher nur zwei Vergleichsstücke bekannt. Diese stimmen nicht mit der Leidener Rassel überein.

Wegen der genannten Abweichungen lohnt das Stück einer genaueren Untersuchung von Material, Technik und Sammlungsangaben, und sei daher nur erwähnt und kann hoffentlich später beschrieben werden.

Bilderschau "Foto23a+b LE-03835.0538 Warrau Venezuela, Luis T. Laffer, 1962"

2 Bilder
Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer im Museum Volkenkunde Leiden

Die Sammlungsangaben im Überblick

Inventar# Ethnie/Region Quelle Jahr
FM25818 Tupinamba Speyer 1928
HE-66775 Arawak Berbice Nathanael Seidel 1755
LE-00360.7049 Surinam Koninklijk Kabinet vor 1883
LE-00370.0576 Surinam Kolonialausstellung 1883
ST oNr06 bzw. RM1425 bisher keine Angaben   -1900
LE-01508.0001 Arawak Dorf Matta ob. Para P.F.H. Rikken 1906
B-VB10518 Kariben Normann 1931
LE-02363.0103+104 Arawak Surinam H.C. de Goje 1938
LE-02343.0001 Kariben Surinam Dr. J.T. Einaar 1938
AM-2412.01 Kariben Surinam H.C. Boschen 1955

Ergebnis des Vergleiches

  • Bisher sind elf Rasseln dieses Typs in Museumssammlungen nachgewiesen (Amsterdam 1, Berlin 1, Frankfurt 1, Herrnhut 1, Leiden 6, Stockholm 1)
  • Die Sammlungsangaben verweisen auf das Guayana-Gebiet, mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Arawak, möglicherweise haben jedoch auch Kariben diese Rasseln hergestellt und/oder verwendet.
  • Der dokumentierte Sammlungszeitaum ist zwischen 1755 bis 1955.
  • Die Frankfurter Rassel ist in Technik, Material und Qualität mit den beiden Rasseln HE-66775 und LE-00360.7049 vergleichbar, daher vermute ich ein Sammlungszeitraum zwischen 1755 und 1850.

Ergebnis Frankfurter Rassel FM-25818

Bisherige Zuordnung: Ost-Brasilien Tupinamba
Neue Zuordnung: Arawak, Surinam und Guyana
Altersbestimmung: 1750-1850
Seltenheit: 11 Stücke (bisher)
Erhaltung: sehr gut
Ästhetik: sehr gut
Fazit: Nur sehr wenige dieser Rasseln erreichten zwischen 1755 bis 1900 europäische Museumssammlungen, bisher sind mir elf bekannt. Die Frankfurter Rassel ist wohl zwischen 1750 und 1850 nach Europa gelangt. Sie zählt zu den frühesten und schönsten maracá der Arawak-piaje Guayanas und ist somit einmaliges Weltkulturerbe.

Es ist damit zu rechnen, daß sich in England (z.B. Canterbury) weitere Rasseln befinden. BRETT schreibt:

"Five of those magical implements thus came into my possession at different times, some of which were hung up in the Mission-school, that the young people, by familiarity with them, might learn to despise their pretended power. ... The other gourds were sent to England, and two of them presented to the Missionary College of St. Augustine at Canterbury." BRETT 1868,S.411

Da Walter ROTH eine Arawak-Rassel abbildet, wird auch in seinen Sammlungen in Georgetown mindestens ein Exemplar zu finden sein.

Vergleich mit Beschreibungen aus Büchern des 18. und 19. Jahrhunderts

Nach Korrektur der Herkunft von Tupinamba Ostbrasilien zu Arawak Guayana-Küste und Eingrenzung des Sammlungszeitraumes, können Informationen aus Büchern des 18. und 19. Jahrhunderts herangezogen werden.

Der französische Arzt Pierre BARRÈRE lebte von 1722 bis 1727 in Cayenne (Französisch-Guayana). In seinem Buch Neue Beschreibung von Guiana beschreibt er nur knapp das Aussehen einer Rassel der Galibi (Kalinya oder Küsten-Kariben). "Wenn der Schüler genugsam unterwiesen ist, giebt man ihm eine aus einem Kürbis gemachte Flasche, Maraka genannt, die mit verschiedenen Farben bemahlet und auf einen Stock gesteckt ist. In dieser Flasche sind einige geheimnißvolle Körner ..." (BARR50,S.156) Vor allem die Bemalung ist ein typisches Merkmal der Rassel der Kalinya.

