Audiomitschnitt des Vortrags

Am Seitenende finden Sie eine weitere Audiodatei, in der Bernhard Gardi und Eberhard Fischer auf die Archivierungssystematik/Nomenklatur von Hans Himmelheber und weitere interessante Details zur "Privatsammlung Hans Himmelheber" eingehen.

 

Die Datenbank des Museums der Kulturen Basel zeigt für Hans Himmelheber exakt 1000 Inventarnummern an. Davon stammen

  • 10 aus Ozeanien,
  • 400 aus Alaska und
  • 590 aus Afrika.

Von den 590 Nummern aus Afrika wiederum wurden 340 vor dem Zweiten Weltkrieg gesammelt.

[Die meisten der folgenden Identifikations-Nummern der Datenbank haben immer vorangestellt eine römische Drei = III. Diese römische Drei, wie in Berlin, bedeutet "Afrika".]

Im folgenden konzentriere ich mich auf die Aktivitäten des jungen Hans Himmelheber, auf seine Sammlungen aus den 1930er-Jahren. Es ist dies eine anekdotenreiche Geschichte, die mit Dutzenden von Briefen im Archiv des Museum der Kulturen Basel dokumentiert ist. Ich zitiere bewusst Anekdoten aus diesen Unterlagen, um aufzuzeigen, wie ‚damals' gedacht, vorgegangen, argumentiert, gesammelt etc. wurde.

Über dieselbe Zeitspanne gibt Eberhard Fischer im Katalog des Museums Rietberg von 1997 ("Die Kultur der Baule", ISBN 3-907070-71-2) einen exzellenten Abriss, ohne aber entsprechende Sammlungsstücke zeigen zu können.

Die Objekte, Stücke, Werke, Sachen ... Masken, Körbe, Schmuckstücke, Silexabschläge, Knochen ... Stoffe, Skulpturen, Töpfe, Hämmer und Äxte aus den Sammlungen Hans Himmelheber gehören zum besten der Afrika-Sammlung des Museums der Kulturen Basel. Praktisch in allen Fällen handelt es sich um gebrauchte Gegenstände, mit Patina und mit Herkunftsangaben.

Die Daten zu Hans Himmelheber's Reise- und Sammlungsaktivitäten sehen wie folgt aus:

  • 1933 ist er in der Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste) für ca. 2 Monate (Abfahrt Hamburg 21.1.33).
  • 1934/1935 ist er ein zweites Mal in der Côte d'Ivoire für ca. 6 Monate (Oktober 1934 - Mai 1935). Im Februar 1934 wird seine Dissertation über die Kunst der Baule ("Negerkünstler" - Reise von 1933) in Tübingen angenommen und Ende des Jahres gedruckt. Als Druckjahr steht 1935.
  • 1936/1937 ist er in Alaska und überwintert in einer Inuit-Gemeinschaft.
  • 1937-1939: Kamerun, Gabun, Französich Kongo, Belgisch Kongo
  • September bis Ende November 1937. Kameruner Grasland. Zu Pferd unterwegs.
  • Dezember 1937 bis April 1938: Gabun. Per Boot unterwegs.
  • 16. April 1938 bis Juli 1938: Kongo Brazzaville (Französich Kongo).
  • Juli 1938 bis Juli 1939: Kongo Kinshasa (Belgisch Kongo). Per Ford unterwegs.

Die ersten Spuren von Hans Himmelheber im Archiv des Museum der Kulturen Basel gehen auf 1930 zurück. Er schreibt aus Paris und bietet mehrere Kunstwerke aus Afrika zum Kauf an, so eine Kuyu-Skulptur (III 7080) (wie wir heute wissen 1908 vom französischen Capitaine Périquet aus Kongo Brazzaville nach Europa gebracht) oder die sehr schöne Wächterfigur aus dem Grasland Kameruns (III 7085). Basel kauft sieben Objekte, einschließlich der beiden erwähnten Stücke.

Kuyu-Skulptur, Kongo Brazzaville, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 7080, von Hans Himmelheber 1930 ("aus Paris"), (gesammelt 1908, Capitaine Périquet)
Bild "Kuyu-Skulptur, Kongo Brazzaville, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 7080, von Hans Himmelheber 1930 ("aus Paris"), (gesammelt 1908, Capitaine Périquet)"
Größer? Auf Bild klicken!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

Wächterfigur, Grasland Kamerun, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 7085, von Hans Himmelheber 1930 ("aus Paris")
Bild "Wächterfigur, Grasland Kamerun, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 7085, von Hans Himmelheber 1930 ("aus Paris")"
Größer? Auf Bild klicken!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

Frauenfigur auf Hocker, Senufo, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 7082, von Hans Himmelheber, Smlg. 1930 (Erwerb in Paris)
Bild "Frauenfigur auf Hocker, Senufo, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 7082, von Hans Himmelheber, Smlg. 1930 (Erwerb in Paris)"
Größer? Auf Bild klicken!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

Hans Himmelheber ist 22-jährig. Der im Museum waltende Direktor, Fritz Sarasin (1859-1942), ist 71, sein Vertreter Jean Roux, an den sich Hans Himmelheber vorerst wendet, 54. Leopold Rütimeyer (1856-1932), der für Afrika zuständige Lungenarzt, ist 75-jährig und bereits schwer krank. Später wird Hans Himmelheber vor allem mit Eugen Paravicini (1889-1945), dem ersten besoldeten Konservator des Basler Museums, korrespondieren. Paravicini war erst auf Java und forschte dann auf den Salomonen. Er ist privat an Süßwassermolusken interessiert – aber auch an afrikanischer Kunst.

1930 scheint Hans Himmelheber oft in Paris zu sein. Finanziert er sein Studium mit Kunsthandel? Noch war er nie in Afrika. In Paris erwirbt er Stücke bzw. erhält sie u.a. von Le Véel in Kommission (Laut Briefkopf « E. Le Véel, 24, Rue Lafayette und 19, Quai Malaquais: Tableaux, Dessins et Estampes des Artistes Moderne, Estampes Japonaises anciennes, Objets d'Art d'Orient. »).

