Indigene Völker des Reservates Rio Branco
In der so genannten Terra Indígena in West-Brasilien, Guaporé-Gebiet, leben etwa 650 Angehörige der Tuparí, Aruá, Makurap, Jabuti, Sakirabiat, Arikapú, Canoé und Kampé.
Auf dieser Landkarte sind auch die Reiserouten von Emil Snethlage und Franz Caspar eingezeichnet.
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Sammlungen in den Museen Basel und Berlin
Sammlungen aus dem Guapore-Gebiet sind in Museen sehr selten vorhanden und bisher nur in den Museen Basel, Berlin, Bremen, Göteborg, Hamburg und Wien nachgewiesen. Ein Einzelstück befindet sich im Völkerkundemuseun St. Gallen (dort als Ost-Peru inventarisiert).
Die wichtigsten und größten Sammlungen weltweit sind in den Museen Berlin und Basel:
Berlin
Amniapä-Mampiapä, Arikapu, Arua-Makurap, Guaratägaja, Jabuti, More-Itoreauhip, Tupari, Wayoro von Sammler: Emil Heinrich Snethlage 1933-35.
Basel
Tupari, und vermutlich einige Objekte der Aruá-Makurap Sammler: Franz Caspar 1955
Wien
Canoé, Huanyam, More, Pacaas-Novas, Salamai: Etta Becker-Donner 1954 + 1956
Leiden + Nijmegen
Die Linguistin Helene Brijnen der Universität Leiden arbeitet seit 2005 an bisher nicht publizierten Dokumenten des Ethnologen Franz Caspar. Dessen Tagebücher sind auf dieser Internet-Seite veröffentlicht:
hum.leiden.edu/lucl/research/natterer-caspar.jsp
Snethlage
Gemessen an Stückzahl und Qualität sind die Sammlungen Snethlages in Berlin gleichwertig mit den bekannteren Sammlungen Karl von den Steinen, Paul Ehrenreich, Theodor Koch-Grünberg und Wilhelm Kissenberth, jedoch - zu Unrecht -unbekannter. Dies liegt sicher auch daran, dass Snethlage bereits 1939 verstorben ist und die Sammlungen nicht mehr bearbeiten konnte. Zum andern war die Zeit ab 1933 für Ethnologische Forschung nicht gerade günstig.
Hier ein Link einer Reportage über Emilie und Emil Snethlage von Gleice Mere:
topicos.net/fileadmin/pdf/2008/4/Mere-Snethlage.pdf
Caspar
Etwa 20 Jahre später - im Jahr 1955 - lebte der Wissenschaftler Franz Caspar für etwa sechs Monate bei den Tupari und veröffentlichte seine Ergebnisse u.a. in einer Monografie.
Becker-Donner
In den Jahren 1954 und 1956 reiste die Österreichische Wissenschaftlerin Etta Becker-Donner im Guaporé-Gebiet und legte u.a. eine Sammlung der Canoé an, die sich heute in Wien befindet. Ihre Forschungsnotizen sind bisher unveröffentlicht.
WANN + WO?
Vom 31. Mai bis 20. Juni 2009.
WER ?
Eine Gruppe von 6 Indigenen
- 1 Vertreter der Aruá.
- 1 Vetreter der Canoé.
- 1 Vertreter der Jabutí.
- 2 Vetreter der Tuparí.
- 2 Vetreter der Makurap.
Weiterhin
- 1 Wissenschaftlerin / Dolmetscherin.
- 1 FUNAI-Mitarbeiter der Brasilianischen Indianerbehörde.
- Die Söhne der Wissenschaftler Dr. Franz Caspar und Dr. Heinrich Snethlage.
- Die Schweizer Dokumentarfilmerin Anna-Lydia Florin.
WAS + WARUM ?
Aus wissenschaftlichen Gründen vor Jahrzehnten gesammelt, sind die Fotos, Ton-Aufnahmen und Gegenstände materieller Kultur für diese Menschen Zeugnisse der eigenen Vergangenheit.
Erfahrungen aus Projekten vor allem mit den Indigenen Nordamerikas und der Arktis zeigen, dass die Arbeit mit den Museumssammlungen Anker kultureller Rückbesinnung und Stärkung des kollektiven Selbstbewusstseins sein können.
Andererseits kann das heute noch vorhandene Wissen der Indigenen sehr wesentlich die Dokumentation der in Europa aufbewahrten Sammlungen ergänzen.
Diese Zusammenarbeit, ausgehend von der materiellen Kultur, ist vielleicht der wichtigste zukünftige Sinn der völkerkundlichen Museen.
Siehe auch: federschmuck.about-amazonas.de/tagung/leiden/