Hier können Sie das ganze Buch in deutscher Übersetzung von Pierre Barrère lesen (Link öffnet neue Seite): Neue Beschreibung von Guiana, worin von den Küsten dieses Landes und von der Insel Cayenne, von der dortigen Handlung, von den verschiedenen daselbst vorgefallenen Veränderungen und von den Sitten und Gewohnheiten der wilden Völker, welche darin wohnen, ausführliche Nachrichten gegeben werden, verfasset von Pierre Barrère, Correspondenten der Königl. Academie der Wissenschaften zu Paris, Doctorn und Professorn der Arzeneywissenschaft auf der Universität zu Perpignan, Arzte des Kriegshospitals in dieser Stadt und ehemahls Königl. Botanisien auf der Insel Cayenne. Mit verschiedenen Kupfertafeln, die auf der Stelle gezeichnet sind. Göttingen, 1750/1751.

Im Jahr 1735 kamen die ersten Herrnhuter Missionare nach Surinam, ab 1738 in das Gebiet des Flusses Berbice und gründeten dort die erste Station mit Namen Pilgerhut. 1748 wird die erste Taufe unter den Arawak verzeichnet. Ein Ölgemälde im Besitz des Herrnhuter Unitätsarchives, gemalt von Johann Valentin Haidt um 1750, zeigt wahrscheinlich diesen ersten "Arawak-Evangelisten Jephta".

Bild "Foto25 Arawak-Evangelist Jephta mit fünf Arawak-Indianern um 1750"

Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer im Herrnhuter Unitätsarchiv

Das fotografierte Ölgemälde befindet sich im Eigentum des Unitätsarchives der Evangelischen Brüder-Unität Herrnhut. Das Brüderarchiv ist öffentlich – am besten mit Voranmeldung – zugänglich: www.archiv.ebu.de (Dieser Link öffnet eine neue/zusätzliche Seite.)

Verein der Freunde und Förderer des Unitätsarchivs e.V.:
Auch wenn es an keiner Stelle der Internet-Seite des Unitätsarchives deutlich gesagt wird: das Archiv erhält KEINE staatlichen Zuschüsse und wird allein durch die Gemeindemitglieder unterhalten. Daher können nicht alle Leistungen kostenlos sein. www.archivverein-herrnhut.de (Dieser Link öffnet eine neue/zusätzliche Seite.)

Als Ende 1748 der Herrnhuter Bruder Theophilus SCHUMANN dort eintrifft, "fand (er) schon 40 getaufte Indianer. Er lernte bald ihre Sprache, verfertigte eine Grammatik und Wörterbuch ... In den folgenden Jahren bis zum Anfang des Jahres 1755 vermehrte sich die Zahl der bey den Brüdern wohnenden getauften und ungetauften Indianer bis auf 400 Personen." (QUANDT 1807,S.000X)

Bild "Foto26 Arawak (Jephta?) und Theophilus Schumann um 1750"

Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer

Die Bevölkerung des Missionsplatzes Pilgerhut verringerte sich ab 1755 wegen Nahrungsmangel, abnehmender Fruchtbarkeit des Bodens, und Krankheit. 1763 wurde der Ort aufgegeben.

Die Herrnhuter Rassel HE-66775 wurde um 1755 gesammelt. In den bisher (2009) nicht veröffentlichten Aufzeichnungen von Theophilus Salomo SCHUMANN in Herrnhut könnten genauere Angaben zum Erwerb enthalten sein.