1930 also kauft Basel von Hans Himmelheber sieben Objekte für insgesamt 400.- Reichsmark oder 2400.- Schweizer Franken. Für die Wächterfigur aus dem Grasland verlangt er 250.- Reichsmark, damals ca. 1500.- Schweizer Franken, ein hoher Preis. Er bedauert, keine Ermäßigung anbieten zu können. "Ich weiß wohl, dass die Händler die Preise vielfach vorher hinauf setzen und sich dann im Bedarfsfall herunterhandeln lassen; ich selbst mache diese Unsitte aber nicht mit. Ich hoffe, damit auf die Dauer Ihre Sympathie zu erwerben ..." (Brief vom 24.6.1930).

Trotzdem muss er eine Reduktion vornehmen, was er einigermaßen bitter kommentiert: ".... es ist ja ohnehin sehr schwer, sich einzuführen u. durchzuhalten, wenn man als junger Mann gegen eine Reihe versierter Konkurrenzen steht." (Brief vom 21.11.1930).

Die lebhafte Korrespondenz von damals zeigt die Professionalität von Hans Himmelheber Seine Briefe wirken nicht wie diejenigen eines Studenten. Er ist ganz Händler, der versucht, für beide Seiten das beste aus einer Situation zu machen. Die Briefe zeigen aber auch, dass Hans Himmelheber in Basel eingeführt ist und Vertrauen genießt. Und dieser Punkt sollte für die Zukunft eine große Rolle spielen.

1932 vermittelt er den Baslern sechs Balante-Objekte, mit Angabe des Herkunftsdorfes. "In Anbetracht der jüngsten Ereignisse" bittet er, einen ausstehenden Betrag nicht in Deutschen Reichsmark sondern als Wertbrief in Schweizer Franken zu bezahlen. Denn: "Man hat wirklich Grund, Schlimmes zu befürchten." (Brief vom 7.6.1932)

Im selben Jahr auch bereitet er seine erste Reise in die Côte d'Ivoire vor. Und er braucht Geld. Und er weiß sich zu helfen – er hat ein Konzept.

In einem längeren Schreiben vom 27.12.1932 macht er folgenden Vorschlag: "Ich möchte Ihnen folgendes zur Erwägung geben: An meiner Reise beteiligen sich verschiedene Museen und Universitätsinstitute durch Zuschüsse, z.B. das Museum in Frankfurt und Leo Frobenius [Die ursprüngliche Verlinkung auf "Frobenius", http://www.bautz.de/bbkl/f/frobenius_l.shtml, ist nicht mehr kostenfrei verfügbar, 07/2011] etc. Für diese Zuschüsse habe ich nach meiner Rückkehr Ware an die betreffenden Institute abzuliefern. Nun wird es so kommen, dass ich diesen die besten Sachen heraussuche, denn ich muss ihnen natürlich vor anderen meine Sammlungen anbieten. Darin liegt aber eine gewisse Ungerechtigkeit gegen Sie, denn das Basler Museum ist mein bester Museumskunde."

Und nun schlägt Hans Himmelheber den Baslern eine Art von Termingeschäft vor, auf der Basis 1:3. Man staunt. Hatte er Berater? War sein Angebot damals Usus? War er ein abgebrühter und auf sein Glück vertrauender Spekulant? [Anmerkung des Webmasters: Während der Tagung erfuhren wir, dass H.Himmelheber eine kaufmännische Ausbildung genossen hatte.] Es wäre interessant Näheres zu wissen, wie Leo Frobenius jeweils vorgegangen war. "Darum möchte ich einen Weg finden, der mir erlaubt, Sie auch unter die ‚Teilnehmer' zu zählen, so dass mir niemand einen Vorwurf machen kann, wenn ich Ihnen zuerst oder vielmehr zusammen mit den andern anbiete. Nun wollen Sie mir wahrscheinlich keinen direkten Zuschuss geben, weil sie ihn anderweitig auch haben versagen müssen. Es gibt aber noch einen anderen Weg, den ein anderes Museum, das in ähnlicher Lage war, auch eingeschlagen hat. Es ist der, dass ich Ihnen jetzt ein Angebot mache, woraus Sie kaufen. Ich schreibe Ihnen dann den dritten Teil des Ankaufsbetrages als Einschuss gut. Beispiel: Sie kaufen für 300 Mark, bezahlen diesen Betrag an mich. Nun schreibe ich Ihnen auf meinem Reisekonto 100 Mark als Einschuss gut; dafür bekommen sie nach meiner Rückkehr Ware. Wenn Sie nichts Gutes oder Preiswertes dabei finden, bekommen Sie den Betrag bis 15. Juli [1934] zurück." Es folgen weitere Erklärungen.

Jedenfalls besitzt Hans Himmelheber ein vollkommenes Konzept, und er lädt die Basler eindringlich auf, mitzumachen, so dass auch sie dann im ersten Rang auswählen können. Und schlitzohrig fährt er weiter: "Ich glaube, dass es gut wäre, wenn wir hierin irgendwie zu einer Lösung kämen, denn selbst wenn später einmal jemand von Ihnen an die Elfenbeinküste fahren würde, würde er nicht gerade die Gebiete bereisen, wo ich hinkomme. Und eine gute Sammlung aus der Gegend in einem schweizer oder deutschen Museum – eine Sammlung, die gut bezeichnet und wissenschaftlich bearbeitet ist – muss doch einmal gemacht werden, denn das gibt es überhaupt noch nicht." Der letzte Satz ist bedeutsam und für Afrika wohl zutreffend.

