Foto: F.Krönke während seines Referats vor der Vereinigung der Freunde Afrikanischer Kultur in Zürich 2009Dr. Frank Krönke. Vortrag zur Frühjahrstagung der VdFAK e.V. im Rietberg Museum Zürich am 31.5.2009

Audio-Mitschnitt des Vortrags

Charts zum Vortrag (Netzversion Juni 2009, abweichende Bilderzahl)

Folie 1

Bild (Portrait Fulbe-Nomade) zu Folie 1 mit Vortragstitel



Die
Fulbe-Nomaden
des Tschad



Ein Vortrag von
Dr. Frank Krönke,
München

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Was sind Nomaden und wo leben sie ?

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Begriffs-Definition des Pastoralnomadismus: 1) nomadisch: mobile Lebensweise. 2) pastoral, Pastoralisten: Weidetierhaltung betreibend

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Panorama des trockenen Sahel mit Nomaden-Lager und imposantem, wolkigem, stahlblauem Himmel

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Zwei iglo-förmige Behausungen auf Stelzen auf trockenem Boden in der Nähe von Bäumen, die nur wenig Schatten werfen

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Der Sahel

  • Das Wort „Sahel“ stammt aus dem Arabischen und bedeutet Ufer oder Küste, was sich auf seine Lage am südlichen Rand der Sahara bezieht
  • Sie bildet einen etwa 5000 km langen und 250-300 km breiten Savannengürtel
  • Dieses Gebiet ist vergleichsweise einheitlich in seinem Erscheinungsbild und zeichnet sich durch geringe und z. T. stark schwankende jährliche Niederschläge zwischen 100 und 500 mm aus, die sich über 2-5 Monate im Jahr (ca. Juni - Oktober) verteilen

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Die Fulbe

  • die Fulbe sind über etwa 20 afrikanische Staaten verbreitet: vom Senegal bis nach Äthiopien, von Mauretanien bis in die Zentralafrikanische Republik
  • sie ist die größte nomadische Bevölkerungsgruppe sowohl Afrikas als auch weltweit
  • die Gesamtzahl der Fulbe wird auf etwa 24 Millionen (1/3 Nomaden; 2/3 Ackerbauern)
  • ihre Hauptverbreitung haben sie in Senegal, Mali, Guinea, Burkina Faso und Nigeria

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Brustbild eines Fulbe im Profil mit um Kopf und Kinn gewickeltem weißen Tuch, so dass nur Augen, Nase, Mund der Sonne ausgesetzt sind

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Brustbild einer älteren Fulbe-Frau mit variiert gemustertem, buntem Kopftuch (grün, gelb, rot, schwarz, weiß)

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Drei junge Fulbe-Frauen, -Mädchen, traditionell gekleidet. Rote, bestickte Kopftücher, dunkelbraune Körperbekleidung

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Pastoralnomadische Ethnien im Tschad. Gesamtpopulation: 8 Mio. Pastoralnomaden: 6,1%. Nomadische Ethnien: Araber 55% (193T). FulBe 19% (67T). Goran 15% (52T). Ouaddai 4% (12T)

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Lebens- und Wirtschaftsweise der Fulbe-Nomaden

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Fulbe-Frauen bei der Hausarbeit lächeln in die Kamera

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Drei Fulbe-Kinder beim Sammeln von Rinderdung

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Ranke Rinder mit mächtigen Hörnern im staubigen Sahel

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  • Nomaden leben meist in Regionen, in denen ein dauerhafter landwirtschaftlicher Anbau aufgrund zu hoher Temperaturen oder zu großer Trockenheit nicht möglich ist
  • Sie nutzen diejenigen Flächen, auf denen für wenige Wochen oder Monate im Jahr Graslandschaften entstehen.
  • Diese Nahrungsressourcen können allerdings nicht direkt von den Menschen genutzt werden, wohl aber von ihren Weidetieren, die die Menschen als Instrumente der Ressourcenumwandlung verwenden

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Wie ist ein Nomadenlager organisiert ?

