Es bildeten sich zwei Gruppierungen:

  • die Küsten-Bassa
  • und die im unzugänglichen Urwaldgebieten lebenden Busch-Bassa.

Die Küsten-Bassa nahmen schon früh Kontakt zu Europäern und den Amerco-Liberianern auf, die am St. John River, mitten im Bassaland, die Orte Hartford, Fortsville, Edina und Buchanan aufgebaut hatten.

Die Busch-Bassa hingegen waren von der Entwicklung lange Zeit abgeschnitten.

Die Dörfer der Bassa wurden so angelegt, dass kein gerader Weg durch die Orte führte; so sollten Angreifer und Späher verunsichert werden. Die Hütten und Häuser hatten meist einen rechteckigen Grundriss, jedoch mit einer größeren Grundfläche als bei den sonst üblichen Rundhäusern anderer Ethnien. Die verhasste Hüttensteuer, die von der liberianischen Regierung erhoben wurde und für jedes einzelne Gebäude berechnet wurde, ist auf diese Hausform zurückzuführen.

Da die Bassa stets Auskünfte über den Gebrauch von Masken und über die Geheimbünde verweigerten, gibt es nur wenig Informationen über den geschichtlichen und mythologischen Hintergrund. Erst spät wurde der Poro-Bund von den benachbarten Kpelle übernommen.

Esther Warner, eine Amerikanerin, die mit ihrem Mann in den 30- er oder 40-er Jahren auf der Firestone-Plantage lebte, berichtet in ihrem Buch "New Song in a Strange Land" von einer Abschlussfeier von Bassamädchen, die aus einem gri-gri Buschlager entlassen wurden sowie dem Tanz einer zo-Frau mit einer Bundu-Maske; der Sandebund wird jedoch nicht erwähnt.

Immer wieder findet man in der Literatur widersprüchliche Aussagen über die Geheimbünde, da alle Mitglieder zu strengstem Schweigen verpflichtet sind. In früheren Zeiten wurde ein Vergehen auch mit dem Tode geahndet. Noch bis vor wenigen Jahren waren die Masken der Bassa nahezu unbekannt.

Erst ein Artikel in "African Arts" von Mario Meneghini, einem italienischen Sammler, der viele Jahre in Liberia lebte, zeigte , dass die Bassa einen eigenen Stil entwickelt hatten.

Masken

Ein charakteristisches Merkmal der Bassa-Masken ist die symmetrische Anordnung der Haarwülste.

Die Masken werden auf ein Rattangeflecht gebunden und schräg auf dem Kopf getragen, Tücher oder ein dichter Umhang aus Raphia- Fasern verbergen den Träger. Dieser Maskentyp dient der Unterhaltung.

Miniaturmasken

Die kleinen 3-6 cm hohen Masken, in Liberia als passportmasks bekannt, haben ähnliche Funktionen wie bei den Dan. Sie sollen vor Unheil und bösen Geistern schützen. Ob sie auch als Erkennungszeichen für den Poro-Bund benutzt werden, ist nicht bekannt.

Bundu-Masken

Die schlichten Masken traten in den Initiationslagern der Mädchen auf und wurden von zo-Frauen getragen, die auch als Leiterinnen den gri-gri Buschschulen vorstanden.

Der Sandebund ist in jüngster Zeit nicht mehr in Erscheinung getreten, deshalb sind nur wenige Exemplare von Helmmasken vorhanden.

Text und Fotos: Siegfried Wolfram

LITERATUR:

• MENEGHINI, MARIO: THE BASSA MASK, AFRICAN ARTS, HEFT VI, 1972

• DORSINVILLE, ROGER / MENEGHINI, MARIO: THE BASSA MASK- A STRANGER IN THE HOUSE, ETHNOLOGISCHE ZEITSCHRIFT ZÜRICH, 1973, NR. 1, JULI, SEITE 5 –53

Vielen Dank an Siegfried Wolfram.

Autor
Siegfried Wolfram
Verpflichtende Zitierweise zum Artikel

DIE BASSA – EIN KÜSTENVOLK IN LIBERIA, WESTAFRIKA; Siegfried Wolfram; 2012; https://www.about-africa.de/kunst-und-kontext/ausgabe-03-2012/352-bassa-kuestenvolk-in-liberia-westafrika

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