POLITIK

Bundespräsident Joachim Gauck hat im September 2012 die Schirmherrschaft für das Humboldt-Forum übernommen. Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Grundsteinlegung im Juni dieses Jahres anwesend sein sollte, dann unterstützen die höchsten Repräsentanten des Staates das Projekt. Mit der möglichen Folge einer parteiübergreifenden Unterstützung, obwohl keine der Parteien (bisher) eigene Ziele zu den gewünschten Inhalten des Humboldt-Forums formuliert hat.

Am 4. Juli 2011 genehmigte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages mit den Stimmen der Regierungsparteien (CDU, CSU, FDP) und der beiden Oppositionsparteien SPD und Bündnis 90 / Die Grünen den Bauetat von 595 Millionen Euro. Vertreter des Bundestages (5), der Bundesregierung (3) und des Landes Berlin (2) sind im Stiftungsrat der Bauherrin und Grundstückseigentümerin, der Stiftung Berliner Schloss – Humboldt-Forum präsent und so an den grundsätzlichen Entscheidungen beteiligt. Auffällig ist das Fehlen der, ebenfalls im Bundestag vertretenen Parteien Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke. Seitens der Bundesregierung sind die Ministerien Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Finanzen und der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien mit je einer Person repräsentiert. Für das Land Berlin sind es Kulturstaatssekretär André Schmitz und Senatsbaudirektorin Regula Lüscher.

Im schwarz-gelben Koalitionsvertrag der Regierungsparteien (CDU, CSU, FDP) vom Oktober 2009 ist vereinbart, den Bundestagsbeschluss zum Bau des Humboldt-Forums am historischen Ort und in der äußeren Gestalt des Berliner Schlosses zu realisieren. Damit ist der jeweilige Bundesbauminister involviert, derzeit ist dies Peter Ramsauer (CSU).

INHALTE und PRÄSENTATION – Institutionen und Personen

Im Humboldt-Forum werden vier Berliner Institutionen repräsentiert sein:

  • die Zentral- und Landesbibliothek (ZLB)
  • die Humboldt-Universität (HU)
  • das Museum für Asiatische Kunst (MAK)
  • das Ethnologische Museum (EM)

Zentral- und Landesbibliothek (ZLB)

Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin entstand 1995 als Stiftung des öffentlichen Rechts aus dem Zusammenschluss der West- Berliner Amerika-Gedenkbibliothek und der Ost-Berliner Stadtbibliothek. An derzeit drei Standorten versammelt die ZLB über 3,4 Millionen elektronische und gedruckte Medien. Im Humboldt- Forum soll im ersten Geschoß einerseits auf 4.000 Quadratmetern eine "Welt der Sprachen" entstehen, andererseits werden auf rund 1.900 Quadratmetern die Bibliotheken des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst zu einer großen Fachbibliothek von 150.000 Bänden vereint. Geplant sind eine Präsenzbibliothek mit Freihandaufstellung, ein Gruppenarbeitsraum, mehrere kleine Studios für audiovisuelle Medien und Büros für Gastwissenschaftler. Ein neues Sammelgebiet wird die Literatur zur zeitgenössischen außereuropäischen Kunst sein.

Der Musiker und Kulturmanager Volker Heller, Jahrgang 1958, ist seit 2012 Managementdirektor der ZLB. Die Stelle der bibliotheksfachlichen Direktorin ist seit 2012 aufgrund der Beurlaubung von Claudia Lux unbesetzt. Beide Direktoren vertreten die ZLB in verschiedenen Projektgremien des Humboldt-Forums.

www.zlb.de

Humboldt-Universität (HU)

Die Humboldt-Universität zu Berlin wurde 1810 auf Initiative Wilhelm Humboldts gegründet und ist heute mit elf Fakultäten und etwa 37.500 Studierenden die zweitgrösste Universität Berlins. Im Humboldt-Forum sollen auf etwa 1.000 Quadratmetern Wechselausstellungen und Veranstaltungen die Rolle der Wissenschaft in unserem Alltag vermitteln. Nicht als Leistungsschau wissenschaftlicher Erfolge, sondern durch das Zeigen der Methoden und Erkenntnisprozesse mit ihren Kontroversen, Spekulationen, Irrtümern und Grenzen. Objekte der Universitätssammlungen werden einbezogen, um experimentelle Formen der Ausstellungspräsentation zu entwickeln. Zudem wird das Lautarchiv der HU, eine Sammlung historischer "Stimmen der Welt", zugänglich sein.

Seit 2010 ist der Erziehungswissenschaftler Jan-Hendrik Olbertz, Jahrgang 1954, Präsident der HU. Nach Lehramtsstudium in Greifswald und Halle, Promotion und Habilitation an der Martin-Luther Universität Wittenberg, war er von 2002 bis 2010 Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt.