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  • Oft sind die Haushaltsvorstände eines Lagers mit einander verwandt, z. B. Brüder, Cousins oder ein Vater mit seinen erwachsenen Söhnen
  • Ein Lager hat einen informellen Vertreter, der die Interessen dieser Gemeinschaft nach außen vertritt oder intern bei schwierigen Problemstellungen einen Konsens findet. Doch sind diese Vorschläge nicht verbindlich und jeder Haushalt kann für sich allein beschließen, ob er eine solche Entscheidung annimmt oder nicht
  • Eine Siedlungsgruppe besteht häufig aus 10-30 Haushalten bzw. 60-180 Personen [6 Pers. / HH]

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Schematisierte Darstellung: Soziopolitische Organisation der Fulbenomaden. Von unten: Haushalte, Lineagen, Lager, Klane, alle Fulbe

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Räumlicher Aufbau einer Siedlungsgemeinschaft. Je mehrere Haushalte bilden mehrere Lager möglichst nahe an einem Brunnen. Alle gemeinsam nutzen ein Weidegebiet.

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Wohnbereich eines Haushaltes. Auf Ausrichtung in Himmelsrichtungen wird geachtet. Pferdegehege. Rinderherde inklusive Feuerstelle. Hütte mit Bett und Ablage. Daneben Haushaltsbereich mit Feuerstelle.

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Blick in das Innere einer typischen Fulbe-Hütte. Die Schlafstelle ist ebenfalls erhöht

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Eine typische Fulbe-Hütte von Außen. Das Faltdach bzw. die Dachfolie ist hochgerollt, so dass man das einfache, aber effektive Holzgerüst sieht

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Zwei Fulbehütten, die nur wenig Schatten durch wenige Bäume bekommen.

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Bedeutung der Tierhaltung

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Bedeutung der Rinder. Politische, soziale Einflussnahme, Prestige, Versicherung, Vererbung, Tradition, Kompensationszahlungen, Wanderungsmuster, Brautpreis, Hochzeit, Ressourcentransformation, Leihgaben, Geld (für Gesundheit, tägl. Bedarf und Grundnahrungsmittel)

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Rinder lagern bewusst an einer stark rauchenden Feuerstelle, um lästige Insekten fern zu halten

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Ein Fulbenomade zu Pferd treibt Rinder

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Tätigkeiten während der Trockenzeit

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  • Das Tränken und Weiden der Tiere sind die zeitaufwendigsten Tätigkeiten der Hirten.
  • Die Entfernung zwischen Weidegebieten, Lager und Brunnen betragen häufig zwischen 5 und 20 km, die täglich oder wenigstens jeden zweiten Tag zurückgelegt werden müssen.
  • Männer besuchen mindestens einmal wöchentlich einen der umliegenden Märkte und kaufen kleinere Vorräte an Hirse und andere Dinge des täglichen Bedarfs.

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Abendstimmung im Sahel. Weite, karste Fläche mit nur spärlichem Baumbewuchs

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Mehrere Fulbemänner treiben weiße Rinder mit Stöcken

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Klimawandel und Wanderung zu neuen Futterplätzen

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  • Bereits nach den ersten paar Regengüssen beginnt der sonst so verdörrt und lebensfeindlich wirkende Boden des Sahel zu ergrünen. Es bildet sich eine dichte Decke von Gräsern und Kräutern.
  • Das Ausmaß und die Zusammensetzung der Pflanzendecke kann von Jahr zu Jahr recht verschieden sein. Dies hängt v.a. mit der Verteilung und Intensität der Niederschläge im jeweiligen Jahr, sowie dem Vorjahr zusammen.
  • Das klassische Muster der Wanderweidewirtschaft ist die Süd-Nordwanderung zu Beginn der Regenzeit.
  • Die Entfernung, die die Lagergemeinschaften dabei zurücklegen ist variabel und hängt von vielerlei Faktoren ab

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Wanderung in grünem Gras. Ein Fulbe mit Stock zu Pferd sowie Rinderherde.

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Wanderung durch den grünen Sahel. Teils beladene Rinder ziehen ihres Weges

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Wanderung. Ziegen, Rinder und Fulbe zu Pferd. Dichtes Gras und grüne Büsche und Bäume

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Vortrag ZÜ-2009FT-22. Frühjahrstagung 2009 der Vereinigung der Freunde Afrikanischer Kultur in Zürich (Museum Rietberg), 28. bis 31. Mai 2009 - Kamerun und Nigeria - und Besuch der Museen in Genf und Burgdorf

Vielen Dank an Dr. Frank Krönke.

Autor
Verpflichtende Zitierweise zum Artikel

Menschen in Afrika heute, die Fulbenomaden des Tschad; Dr. Frank Krönke; 2009; https://www.about-africa.de/kamerun-nigeria/115-menschen-afrika-heute-fulbenomaden-tschad

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