Die Basler, übrigens, waren dann mit 200 Mark dabei und erwarben so 12 Nummern der Baule-Atutu (III 8071-8082), u.a. auch ein Mäuseorakel mit einem zweiseitigen Text dazu. Von Basel kam dann allerdings niemand nach Frankfurt, um sich die ausgestellte Sammlung anzusehen. Hans Himmelheber brachte die Sachen nach Basel; ein Schreiben des Museums zwecks Zollbefreiung wurde beigebracht. Von den mitgebrachten "vergoldeten Sachen" kaufte Basel nichts, denn am Vortag war beschlossen worden, für 2000 Schweizer Franken eine Salomonen-Sammlung anzuschaffen... Man bedankt sich aber schriftlich für eine geschenkte Guro-Maske (III 8083) und fährt weiter: "Da Sie ja, wie Sie uns sagten, einen Liebhaber für Ihren gesamten Goldschatz haben, so kann Ihnen unsere Absage gleichgültig sein. Die Sachen gehen morgen an Sie zurück." (Fritz Sarasin, Brief vom 17.10.1933)

Fliegenwedel-Halter, Baule-Atutu, Elfenbeinküste, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 8076, von Hans Himmelheber 1933
Bild "Fliegenwedel-Halter, Baule-Atutu, Elfenbeinküste, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 8076, von Hans Himmelheber 1933"
Größer? Auf Bild klicken!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

Fliegenwedelgriff, Baule-Atutu, Elfenbeinküste, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 8078, von Hans Himmelheber 1933
Bild "Fliegenwedelgriff, Baule-Atutu, Elfenbeinküste, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 8078, von Hans Himmelheber 1933"
Größer? Auf Bild klicken!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

Mäuseorakel, Baule-Atutu, Elfenbeinküste, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 8079 a-c, von Hans Himmelheber 1933
Bild "Mäuseorakel, Baule-Atutu, Elfenbeinküste, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 8079 a-c, von Hans Himmelheber 1933"
Größer? Auf Bild klicken!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

Maske mit Hahnaufsatz, Guro, Elfenbeinküste, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 8083, zusätliche Schenkung von Hans Himmelheber 1933
Bild "Maske mit Hahnaufsatz, Guro, Elfenbeinküste, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 8083, zusätliche Schenkung von Hans Himmelheber 1933"
Größer? Auf Bild klicken!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

Im selben Jahr – 1933 – kommt in Basel auch die Sammlung Paul Wirz (einem habilitierten Basler Ethnologen) ins Haus, mit über 600 Nummern, davon viele aus der Côte d'Ivoire.

1934 plant Hans Himmelheber seine zweite Reise in die Côte d'Ivoire. Vorerst bittet er aber noch um einen Freundschaftsdienst: Dr. Rhotert, der Assistent von Leo Frobenius, frage an, ob von Basel aus 1000 Reichsmark in Pesetas nach Spanien überwiesen werden könnten, zu Lasten Hans Himmelheber, um dort Dr. Volkhard, der eine Expedition des Frobenius-Instituts leitet, auszuhelfen. "Die Reichsbank hat unerwartet wenig Devisen". Die Basler gehen auf den Handel ein – was wiederum zeigt, wie gut das Verhältnis zu Basel war.

Gleichzeitig bittet Hans Himmelheber um einen Vorschuss von 500 Mark für seine zweite Expedition zu den Baule, was vorerst zu Schwierigkeiten führt, denn Alfred Bühler (1900-1981), Konservator, später Direktor in Basel , gedenkt 1935 nach Timor auszureisen, was alle Geldmitteln binden wird. Paravicini gibt Hans Himmelheber privat 100 Mark mit. Hans Himmelheber kündigt an, er wolle ein Buch über die Baule-Kunst schreiben, und er hoffe, danach "für einige Zeit in den Gabon reisen zu können, um die Sammlungen für meine ‚Helfer' noch abwechslungsreicher zu machen, denn, wie Sie wissen, werden dort sehr schöne Sachen gemacht, die aber bis jetzt bei uns recht selten sind." (Brief vom 29.5.1934)

Von dieser zweiten Reise in die Côte d'Ivoire erhält Basel 145 Nummern (III 8759-8903). Wiederum gab es eine Ausstellung in Frankfurt, und wiederum kam niemand aus Basel. Hans Himmelheber stellte die Objekte selber zusammen. Sie sind alle dokumentiert mit kurzen Beschreibungen, Name des Herkunftsdorfes, ethnischer Zuordnung und mit Preisen. Später liefert er noch dazu gehörende Feldaufnahmen. Ausdrücklich hatten die Basler "Keine Kunst" sondern "reine Ethnographica" gewünscht. Kunst sei mit der Sammlung von Paul Wirz abgedeckt – wie auch mit den Stücken des Basler Missionars Geiger, die in diesen Jahren inventarisiert werden.

Salbentopf, Baule, Elfenbeinküste, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 8762, von Hans Himmelheber 1934/1935
Bild "Salbentopf, Baule, Elfenbeinküste, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 8762, von Hans Himmelheber 1934/1935"
Größer? Auf Bild klicken!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

Hammer zur Erzeugung von Goldfolie, Ort: Asakra, Baule Ngba, Elfenbeinküste, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 8855, von Hans Himmelheber 1935
Bild "Hammer zur Erzeugung von Goldfolie, Ort: Asakra, Baule Ngba, Elfenbeinküste, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 8855, von Hans Himmelheber 1935"
Größer? Auf Bild klicken!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

III8902-a-Vorderansicht
Bilderschau "Maske, Baule, Elfenbeinküste, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 8902, Schenkung von Hans Himmelheber 1934/1935, Rückseite: Zollbefreiungskleber der eidgenössischen Zollverwaltung Hauptbahnhof Basel"
3 Bilder - Zum Blättern auf Bilder klicken oder Pfeiltasten verwenden!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

III16826 Schlegel zu Gong, Kauf 1965, Ort-Asabonu, Baule Atutu
Bilderschau "Weitere Stücke der Nummernserie III 8759-8903, Baule, Elfenbeinküste, Museum der Kulturen Basel, von Hans Himmelheber 1935"
8 Bilder - Zum Blättern auf Bilder klicken oder Pfeiltasten verwenden!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