Projekt Kunstkammer

Mit der Gründung erhielt die HU die preußische Kunstkammer, die ehemals im Berliner Schloss aufgestellt war. Diese Sammlungen und später hinzugekommene Exponate, sollen im Humboldt-Forum zu ausgewählten Themen öffentlich inszeniert werden.

Leiter des Projektes ist der Kunsthistoriker Horst Bredekamp, Jahrgang 1947, der Kunstgeschichte, Archäologie, Philosophie und Soziologie in Kiel, München, Berlin und Marburg studierte. Nach der Promotion an der Philipps-Universität Marburg ist er seit 1982 Professor für Kunstgeschichte an der Universität Hamburg und seit 1993 an der HU.

www.hu-berlin.de

Museum für Asiatische Kunst (MAK)

Das Museum enstand im Jahr 2006 als Zusammenlegung der Museen für Indische Kunst und für Ostasiatische Kunst. Es vereint die Sammlungen aus Indien, China, Korea und Japan. Von den mehr als 30.000 Objekten sollen im Humboldt-Forum auf 5.000 Quadratmetern so viele wie möglich gezeigt werden.

Direktor ist seit dem Jahr 2010 der Niederländer Klaas Ruijtenbeek, Jahrgang 1951. Er studierte Sinologie an der Universität Leiden von 1970 bis 1980 und promovierte nach Forschungsaufenthalten in Taiwan, Japan und China im Jahr 1989. Von 1985 bis 1994 war er Konservator für Ostasiatische Kunst im Rijksmuseum Amsterdam und dann ab 1994 Professor für Kunstgeschichte und Archäologie Ostasiens an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie ab 1996 Senior Curator am Royal Ontario Museum.

www.smb.museum/smb/standorte

Ethnologisches Museum (EM)

Mit rund 500.000 Werken aus allen Erdteilen und großen Beständen an Tonaufnahmen, Fotodokumenten sowie Filmen bewahrt das Museum die materiellen Kulturzeugnisse außereuropäischer vorindustrieller Gesellschaften. Von den etwa 500.000 Objekten kann im Humboldt-Forum auf 5.000 Quadratmetern nur eine kleine Anzahl gezeigt werden.

Direktorin ist seit 2004 Viola König, Jahrgang 1952, Sie ist Ethnologin mit Schwerpunkt altamerikanische Sprachen und Kulturen und seit 1980 im Museumsbereich tätig mit den Stationen Hamburg (Völkerkundemuseum), Köln (Rautenstrauch-Joest Museum) und Hannover (Niedersächsisches Landesmuseum). Von 1992 bis 2000 war sie Direktorin des Übersee-Museums Bremen.

www.smb.museum/smb/standorte

Die beiden Museen (MAK, EM) sind Teil der:

Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz (SMBPK)

Gegründet als "Königliches Museum" sind die SMB-PK heute mit fünfzehn Museen, drei Forschungsinstituten, der Gipsformerei und der Generaldirektion die größte Einrichtung der Stiftung. Die Sammlungen umfassen mehrere Millionen Objekte aus den Bereichen der europäischen und außereuropäischen Kunst, der Archäologie und der Ethnologie.

Generaldirektor ist seit dem Jahr 2008 der Kunsthistoriker Michael Eissenhauer, Jahrgang 1956. Nach Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Literaturwissenschaft, promovierte er in Hamburg und ist seit 1987 im Museumsbereich mit den Stationen Nürnberg, Coburg und Kassel.

Seit 2011 heisst die Stellvertretende Generaldirektorin Christina Haak, Jahrgang 1966. Die promovierte Kunsthistorikerin war seit November 2009 Leiterin der Stabsstelle Bau in der Generaldirektion und zuständig für Museumsentwicklungsplanung.

www.smb.museum

Die beiden Museen (MAK, EM) bzw. die SMB-PK sind Teil der:

Stiftung Preussischer Kulturbesitz (SPK)

Die Stiftung wurde im Jahr 1957 durch Gesetz gegründet und wird vom Bund und von den Ländern gemeinsam finanziert. Organe der Stiftung sind der Stiftungsrat, der Präsident und der Beirat. Der Stiftungsrat mit Vertretern des Bundes und der Länder leitet die Stiftung. Der Präsident wird auf Vorschlag des Stiftungsrates vom Bundespräsidenten ernannt. Er hat die Beschlüsse des Stiftungsrats auszuführen und die laufenden Angelegenheiten der Stiftung wahrzunehmen. Der Beirat besteht aus fünfzehn sachverständigen, ehrenamtlich tätigen Mitgliedern, die vom Stiftungsrat berufen werden und den Stiftungsrat sowie den Präsidenten beraten. Der Haushaltsplan der Stiftung für das Jahr 2013 sieht Gesamtausgaben in Höhe von 240.347.000 Euro vor. Für den Betriebshaushalt (Personal- und Sachmittel) ist ein Etat von 160.147.000 Euro eingeplant, für Bauinvestitionen 80.200.000 Euro. Der Bund trägt insgesamt etwa 185 Millionen Euro, d.h. etwa drei Viertel der laufenden Betriebskosten und die vollständigen Bauinvestitionen, die Länder etwa 35 Millionen. Die Haushalts- und Wirtschaftsführung der Stiftung unterliegt der Prüfung durch den Bundesrechnungshof.