Der Herrnhuter Christlieb QUANDT war von 1769 bis 1780 in Surinam und Berbice. Im 18. Brief über die "Karaiben und Arawacken" beschreibt er eine Rassel. Der dort gewählte Ausdruck "Semmeti" (seme-cihi) statt piaje verweist eindeutig auf die Arawak, ebenso der Begriff "Jawahi" (yauhahu) für Teufel: "Der Indianer ihre Ärzte, welche man dort Bogaier, die Indianer aber Semmeti, das ist, ein angenehmer, geschickter Mann, nennen, sind mehrenteils Betrüger, die diese Kunst nur um des Gewinnstes willen treiben. Die Indianer schreiben alle Krankheiten und alles Böse, das ihnen begegnet, dem Teufel, den sie Jawahi nennen, zu, und die Kunst ihrer Ärzte besteht darinn, den Teufel, den ihnen, nach ihrer Meinung, mehrenteils einer ihrer Feinde oder ein ihnen abgeneigter Bogaier zugeschickt haben soll, aus ihnen herauszutreiben. Dieses geschieht gemeiniglich durch ihr Klapper-Instrument, Marakka, genannt. Dieses ist ein ausgehöhlter Baumcalabas, der mit zerschlagenem Kristall und andern durchsichtig kleinen Steinen angefüllt ist. Mitten durch geht ein Stock, womit sie ihn halten. Die Spitze des Stocks, die oben aus dem Calabas herauskommt, und auch der untere Griff, ist mit grünen, gelben und rothen Federn von den Papageyen und rothen Raben geziert. Diese Maraka ist bey den andern Indianern ein so fürchterliches Ding, daß die Bogaier, wenn sie dasselbe in ihrer Hütte bey ihren Sachen liegen lassen, gewiß sind, daß demselben keiner nahe kommen oder etwas aus der Hütte stehlen werde. Es sah einmal ein Indianer bey meinen Sachen einen großen Krystall liegen; er trat sogleich zurück, und fragte mich, ob ich auch ein Semmeti sey." (QUANDT 1807,S.258)

Das komplette Buch Nachricht von Suriname und seinen Einwohnern von Christlieb Quandt finden Sie bei About Amazonas (hier klicken!) und eine etwas abweichende Ausgabe unter http://www.dbnl.org/tekst/quan003nach01_01/

Die Detaills dieser Beschreibung verweisen auf die Arawak-Rassel (siehe oben Technik und Material der Rassel FM-25818)

  1. Kürbis-Klangkörper
    "ausgehöhlter Baumcalabas"
  2. Holz-Stab
    "mitten durch geht ein Stock"
  3. (Baumwoll-Gewebe mit eingearbeiteten) Federn am Mast-Teil
    "Spitze des Stocks, die oben aus dem Calabas herauskommt, und auch der untere Griff, ist mit grünen, gelben und rothen Federn von den Papageyen und rothen Raben geziert"
    [Anm: Im Surinamischen Niederländisch werden Aras irreführenderweise als "raven" (Rabe) bezeichnet]
  4. Steine oder Samen im Klangkörper
    "zerschlagenem Kristall und andern durchsichtig kleinen Steinen angefüllt"

Der malende, belgische Reisende Pierre Jacques BENOIT war um 1830 in Surinam. In seinem Buch Voyage à Surinam findet sich ein kurzer Satz: "De piai laat de geest verdwijnen door rond de hut van de zieke te dansen terwijl hij in de hand de malaka houdt, die gevuld is met pitjes en versierd met pluimen." (BENOIT 1980,S.57)

"Der Piai lässt die Geister verschwinden, indem er durch die Hütte des Kranken tanzt und in seiner Hand die, mit Steinen gefüllte und Federn verzierte, malaka hält; Übersetzung AS."

Auf zwei Abbildungen des Buches sind Rasseln zu sehen: Nr. 74 + 86.

Bilderschau "Foto27a+b Abbildungen von Rasseln bei BENOIT um 1830"

2 Bilder
Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer

Deutlich sichtbar ist auf beiden Bildern, daß der Stab so durch den Klangkörper durchgesteckt ist, daß auf beiden Seiten Teile herausragen. Weiterhin ist der Mast-Teil des Stabes mit Federn verziert. Auf Abbildung 74 sind es rote und gelbe, auf Abbildung 86 grüne Federn.

Eine weitere kurze Schilderung einer "Indianer"-Rassel findet sich bei dem Deutschen August KAPPLER, der von 1836-1879 in Surinam lebte und als Gründer des Ortes Albina betrachtet wird.