Rückseite Feldfoto, Firmenstempel
Foto: Lippmann
Beleg für die professionelle Vorgehensweise der Firmengründer Himmelheber und Lippmann. Rückseite eines Feldfotos mit Stempeln zur Wahrung des Urheberrechts, Elfenbeinküste, Baule-Expedition 1934/1935, Museum der Kulturen Basel

Himmelhebers Briefe aus der Elfenbeinküste bleiben eine Fundquelle interessantester Einzelheiten – z. Bsp.: "Meine Sammlung umfasst nach den ersten vier Wochen bereits 1000 Stück ..." (Brief vom 10.1.1935). Oder: "Ich bin recht froh, dass Sie von mir eine rein ethnographische und keine Kunstsammlung wollen. Denn die schönen alten Kunstgegenstände sind jetzt kaum mehr zu bekommen. Viele Beamte sammeln auch und lassen sich die Sachen von den Häuptlingen an die Regierungsorte zum Ankauf bringen." (Brief 17.2.35)

Im folgenden Jahr (1936), übrigens, kam Alfred Bühler aus Ostindonesien, Flores, Timor zurück, mit 55 Kisten Sammelgut – oder 3500 Nummern.

1936 ist Hans Himmelheber in den USA, hält Vorträge über afrikanische Kunst – und versucht anschließend, bei den Inuit das zu tun, was er mit großem Erfolg 1933 und 1934/1935 unternommen hatte, nämlich Kunst, Künstler und soziales Umfeld zu studieren sowie zu sammeln.

Es sollte anders kommen als erhofft, und der Zweite Weltkrieg machte dann alles noch viel komplizierter als alles schon war. Eine unendliche Geschichte begann: Die mit Basler Empfehlungsschreiben und mit Basler Geld zusammengestellte Sammlung gab nicht das her, was versprochen und was erwartet worden war – trotz eines vollständigen männlichen Eskimo-Skeletts, das Hans Himmelheber wohl auf Wunsch von Fritz Sarasin mitbringen musste. Nach seiner Überwinterung auf den Nunivak-Inseln schreibt er: "Ich habe nun zwar eine vollständige Monographie der Nunivaken und einen Band Märchen, aber leider nur eine ganz kärgliche Sammlung. Ich war finanziell nicht für diese Verlängerung meiner Reise vorbereitet und hatte deshalb nicht genügend Tausch-Artikel." Wohl hat er viele Werkzeuge ohne Metall, eine Maske (VII 707) oder eine mächtige Elfenbeinaxt, wie sie nur im Männerhaus zum Spalten von Holz für das Dampfbad verwendet wird, wie immer mit Angabe des Dorfes (VII 668). Doch er muss auch an das Museum in Genf und an Charles Ratton denken, die ihm ebenfalls Geld vorgeschossen hatten. Kurzum, seine Sammlung gilt in Basel als "mangelhaft".

Scheibenförmige Maske, Treibholz, Eskimos/Inuit, Alaska Nunivak-Inseln, Museum der Kulturen Basel, Nr. VII 707, von Hans Himmelheber 1936
Bild "Scheibenförmige Maske, Treibholz, Eskimos/Inuit, Alaska Nunivak-Inseln, Museum der Kulturen Basel, Nr. VII 707, von Hans Himmelheber 1936"
Größer? Auf Bild klicken!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

Elfenbeinaxt zum Spalten von Holz für das Dampfbad, Eskimos/Inuit, Alaska Nunivak-Inseln, Museum der Kulturen Basel, Nr. VII 668, von Hans Himmelheber 1936
Bild "Elfenbeinaxt zum Spalten von Holz für das Dampfbad, Eskimos/Inuit, Alaska Nunivak-Inseln, Museum der Kulturen Basel, Nr. VII 668, von Hans Himmelheber 1936"
Größer? Auf Bild klicken!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

VII687 Eskimo, Puppenkopf aus Holz, Sammlung 1936
Bilderschau "Weitere Stücke Eskimos/Inuit, Alaska Nunivak-Inseln, Museum der Kulturen Basel, von Hans Himmelheber 1936"
5 Bilder - Zum Blättern auf Bilder klicken oder Pfeiltasten verwenden!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

Die unendliche Geschichte bestand nun darin, dass Hans Himmelheber nur zehn Tage nach seiner Rückkehr aus Amerika im Sommer 1937 mit amerikanischem Geld nach Kamerun ausreiste ("Ich unternehme diese Reise, um durch die Sammlungen meine Verpflichtungen von der Alaskareise einzulösen." (Brief vom 20.7.1937)), selber keine Inventarliste der Eskimosammlung besaß (so dass Basel und Genf nicht ohne Hans Himmelheber teilen konnten) und dass später seine sämtlichen Feldforschungsnotizen und Unterlagen zerbombt wurden (1942), so dass die Eskimosammlung erst nach dem Krieg – 1948 – zwischen Basel und Genf definitiv aufgeteilt, abgerechnet und ad acta gelegt werden kann. Mindestens 35 Schreiben und Notizen drehen sich nur um diese Sammlung - um mit einem Empfehlungsschreiben für Hans und Ulrike Himmelheber, geborene Römer, hinsichtlich einer erneuten Ausreise in die Côte d'Ivoire – datiert 31.8.1948 - zu enden ... inklusive einem Vorschuss auf eine neue Sammlung.

Von Alaska nach Kamerun! Basel ist für Hans Himmelheber in diesen schwierigen Jahren vor und während des Krieges Museum, Zwischenlager und Bank zugleich. 350 US-Dollar, die er 1937 in cash schickt, bittet er, ihm später in französichen Francs nachzusenden. Paravicini macht's und teilt ihm mit: "Bitte vergessen Sie nicht, dass ich privat Land- und Süßwasserschnecken sammle."

