LOBI – GRÜSSE AUS BERLIN

Rainer Greschiks Lobi-Karten 1993/94 bis 2010/11

Jedes Jahr, spätestens zu Beginn der Adventszeit habe ich ein Problem, das umso bedrückender wird, je näher Weihnachten bzw. das Jahresende rücken. Dabei geht es manchmal auch um die üblichen saisonal bedingten Schwierigkeiten wie mangelnde Geschenkideen für Familie und Freunde, die richtige Entscheidung über die Größe von Weihnachtsbaum und –gans und ähnliches. Eine Sache macht mir persönlich aber in dieser Zeit ganz besonders zu schaffen. Das ist die aktuelle Lobi-Jahresend-Grußkarte!

KK012011-Seite36 01

Zugelegt habe ich mir das Problem vor fast zwanzig Jahren. Ende 1993 kam mir die Idee, das bis dahin bevorzugte Motiv unserer familiären Fest- und Neujahrsgrüße (eine aktuelle Familien-Gesamtansicht) durch Stücke aus meiner Lobi-Sammlung zu ersetzen. Das war zunächst nur als kleiner Gag gedacht und an etwaige Konsequenzen habe ich keine Gedanken verschwendet. Doch diese Konsequenzen gab es von dem Zeitpunkt an, als mich der Ehrgeiz packte, aus dem "kleinen Gag" einen Dauerbrenner zu machen: Von da an gab es Arbeit und Stress in der Adventszeit!

KK012011-Seite36 02Arbeit insofern, als die ersten 13 Jahrgänge von mir als "handgeschnitzte" Einzelanfertigungen, quasi als Collagen, hergestellt worden sind. Bei einer Aufl age von zunächst ca. sechzig, bald aber an die hundert Exemplaren war immer ganz schön viel Schnipsel- und Kleberei erforderlich. Der Uhu floss in Strömen! Und eine französische Fassung gab`s zudem auch von Anfang an! Geändert hat sich das ab 2006/2007: seither werden die Karten von meinem Sohn Paul auf dem Computer produziert. Damit sind allerdings nun andere Schwierigkeiten verbunden, denn jetzt muss ich ihm hinterherrennen und ihn (manchmal mit Bestechung) dazu bewegen, sich endlich der Sache anzunehmen.

Doch diese manuelle Tätigkeit der ersten Jahre war nicht das beunruhigende Hauptproblem. Das lag vielmehr darin, ein Thema für die anstehende Karte zu fi nden. Und da sind mir die passenden Ideen oft genug nicht gerade zugefl ogen. Es sollte natürlich irgendwie mit Advent oder Weihnachten oder dem Jahreswechsel zu tun haben, Bezüge zu zurückliegenden oder bevorstehenden politischen Ereignissen waren willkommen, oft genug auch purer Nonsens, witzig sollte es sein und schließlich war eine meiner Lobi darin unterzubringen. Und letztlich sollte der Adressat auch kapieren können, um was es geht. Ich denke, dass es manchmal gelungen ist, das alles unter einen Hut zu bringen, oft ist es Stückwerk geblieben und es gab mit Sicherheit Karten, deren Sinn dem Empfänger ein Rätsel geblieben ist.

KK012011-Seite36 03Wie lange ich das noch weiter betreiben werde, weiß ich noch nicht. `Ne runde Zahl sollte es schon werden, also bis Nummer 20 oder vielleicht 25! Schau`n mer mal!

Rainer Greschik

Vielen Dank an Rainer Greschik.

Autor
Rainer Greschik
Verpflichtende Zitierweise zum Artikel

LOBI – GRÜSSE AUS BERLIN; Rainer Greschik; 2011; https://www.about-africa.de/kunst-und-kontext/ausgabe-01-2011/236-lobi-gruesse-aus-berlin

Nutzungsrechte / Urheberrechte

Beachten Sie die Rechte des / der Urheber! Wenn Sie Artikel übernehmen wollen, fragen Sie nach! About Africa leitet Ihre Anfrage dann gerne an die/den Urheber weiter.

Bei korrekter Zitierweise ist die Übernahme von kleineren TEXT-Ausschnitten ohne Rückfrage erlaubt.

Bilder und andere multimediale Inhalte bedürfen immer der Freigabe durch den/die Urheber.

Disclaimer

Viele Autoren, viele Meinungen! about-africa.de ist nicht verantwortlich für Richtigkeit der angezeigten Inhalte. Wir entfernen natürlich Falsches oder kommentieren im Text, wenn etwas zu hinterfragen ist, jedoch nur soweit wir es beurteilen können oder uns widersprüchliche Ansichten bekannt sind. Wir sind keine Fachleute und sind nicht in der Lage, Fachwissen im Detail auf Richtigkeit zu prüfen. Wir sind jederzeit bereit, Gegenreden zu veröffentlichen.