"In einem andern ähnlichen Zelt sitzt der Piaimann, versehen mit der unentbehrlichen Marakka, einer runden hohlen Kalebasse, durch deren Mitte ein Stock geht, dessen oberes Ende mit Arasfedern geziert ist und in der runde Quarzkörner oder Maronisteine sind." (KAPPLER 1881,S.110)

Bilderschau "Foto28 Inhaltsverzeichnis Buch August KAPPLER 1881"

11 Bilder
Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer

Der englische Missionar der anglikanischen Kirche William Henry BRETT, der von 1840-1875 in Britisch Guayana wirkte, beschreibt die Rassel wesentlich detaillierter, allerdings benennt auch er nicht eindeutig, ob dieser Typ von den Arawak oder Kariben hergestellt und verwendet wurde.

Richard SCHOMBURGK berichtet von einem Besuch auf der Missionsstation von BRETT an der Mündung des Flusses Arapiacro in den Pomeroon an der Westgrenze Britisch-Guayanas. (SCHOMBURGK 1848,S.414)

In einem Missionsbericht des Jahres 1849 ist anlässlich des Besuches eines Bischofs in Pomeroon erwähnt, daß dort 200 Arawak auf die Wiedererrichtung einer Missionsstation warteten. Daher ist sehr wahrscheinlich, daß die von BRETT beschriebene Rassel den Arawak zuzurechnen ist. "The Bishop visited Pomeroon in October 1848, and found upwards of two hundred Arawaks there, anxious for the reestablishment of the Mission as soon as might be possible."

Project Canterbury, Missions of the Church in British Guiana, From The Colonial Church Chronicle and Missionary Journal, No. XXIV (November, 1849), pages 161-172.

BRETT schreibt: "The sorcerers are usually called by the settlers piau men. They are each furnished with a large gourd or calabash, which has ben emptied of its seeds and spongy contents, and has a round stick run through the middle of it by means of two holes. The ends of the stick project - one forms the handle of the instrument, and the other has a long string to which beautiful feathers are attached, wound round it in spiral circles. Within the calabash are a few small white stones, which rattle when it is shaken or turned round. The calabash itself is usually painted red. It is regarded with great awe by the heathen Indians, who fear to touch it, or even to approach the place where it is kept." (BRETT,S.364)

Die Detaills dieser Beschreibung verweisen auf die Arawak-Rassel (siehe oben Technik und Material der Rassel FM-25818) Besonders eindeutig ist die Erwähnung - Teil c - des spiralig um den Mast-Teil gewickelten Gewebes.

  1. Kürbis-Klangkörper
    "large gourd or calabash, which has ben emptied of its seeds and spongy contents"
    "Großer Küribs oder Kalebasse, aus welchem die Samen und schwammigen Inhalte entfernt wurden;" Übersetzung AS.
  2. Holz-Stab
    "round stick run through the middle of it by means of two holes"
    "Runder Stock mittig durch zwei Löcher gesteckt;" Übersetzung AS.
  3. (Baumwoll-)Gewebe mit eingearbeiteten Federn am Mast-Teil
    "The ends of the stick project - one forms the handle of the instrument, and the other has a long string to which beautiful feathers are attached, wound round it in spiral circles"
    "Die Enden des Stockes ragen heraus - eines als Handgriff des Instrumentes und das andere ist mit einem langen Band, an welchem Federn befestigt sind, in spiraligen Kreisen umwickelt;" Übersetzung AS.
  4. Steine oder Samen im Klangkörper
    "Within the calabash are a few small white stones"
    "Im Innern der Kalebasse sind einige kleine weisse Steine;" Übersetzung AS.

BRETT nennt als, bisher nicht bekanntes, weiteres Merkmal, die rote Bemalung des Klangkörpers.
"calabash itself is usually painted red"
"Die Kalebasse selbst ist gewöhnlich rot angemalt;" Übersetzung AS.

Zur Verwendung der maraca in Guayana

Verwendet wurde die Rassel von den Arawak-piaje für rituelle Handlungen. Jeder piaje hatte seine eigene Rassel, die er am Ende einer langen Lehrzeit von seinem Meister erhielt. Schon der Anblick der maracá war gefürchtet, nur der jeweilige Besitzer durfte sich ihr nähern. In einer, eigens hergestellten, kleinen Hütte wurde unter der Hängematte des Kranken ein Feuer entzündet. Viele Stunden beschwor der piaje neben dem Kranken, die yauhahu, die Geister, mit seiner maracá, um den, von Feinden geschickten, bösen Zauber zu vertreiben. Bei BRETT ist eine solche Heilbehandlung dargestellt, bei der Rassel ist der deutlich verlängerte Mast-Teil mit Federn erkennbar.