Hans Himmelheber ist mittlerweile Spezialist in vielen Bereichen. Oft gibt er den Baslern einen Wink, wie vorzugehen sei. "Nebenbei, ich bin seit einiger Zeit zum Devisen-Ausländer erklärt, und bin somit ganz frei in der Verwendung von Devisenbeträgen, die mir im Ausland zufallen." (August 1937)

Das Vertrauensverhältnis zwischen Hans Himmelheber und den Baslern hält. Im September 1937 geht Hans Himmelheber in Victoria (Kamerun) an Land und verschiebt so seine Reise in den Kongo kurzerhand um mehrere Monate. "Ich bin nun sechs Wochen lang landauf und landab geritten und habe das Grasland abgegrast. Es hat sich gelohnt. Ich habe eine Sammlung von mehreren hundert Nummern." (Brief aus Bamenda, 29.10.1937) Und er fährt weiter: "Wie ich Ihnen versprochen hatte, sende ich Ihnen eine Anzahl von Stücken, um meine Schulden von der Alaska-Reise abzutragen. Ich schicke diesmal nur Schaustücke, 5 besonders schöne alte Masken, eine riesige Pfeife [III 1091], die eigene Pfeife des Königs der Babanki Tungo; die Darstellung einer Hinrichtung durch den Strang von einem Stützpfeiler [III 1082, in 2 Teilen] im Königshof der Babanki Tungo (zusammensetzen und so aufstellen, dass man den untersten Mann von hinten sieht). Es sind die schönsten Stücke aus meiner Sammlung. Den mit Perlen überzogenen Stuhl [III 1092 "wenn sich ein anderer Mann darauf setzt, wird er erhängt"] hat mir der Häuptling der Bali 'geschenkt', nachdem ich ihn eine Woche lang täglich besuchte, ihm jedesmal ein anderes Geschenk mitbrachte und seine Ratgeber bestochen hatte. Er ist noch der alte König aus der deutschen Zeit, und, wie er mir sagte, jetzt 200 Jahre alt."

Tabakpfeife des Königs der Babanki, Kamerun Tungo-Region, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 1091, von Hans Himmelheber 1937
Bild "Tabakpfeife des Königs der Babanki, Kamerun Tungo-Region, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 1091, von Hans Himmelheber 1937"
Größer? Auf Bild klicken!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

Darstellung einer Hinrichtung durch den Strang, von einem Stützpfeiler, Königshof der Babanki, Kamerun Tungo-Region, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 1082, von Hans Himmelheber 1937
Bild "Darstellung einer Hinrichtung durch den Strang, von einem Stützpfeiler, Königshof der Babanki, Kamerun Tungo-Region, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 1082, von Hans Himmelheber 1937"
Größer? Auf Bild klicken!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

Mit Perlen überzogener Stuhl, Leopardenhocker, Bali, Kamerun, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 1092, von Hans Himmelheber 1937
Bild "Mit Perlen überzogener Stuhl, Leopardenhocker, Bali, Kamerun, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 1092, von Hans Himmelheber 1937"
Größer? Auf Bild klicken!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

III1081 Maske mit Spinnenmotiv, Ort-Babanki Makob, Bamileke, Sammlung 1937
Bilderschau "Weitere Stücke der Kamerunexpedition, Museum der Kulturen Basel, von Hans Himmelheber 1937"
4 Bilder - Zum Blättern auf Bilder klicken oder Pfeiltasten verwenden!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

Das Absenden einer Kiste mit 15 Kunstwerken verbindet er mit der Bitte um weitere Kredite.

Aus Doula fragt er noch an, ob Basel an einem bemalten Rennkanu interessiert sein könnte. Im Prinzip ja, hieß es, es dürfe aber nicht mehr als 200.- Schweizer Franken kosten, und bitte mit Anker, und bitte entzwei sägen und die beiden Hälften ineinander stecken, um Transportkosten zu sparen...

Nun also ist Hans Himmelheber im Gabun. Er hat 1000.- Schweizer Franken erhalten. In einem eiligst hingeschriebenen Brief bedankt er sich und erzählt von seiner Reise. Es läuft nicht alles so, wie er sich das vorgestellt hatte: "Seit 7 Wochen reise ich hier mit 9 Trägern im Busch herum und habe noch kein einziges Kunstwerk gesehen. Die schönen Statuetten der Pahouin sind von Mission und Regierung weggenommen und die damit verbundenen Bräuche verboten worden." ( Brief 8.1.1938) Er will weiter ins Innere vordringen. Doch das Reisen ist schwierig: "Am Tag zuvor ertrank der Administrator mit 3 Eingeborenen (im Ogowe), als seine Piroge in einen Strudel kam." Und: "Die letzten drei Tage trafen wir überhaupt kein Dorf und mussten im Busch übernachten. Oft gibt es in den Dörfern nichts zu essen."

In Brazzaville (Französisch-Kongo) sitzt er fünf Wochen lang fest. Er wartet auf Post, auf Geld. Er hat Zeit und schreibt einen langen und inhaltsreichen Brief (22.5.1938): "Meine 5-monatige Reise im Gabun war nahezu erfolglos....Die Missionen sind dort bis in die entlegensten Winkel vorgedrungen. Die Patres haben mir selbst mit Stolz erzählt, wie sie die Fetische und Masken in Boote gepackt und in der Mitte des Ogowe versenkt haben, oder dass sie sie verbrannten oder vergruben." Aber: "Als ich zu den Mahongwe im äußersten Osten von Gabun kam, hatte ich gerade deshalb eine gute Ausbeute: Dort war der Pater erst 1935 angekommen, hatte in jedem Dorf ein großes Loch gegraben und die bekannten messingbeschlagenen Figuren dort hineinwerfen lassen. Ich hatte also nur das Loch zu finden, wozu ich mir einen schwarzen Katechisten anstellte, der den Pater damals begleitete, und dann gruben wir die Dinger wieder aus. Sie liegen noch in Lambarene, wohin ich sie von Lastoursville den Ogowe hinuntersandte." – "Dies war mein erster Fund, nachdem ich 2 Monate lang bei den Pahouin Hunderte von Dörfern durchwandert hatte ... Dann war ich bei den Bakota, auch umsonst ..."

