An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Bundesrepublik Deutschland seit 1996 etwa 20 Millionen € investiert hat, um gemeinsam mit

  • dem brasilianischen Justizministerium,
  • der brasilianische Indianerbehörde Fundação Nacional do Índio (FUNAI),
  • indianischen Gemeinden und Organisationen,
  • Nichtregierungsorganisationen,

die Demarkierung von 198 Gebieten Indigener Gemeinschaften des Amazonas zu realisieren.

Die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) schreibt hierzu:

"Die brasilianische Verfassung erkennt das Recht der Indianer auf die ausschließliche Nutzung ihres Landes seit 1988 offiziell an. Die Ausweisung eines Indianergebietes vollzieht sich dabei in mehreren Schritten: zunächst die Identifizierung, dann die kartographische Festlegung der Grenzen (Delimitierung), die Vermessung der Grenzen vor Ort (Demarkierung), die Anerkennung durch den Präsidenten (Ratifizierung) und schließlich die endgültige Registrierung in den Katastern. Zu Beginn der Vorhabens (1994/5) waren nur 50% der damals 556 bekannten Indianergebiete rechtlich anerkannt. Die Durchführung der Anerkennung liegt in den Händen der Indianerbehörde FUNAI (Fundação Nacional do Indio), die dem Justizministerium untergeordnet ist.

Viele der traditionellen Lebensräume oder Rückzugsgebiete, soweit sie vor Eingriffen von außen verschont geblieben sind, zeigen auf signifikante Weise eine intakte Waldvegetation, die durch die Lebensweise und Umgangsweise der Gruppen mit ihren natürlichen Ressourcen bewahrt wird. Das Wissen der Indianer ist daher als Quelle für nachhaltige Methoden der Nutzung der tropischen Wälder unverzichtbar und spielt auch in internationalen Vereinbarungen (Agenda 21, Konvention zur biologischen Vielfalt, CBD, von 1993) eine tragende Rolle. Es ist aber noch weitgehend offen, welche zusätzlichen Rechte die Indianer zum Schutz ihres traditionellen Wissens und intellektuellen Eigentumsrechte benötigen.

Projektziel
Das Projekt soll die Lebensräume der Indianer im brasilianischen Amazonasgebiet sichern und zur Erhaltung ihrer natürlichen Ressourcen und der kulturellen Identität beitragen. Gemeinsam mit der FUNAI sollen hierfür unter Beteiligung der betroffenen Indianer und nichtstaatlicher Organisationen die rechtliche Abgrenzung der Indianergebiete sowie Maßnahmen zu Überwachung der Einhaltung der Grenzen durchgeführt und der langfristige Schutz der natürlichen Ressourcen gewährleistet werden."

Ergänzende Links

Vielen Dank an Dr. Andreas Schlothauer.

Verpflichtende Zitierweise zum Artikel

Demarkierung von indianischen Gebieten - Projektbeschreibung; Dr. Andreas Schlothauer; 2010; https://www.about-africa.de/guapore-projekt-2009/guapore-vorgeschichten/561-demarkierung-indianischer-gebiete-demarcacao-terras-indigenas

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