Bild "Foto30 Abbildung einer Heilbehandlung bei BRETT S.364"

Bildquelle u./o. Fotograf: A.Schlothauer

Im Folgenden drei Original-Texte der bereits oben genannten QUANDT, BRETT und KAPPLER, in denen Heilbehandlungen geschildert werden. Weiterhin ein Text des französischen Jesuiten-Missionars Père Jean CHRETIEN (um 1725) und des Niederländers Johannis SNEEBELING (um 1775).

Christlieb QUANDT (1769 bis 1780 in Surinam und Berbice)

"Wenn sich jemand in ihre Kur begibt: so wird eine kleine niedrige Hütte von großen Palmblättern gebaut, worinn nur der Kranke in seiner Hangmatte und der Bogaier Platz hat. In dieser Hütte wird unter der Hangmatte, wie bey den Indianern gewöhnlich, ein Feuer gemacht. Der Bogaier begiebt sich dann mit seiner Marakka zu dem Patienten, klappert mit derselben so stark er kann, und befiehlt dem vermeinten Teufel, aus dem Kranken auszufahren, macht auch dabey ein gräßliches Geschrey." (QUANDT 1807,S.259)

William Henry BRETT (1840 bis 1875 in Britisch-Guayana)

"When attacked by sickness, the Indians cause themselves to be conveyed to some friendly sorcerer, ... He then commences his exorcisms, turning and shaking his marakka, or rattle, and chanting an address to the yauhahu. This is continued for hours, until about midnight the spirit is supposed to be present, and a conversation to take place, which is unintelligible to the Indians who may overhear it. These ceremonies are kept up for successive nights." (BRETT 1868,S.364)

Fußnote 2: "From the Caribi word puiai, which denotes their profession. The Acawoios call it piatsan, from the same root; the Arawaks semecihi; and the Waraus, wisidaa." (BRETT 1868,S.363)

August KAPPLER (1836 bis 1879 in Surinam)

"Ist die Krankheit ersterer Natur, so wird ein geschickter Arzt oder Piaimann zu Rathe gezogen. Dem Kranken wird in seiner Hütte eine Art kegelförmiges Zelt aus Kamisen und anderen Tüchern zurecht gemacht und derselbe mit seiner Hängematte dahin gebracht. In einem andern ähnlichen Zelt sitzt der Piaimann, versehen mit der unentbehrlichen Marakka, ... Er bespricht sich nun in seiner Zelle mit dem bösen Geiste, der die Krankheit verursacht hat, und bei jeder Pause erönt die Marakka. Sein Gespräch mit dem bösen Geiste ist bald flehend, bald drohend, jetzt brüllend, dann wieder mit Schluchzen und Weinen vermischt. Je schwerer die Krankheit ist, je kräftiger wird die Beschwörung betrieben, und auch der Geist gibt seine Antwort durch den Mund des Arztes. Man muss beinahe bezweifeln, dass eine einzelne Person im STande ist, so verschiedene Stimmen nachzuahmen, denn auf alle, was er bei dem bösen Geiste zu Gunsten des KRanken anbringt, antwortet derselbe wieder mit veränderter Stimme; dabei ertönt unaufhörlich die Marakka, ... Das Piaien dauert Nächte lang ununterbrichen fort, nur dass von Zeit zu Zeit der Doktor dem Kranken Tabakrauch ins Gesicht bläst oder seine Beschwörungen an der Hängematte selbst vornimmt." (KAPPLER 1885, S.110f.)