Doch "südlich vom Ogowe [Ogooué] weiter nach Westen" wurde es "etwas besser. Die Eingeborenen dort ... lassen die Missionare nicht herein und haben noch ihre Masken. Ich sandte dort Boten nach allen Richtungen, um Sachen zu kaufen ... und so kam schließlich eine kleine Sammlung zusammen..." die er seinem New Yorker Geldgeber schickt.

Die Erlaubnis, in den Belgisch Kongo zu fahren, war nicht ganz einfach zu erhalten, denn man habe "mehrfach Deutsche wegen politischer Propaganda unter den Eingeborenen (im Busch) ... ausweisen müssen." Der französische Generalgouverneur - Monsieur Reste (1879 – 1976), derselbe Mann, der Hans Himmelheber in der Côte d'Ivoire half – setzte sich für ihn ein. Im übrigen bestehe ein "strenges Ausfuhrverbot" für "ethnographische Objekte, die heute nicht mehr gemacht" würden, wie ihm der belgische Generalgouverneur mitgeteilt habe. Doch er, Hans Himmelheber, glaube, dass dieses Gesetz "dehnbar" sei, denn Masken würden ja immer noch gemacht. Es wäre gut, wenn die Basler ihm ein Empfehlungsschreiben schickten und mit dem Museum in einen Literaturaustausch eintreten würden.

Irgendwie macht Hans Himmelheber alles richtig. In seinen Briefen beklagt er sich nie, auch scheint er nie krank zu sein. Er glaubt an das, was er tut; Zweifel scheint er nicht zu kennen. Er glaubt an die afrikanische Kunst, er sucht sie, findet sie in den Dörfern. Noch warten keine Antiquare vor den Hotels auf reisende Europäer.

Bald kehrt er von seiner ersten Tournée im Yaka-Gebiet zurück und schickt zehn Masken nach Basel (III 1334 – 1342). Die beigelegte Liste erwähnt die Dörfer der Masken und die Namen der Schnitzer – aber auch die Herkunftsdörfer der Schnitzer. Noch hat er Geld, musste aber einen Ford kaufen "weil die Flussschifffahrt dreimal so viel als das Autofahren kostet", und so bittet er um weitere Ressourcen. Er will in den Kassai aufbrechen.Ein "Amerikaner namens [Attilio] Gatti" sei übrigens angekommen um im Kassai zu sammeln, "wie er schlauerweise in der Zeitung angekündigt" hatte. (15.7.1938)

III1334 Yaka-Maske, Ort-Kingulu, Sammlung 1938-39
Bilderschau "Masken der Nummernserie III 1334–1342, Yaka, Suku, Belgisch Kongo, Museum der Kulturen Basel, von Hans Himmelheber 1938"
8 Bilder - Zum Blättern auf Bilder klicken oder Pfeiltasten verwenden!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

Doch noch ist er in Léopoldville, dem heutigen Kinshasa. "Am Montag sprach ich hier im Museum über die Eskimo. Ich hatte mich auf ein Publikum von drei alten Damen und einem Schullehrer gefasst gemacht, stattdessen kam der Generalgouverneur mit allen hohen Beamten und sogar der Bischoff mit einer schönen lila Schärpe und einem Brillantkreuz auf dem Bauch. - Ich habe also hier jetzt volle Protektion und kann ungestört weiter arbeiten." (28.7.1938)

Doch selbstverständlich braucht er neue Fonds ...

Im Dezember 1938 schickt er die sensationelle Suku-Maske (III 1358) nach Basel. Eigenartigerweise ordnet er sie den Yaka zu. In einem ausführlichen Schreiben erklärt er ihre Funktion: "Es ist der ‚kakungu', eine Maske, die nur zu magischen Zwecken, nicht zum Tanzen dient. Ihr Besitzer bewahrt sie in einem kleinen Häuschen auf. Zieht ein Tornado auf, so hält er die Maske vor sich und bedroht so das Unwetter, damit es abzieht. Der ‚kakungu' ist ferner ein gefürchteter Krankheitserreger ... Ein Kranker lässt sich vom ‚nganga ngongo', dem ‚Divinateur' sagen, w e r ihn krank gemacht habe. Der ‚nganga' nimmt ein Töpfchen, steckt die Faust hinein und fragt: ‚ist es der (verstorbene) Vater?' Wenn das Töpfchen an der Faust hält, so heisst das ‚ja'. Wenn nicht, so fragt er weiter: ‚Ist es der kakungu?' Wenn ja, begibt sich der Kranke zu dem Besitzer des ‚kakungu', und dieser sagt ihm, welche Opfer er der Maske bringen muss, um sie zu versöhnen. Er lässt dann den Kranken so lange mit der Maske in der kleinen Hütte wohnen, bis er geheilt ist. Das Stück stammt aus dem Dorf Tsambotseke nördlich von Panzi, etwa 5 Tagesreisen nördlich der Angolagrenze."

"Magische" Maske (‚kakungu'), Suku, Kongo, aus dem Dorf Tsambotseke nördlich von Panzi, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 1358, von Hans Himmelheber 1938
Bild ""Magische" Maske (‚kakungu'), Suku, Kongo, aus dem Dorf Tsambotseke nördlich von Panzi, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 1358, von Hans Himmelheber 1938"
Größer? Auf Bild klicken!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

Zu den Pende- und Biombo-Masken, überhaupt zu seiner Kassai-Sammlung aus dem Osten des Belgisch-Kongo, wird Hans Himmelheber erst 1948 kleine erklärende Texte liefern können – Texte, die er aus der Erinnerung heraus schreibt und die heute Teil der Baseler Sammlungsakten sind (III 9180, 9183, 9508, 9513).

Maske der Kassai-Sammlung, Osten des Belgisch-Kongo, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 9180, von Hans Himmelheber 1938
Bild "Maske der Kassai-Sammlung, Osten des Belgisch-Kongo, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 9180, von Hans Himmelheber 1938"
Größer? Auf Bild klicken!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

Maske der Kassai-Sammlung, Osten des Belgisch-Kongo, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 9183, von Hans Himmelheber 1938
Bild "Maske der Kassai-Sammlung, Osten des Belgisch-Kongo, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 9183, von Hans Himmelheber 1938"
Größer? Auf Bild klicken!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

Maske der Kassai-Sammlung, Osten des Belgisch-Kongo, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 9508, von Hans Himmelheber 1938
Bild "Maske der Kassai-Sammlung, Osten des Belgisch-Kongo, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 9508, von Hans Himmelheber 1938"
Größer? Auf Bild klicken!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

Bild68
Bilderschau "Pende-Maske mit hölzernem Bart und Basthaaren sowie zugehöriges Feldfoto 3109 (Stelzenläufer), West-Bapende, Belgisch-Kongo, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 9513, von Hans Himmelheber 1938"
2 Bilder - Zum Blättern auf Bilder klicken oder Pfeiltasten verwenden!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

III9184 Pende Maske, Sammlung 1939
Bilderschau "Weitere Masken der Kassai-Sammlung, Osten des Belgisch-Kongo, Museum der Kulturen Basel, von Hans Himmelheber 1938"
2 Bilder - Zum Blättern auf Bilder klicken oder Pfeiltasten verwenden!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

Ein letztes Schreiben verfasst Hans Himmelheber auf seiner Rückreise nach Deutschland auf dem Schiff ‚Togo' (26.7.1939). Er schreibt von seinen vier Sammlungen, die demnächst ankommen sollten: "Bena Biombo und Bena Lulua; Bakuba; Bapende; Stämme um Kabinda." Paravicini gegenüber entschuldigt er sich, keine Muscheln mitzubringen. Er habe schon einen "Packen Muscheln" im Gepäck gehabt, diesen aber weggeworfen, da die ethnographische Sammlung zu umfangreich geworden sei.

Anfang Oktober 1939 muss Hans Himmelheber einrücken. Ein Freund erkundigt sich in seinem Namen nach dem Verbleib der vier Kisten.

Der Krieg hat alle eingeholt. Von Basel aus wird im April 1940 mit dem Britischen Generalkonsulat sowie mit der Handelsabteilung des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements, Zentralstelle für die Überwachung der Ein- und Ausfuhr, Kontakt aufgenommen um die vier Kisten – 336 kg – die in Genua festgehalten werden, zu erhalten. In der "rubrizierten Angelegenheit" muss ein Gesuch an das Ministry of Economic Warfare in Landon gerichtet werden, mit Originalfakturen, Nachweisen des Ursprungslandes usw. usf., allesamt in französischer und englischer, vom britischen Konsulat beglaubigten Übersetzungen ...

1942 meldet sich Hans Himmelheber: "Zweieinhalb Jahre lang war ich Soldat... Und möchte Sie bitten, mir zu schreiben, ob meine letzte Sendung aus dem belgischen Kongo Sie erreicht hat." (31.1.1942)

Ja, sie hatte es, irgendwie – insgesamt 100 Nummern, im "Gesamtpreis" von "frs. 850.- ... was durchaus angemessen ist" (Direktor Prof. Felix Speiser, Akte zum Einlauf III 565/1948).

III4651 Kuba, Holzschachtel in Form eines Hauses, Sammlung 1939
Bilderschau "Weitere Stücke der Sammlung Belgisch-Kongo, Kuba, Pende, Biombo, Tschokwe, Songye, Museum der Kulturen Basel, von Hans Himmelheber 1938"
9 Bilder - Zum Blättern auf Bilder klicken oder Pfeiltasten verwenden!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

Maske kalengula, "2-teilig, sehr fragil", Songye, Untergruppe Bekalebue, "2008 erstmals fotografiert, noch nie ausgestellt", Museum der Kulturen Basel, Nr. III 9507, gesammelt von Hans Himmelheber 1938
Bild "Maske kalengula, "2-teilig, sehr fragil", Songye, Untergruppe Bekalebue, "2008 erstmals fotografiert, noch nie ausgestellt", Museum der Kulturen Basel, Nr. III 9507, gesammelt von Hans Himmelheber 1938"
Größer? Auf Bild klicken!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

Figürchen, Songye, Eingang in den 1990ern durch Witwe eines Sammlers (auf Flohmarkt Basel erworben), am Po ein Himmelheber-Aufkleber, Belgisch-Kongo, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 26581, gesammelt von Hans Himmelheber 1938
Bild "Figürchen, Songye, Eingang in den 1990ern durch Witwe eines Sammlers (auf Flohmarkt Basel erworben), am Po ein Himmelheber-Aufkleber, Belgisch-Kongo, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 26581, gesammelt von Hans Himmelheber 1938"
Größer? Auf Bild klicken!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

Feldfoto III3106
Bilderschau "Feldfoto III 3106, Songje, Untergruppe Bekalebue, Belgisch Kongo, sehr große Statue wird über verlassene Dorfstraße getragen, laut Feldfoto: "vrgl. dazu Sammlungsobjekt III 9510", Museum der Kulturen Basel, gesammelt von Hans Himmelheber 1938"
2 Bilder - Zum Blättern auf Bilder klicken oder Pfeiltasten verwenden!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

III9514-a-Vorderansicht
Bilderschau "2-köpfige Statue, Songye, Untergruppe Bekalebue, Janus, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 9514, gesammelt von Hans Himmelheber 1938"
2 Bilder - Zum Blättern auf Bilder klicken oder Pfeiltasten verwenden!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

III6806 Songye, Untergruppe Bekalebue, Kleines Figürchen, Janus, Sammlung 1938
Bilderschau "Weitere Figürchen der Songje und Bena-Lulua, Museum der Kulturen Basel, gesammelt von Hans Himmelheber 1938"
5 Bilder - Zum Blättern auf Bilder klicken oder Pfeiltasten verwenden!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

Epilog

Paravicini starb 1945. Er war also nicht mehr dabei, als Hans Himmelheber 1948 in Basel die Sammlung aufarbeitete. Als die Witwe Paravicini 1951 starb, kamen drei Figuren als Legat ans Museum (III 11439 – 11441). Das kleine Baule-Mäsklein wurde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von Hans Himmelheber gesammelt, die anderen beiden Kunstwerke höchstwahrscheinlich.