Pére Jean CHRETIEN (um 1725 in Französisch-Guayana)

"Desque quelqu'un est incommodé on appelle le piaye ou pour luy epargner la peine on porte le malade chez luy. Il prend d'abord possession du malade en mettant sous son hamac un beau plat sur lequel il pose sa calebasse. Ensuitte il succe le malade dans les endroits qui lui font mal et soufle a perdre haleine en enflant les joues comme un trompette, tantot il passe les deux mains sur la malade en les joignant ensuitte il frappe l'une contre l'autre et donne la chasse au diable. Tantot il se prend la peau à luy meme et se pincant auec les deux mains, il en exprime de l'embonpoint dt de la santé qu'il applique adroittement au malade, mais la plus emphatique manière de Piayer est celle qu'ils appellent yotomongari. On fait pour cela une petite hute dans la case ou est le malade, le hableur auant que de s'y renfermer a soin de faire éteindre touts les feux de peur sans doute qu'on decouvre ses forfaitairies nocturnes. Il a en sa main la calebasse, des qu'il est enfermé il la quitte et se met a chanter a siffler et a hurler d'une manière afreuse; il contrefait plusieurs sortes de voix tanto c'est son genie tantot c'est l'hyorocan. Il l'apostrophe luy commande de sortir et le diable repond tout ce qu'on veut, il sort souvent (c'est a dire le piaye) de la cabane court par la cabane et auec des griffes d'épervier il gratte les hamacs des indiens ce qui leur fait grand peur; le plus beau c'est lors qu'il monte au ciel après auoir dot adieu a touts les assistans et promis un prompt retour. Il contrefait alors sa voix la baisse insensiblement et cesse de parler pour faire entendre qu'il a pris son vol vers les astres mais il en scait bientot descendre pour venir chercher le payement." (CHRETIEN 1725, S.58)

Aufzeichnungen von Johannis SNEEBELING (um 1775 in Surinam)

Diese sind unter dem folgenden Link vollständig wiedergegeben, da diese Quelle kaum bekannt ist:

buecher/JohannisSneebling/

Mythe der Arawak - Wie die Rassel zu den Menschen kam

Ein alter semi-cici (piaje) der Arawak namens Maraka-kore (rote Rassel) wurde 1841 durch die Anglikaner christianisiert. Er war einer der großen piaje seines Stammes und wusste nicht nur sehr viele Geheimnisse, sondern war durch sein Alter befugt diese dem Missionar BRETT anzuvertrauen. Orehu, ein im Wasser lebendes weibliches Wesen, übergab dem Arawak namens Arawánili die erste Kalebasse sowie kleine weisse Steine und lehrte ihn die schamanischen Fähigkeiten, um die ungezügelten Kräfte der yauhahu kontrollieren zu können. Die folgende Überlieferung, wie die Rassel zu den Arawak kam, wurde BRETT in der Gegenwart vieler Zuhörer erzählt.

"In very ancient times the yauhahu, being unrestrained in their practices, inflicted continual misery on mankind, causing not only great affliction, such as sickness, but perpetual annoyance in other ways, even destroying their food, and defiling their cooking utensils. An Arawak, named Arawánili, was walking by the water side, brooding over the condition to which men were reduced, when a female figure, the Orehu, arose from the stream, bearing in her hand a small branch, which she presented to the man, desiring him to plant it, and afterwards gather its fruit. He did so, and thus obtained the calabash, till then unknown among them. She again emerged from the water with small white stones in her hand, which she desired him to enclose in the gourd, in the manner before described. After instructing him in the mysteries of semecihi, she again retired to her watery abode. He followed her directions, and thus became the founder of that system, which has since prevailed among all the Indian tribes." (BRETT 1868, S.401)

Weitere Rasseln anderer Ethnien zum Vergleich und Genießen

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LESENSWERT zu den Mythen verschiedenen Ethnien

ZERRIES, Otto: Kürbisrassel und Kopfgeister in Südamerika. In Paideuma Mitteilungen zur Kulturkunde; Bd.V Juni 1953,Heft 6, S.323-338

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Herzlichen Dank an

Prof. Dr. (emer.) Mark Münzel (Marburg) für die fünfjährige Unterstützung
Dr. Mona Suhrbier, Frankfurt am Main
Dr. Laura van Broekhoven, Leiden
Friedie Hellemons, Amsterdam
Stephan Augustin, Herrnhut Museum
Dr. Rüdiger Kröger, Herrnhut-Unitätsarchiv
Dr. Klaus-Peter Kästner, Dresden
Dr. Richard Haas, Berlin
Lars Malareck, Berlin
Staffan Brunius, Stockholm
Kerstin Peterson, Stockholm
Margit Forsberg, Stockholm