III11441-a-Vorderansicht
Bilderschau "Maske, Baule, Nr. III 11441, Eingang 1951 aus Sammlung Paravicini, rückseitig Aufkleber der Zollverwaltung sowie frühe Himmelhebernummerierung 1716, die Zuordnung 1933/34 erlaubt (Elfenbeinküste, Paravicini hatte 100 Franken mitgegeben)"
4 Bilder - Zum Blättern auf Bilder klicken oder Pfeiltasten verwenden!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

Figur, Baule, Elfenbeinküste, Nr. III 11440, Eingang 1951 aus Sammlung Paravicini, vermutlich(!) auch von Himmelheber 1933/34 gesammelt, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 11440
Bild "Figur, Baule, Elfenbeinküste, Nr. III 11440, Eingang 1951 aus Sammlung Paravicini, vermutlich(!) auch von Himmelheber 1933/34 gesammelt, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 11440"
Größer? Auf Bild klicken!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

Figur, Fang, Kamerun, Eingang 1951 aus Sammlung Paravicini, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 11439, vermutlich(!) von Himmelheber gesammelt
Bild "Figur, Fang, Kamerun, Eingang 1951 aus Sammlung Paravicini, Museum der Kulturen Basel, Nr. III 11439, vermutlich(!) von Himmelheber gesammelt"
Größer? Auf Bild klicken!
Bildquelle: Museum der Kulturen Basel

Anhang-Und noch ein paar...

III16848 Maske der Guro, Elfenbeinküste. Zum Dje-Tanz gehörend. Sammlung 1965
Bilderschau "Serie Guro-Masken, die kürzlich in Graz ausgestellt waren, zum Dje-Tanz gehörend, Westafrika, Elfenbeinküste, von Hans Himmelheber gesammelt 1965, alle aus dem selben Dorf"
9 Bilder - Zum Blättern auf Bilder klicken oder Pfeiltasten verwenden!

Anhang (anfänglich schlechtere Qualität)

Links

Bilder, die während des Vortrags gemacht wurden

Bilder gucken

Fotogalerien bei about africa

III14818 Maske, Dan, Elfenbeinküste. Sammlung 1956
III14818 Maske, Dan, Elfenbeinküste, Sammlung 1956

Vortrag MU-2008FT-17 bei Frühjahrstagung 2008 der Vereinigung der Freunde Afrikanischer Kultur in München (Staatliches Museum für Völkerkunde), 30. Mai bis 1. Juni 2008 - Ulrike und Hans Himmelheber - Leben und Schaffen

Vielen Dank an Dr. Eberhard Fischer und Dr. Bernhard Gardi.

Verpflichtende Zitierweise zum Artikel

Himmelhebers Sammlungen im Museum der Kulturen Basel; Dr. Eberhard Fischer, Dr. Bernhard Gardi; 2008; https://www.about-africa.de/hans-ulrike-himmelheber/98-himmelhebers-sammlung-museum-kulturen-basel

Nutzungsrechte / Urheberrechte

Beachten Sie die Rechte des / der Urheber! Wenn Sie Artikel übernehmen wollen, fragen Sie nach! About Africa leitet Ihre Anfrage dann gerne an die/den Urheber weiter.

Bei korrekter Zitierweise ist die Übernahme von kleineren TEXT-Ausschnitten ohne Rückfrage erlaubt.

Bilder und andere multimediale Inhalte bedürfen immer der Freigabe durch den/die Urheber.

Disclaimer

Viele Autoren, viele Meinungen! about-africa.de ist nicht verantwortlich für Richtigkeit der angezeigten Inhalte. Wir entfernen natürlich Falsches oder kommentieren im Text, wenn etwas zu hinterfragen ist, jedoch nur soweit wir es beurteilen können oder uns widersprüchliche Ansichten bekannt sind. Wir sind keine Fachleute und sind nicht in der Lage, Fachwissen im Detail auf Richtigkeit zu prüfen. Wir sind jederzeit bereit, Gegenreden zu veröffentlichen.

Autoren, Macher, Organisatoren, Unterstützer
Dr. Eberhard Fischer

... Kunstethnologe, von 1972 bis 1998 Direktor des Museum Rietberg Zürich mit vielen Ausstellungen zur afrikanischen Kunst, seit dann vor allem über indische Miniatur- und Wand-Malerei des 18.Jahrhunderts arbeitend.

  • Schwerpunkte: westafrikanische und indische Kunst
  • erste Feldforschung bei den Dan mit Hans Himmelheber 1960, allein in Liberia 1963, dann wieder mit Eltern, Bruder Martin und Frau Barbara 1974/75 in Liberia und der Elfenbeinküste
  • sonst Feldforschung bei den Guro, mit Lorenz Homberger 1985
  • zwischen 1965 und 1971 annähernd vier Jahre in Indien, Textiltechniken, Volks- und Stammeskunst dokumentierend

Eberhard Fischer ist der älteste Sohn von Ulrike und Hans Himmelheber.

Dr. Bernhard Gardi
Konservator (Leitung) wissenschaftliche Abteilung Afrika, Museum der Kulturen Basel