LITERATUR

  • BARRERE, Pierre: Neue Beschreibung von Guiana, Göttingen, 1750
  • BENOIT, Pierre Jacques: Reis door Surinam - Voyage á Surinam, Amsterdam 1980
  • BRETT, William Henry: The Indian Tribes of Guiana; their Condition and Habits, London, 1868
  • CHRÉTIEN, Père Jean: Moeurs et coutumes des Galibi d'après une lettre inédite écrite en 1725 (Présentation de R. d'Harcourt), Journal de la Société des Américanistes, Année 1957, Volume 46, Nr 1, S.45 - 66
  • HERRNHUT: Ethnographie und Herrnhuter Mission, Ausstellungskatalog, Herrnhut, 2003
  • HERRNHUT Unitätsarchiv: Graf ohne Grenzen - Leben und Werk von Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf, Hernhut, 2000
  • KAPPLER, August: Holländisch-Guiana. Erlebnisse und Erfahrung während eines 43jährigen Aufenthalts in der Kolonie Surinam, Stuttgart, 1881
  • KÄSTNER, Klaus-Peter: Indianische Küstenstämme Surinames, in HERRNHUT, S.122-137
  • LERY de, Jean: Unter Menschenfressern in Brasilien 1556-1558, Gütersloh, 1967
  • Obermaier, Franz: Brasilien in Illustrationen des 16. Jahrhunderts, Frankfurt am Main, 2000
  • QUANDT, Christlieb: Nachricht von Suriname und seinen Bewohnern sonderlich den Arawacken, Warauen und Karaiben, von den nützlichsten Gewächsen und Thieren des Landes, den Geschäften der dortigen Missionarien der Brüderunität und der Sprache der Arawacken. Nebst einer Charte und zwey Kupfern, Görlitz, 1807
  • ROTH, Walter E.: An Inquiry into the Animism and Folklore of the Guiana Indians. XXX Annual Report of the Bureau of American Ethnology, Washington, 1915
  • SCHOMBURGK, Richard: Reisen in Britisch-Guayana in den Jahren 1840-1844 Band 1+2, Leipzig,1847
  • SNEEBELING, Johannis: Een manuscript uit de 18e eeuw, bearbeitet von Peter KLOOS. Stichting Surinaams Museum Medelingen nr. 10, 1972?
  • STADEN, Hans: Wahrhaftige Historia und Beschreibung einer Landschaft der wilden, nackten, grimmigen Menschenfresser, in der Neuen Welt Amerika gelegen 1557, Kassel, 1978
  • THEVET, Andre: Les singularites de la France antarctique. Paris 1878
  • ZERRIES, Otto 1938/40: Eine seltene südamerikanische Rassel im Besitz des städtischen Völkermuseums zu Frankfurt a. M. In: Paideuma Mitteilungen zur Kulturkunde; I 1938/40,S.279-283
  • ZERRIES, Otto: Kürbisrassel und Kopfgeister in Südamerika. In Paideuma Mitteilungen zur Kulturkunde; Bd.V Juni 1953,Heft 6
  • Herman Daniël Benjamins en Joh. F. Snelleman (red.), Encyclopaedie van Nederlandsch West-Indië. Martinus Nijhoff/E.J. Brill, Den Haag/Leiden 1914-1917
    http://www.dbnl.org/tekst/benj004ency01_01/index.htm

Rassel bei Warrau

"Mr Nowers, on visiting a Warau settlement, entered one of those huts, not being aware of the offence he was committing, and found it perfectly empty, with the exception of the gourd, or 'mataro', as it is called by that tribe. There was in the centre of the hut a small raised place about eighteen inches high, on which the fire had been made for burning tobacco. The sorcerer being asked to give up the gourd, peremptorily refused, saying that if he did so his 'two children would die the same night.'" BRETT,S.366f.

Siehe auch

Vielen Dank an Dr. Andreas Schlothauer.

Verpflichtende Zitierweise zum Artikel

Eine Rassel (maracá) der Tupinamba/Ostbrasilien oder der Arawak/Guayana; Dr. Andreas Schlothauer; 2010; https://www.about-africa.de/diverses-unsortiertes/544-rassel-der-tupinamba-ostbrasilien-oder-arawak-guayana

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