Präsident der Stiftung ist seit dem 8. Juni 2007 Hermann Parzinger, Jahrgang 1959. Nach Studium der Geschichte und Archäologie. Promotion und Habilitation an der Ludwigs-Maximilians-Universität München. Parzinger ist einer der wesentlichen Motoren des Projektes Humboldt-Forum.

Im Sommer 2012 begann die Stabsstelle Humboldt-Forum mit der Arbeit. Leiterin ist Bettina Probst, Jahrgang 1965, die mit ihrem Team die Planungsaktivitäten seitens der Stiftung und die Zusammenarbeit mit den externen Partnern steuert. Das beinhaltet u.a. die Sitzungsteilnahme in derzeit fünfzehn Gremien.

www.hv.spk-berlin.de

Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)

Laut Satzung untersteht die Stiftung SPK "der Aufsicht des Beauftragten der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien."

Der studierte Pädagoge und Berufspolitiker Bernd Neumann (CDU), Jahrgang 1942 ist seit 2005 Staatsminister für Kultur und Medien. Sein besonderes Anliegen ist die Agora, das Veranstaltungszentrum des Humboldtforums, denn die Präsentation der Weltkulturen soll nicht rein museal und rückwärtsgewandt erfolgen, sondern aktuell und gegenwartsbezogen sein.

www.bundesregierung.de

Beauftragter des Kulturstaatsministers für die Konzeption der Agora (BKKA)

Für diese Aufgabe konnte Kulturstaatsminister Bernd Neumann im Jahr 2010 den selbstständigen Kulturunternehmer Martin Heller, Jahrgang 1952, gewinnen. Nach Studium der Ethnologie, Volkskunde und Kunstgeschichte in Basel arbeitete Heller ab 1986 im Museumsbereich und organisierte mehrere große Ausstellungsprojekte. Mit dem Projekt Humboldt Lab Dahlem arbeitet er seit 2012 am "Labor der Gegenwart" (siehe Kunst&Kontext 05, S. ..).

www.hellerenter.ch

Kulturstiftung des Bundes (KdB)

Jährlich stehen aus dem Haushalt des Staatsminister für Kultur (BKM) Mittel für die Kulturstiftung bereit, derzeit 35 Millionen Euro. Das Humboldt Lab wird von 2012 bis 2015 mit 4,125 Millionen Euro von der Kulturstiftung gefördert und soll "zeitgenössische Künstler in die Sammlungspräsentation einbringen". Verantwortlich ist Hortensia Völckers, seit 2002 Vorstand und Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung in Halle an der Saale.

www.kulturstiftung-des-bundes.de

Ausstellungsgestaltung

Die Arbeitsgemeinschaft Ralph Appelbaum und malsyteufel hat im April 2012 den Auftrag zur szenografischen Gestaltung der Ausstellungsbereiche im Humboldt-Forum erhalten.

Appelbaum Associates mit Standorten in New York, London und Peking enstand 1978 und hat in vielen Ländern Museen und Ausstellungen gestaltet. Das Büro malsyteufel blickt auf über zwanzig Jahre Arbeit als Ausstellungsgestalter zurück und wurde von Victor Malsy und Philipp Teufel gegründet.

Gemeinsam mit den am Planungsprozess beteiligten Partnern (HU, ZBL, MAK, EM) wurde ein (nicht-öffentlicher) Masterplan für die Einrichtung der beiden Museumsgeschosse entwickelt und von den Ausstellungsgestaltern im November 2012 präsentiert. Wesentliche Aspekte waren Multiperspektivität, Gegenwartsbezug und Publikumsorientierung. Ab 2013 folgt die Vor- und Entwurfsplanung.

www.raany.com

www.malsyteufel.com

Bauliches Corporate Design

Der Wettbewerb um das bauliche Corporate Design (Inneneinrichtung) wurde 2012 entschieden. Gefordert waren Ideen für ein Leitsystem hinsichtlich des Funktionsmobiliars, der Bibliotheken, des Konzeptraumes der Humboldt-Universität, des Auditoriums und der Cafés. Gewünscht waren keine detaillierten Lösungen, sondern Stilvorgaben. Der erste Preis ging an die beiden Büros Holzer Kobler Architekturen (Zürich) und Gourdin & Müller (Leipzig).

www.holzerkobler.ch

www.gourdin-mueller.de

BAU – Institutionen und Dienstleister

Der Bau des Humboldt-Forums wird durch öffentliche Mittel finanziert. Der Bundesanteil wird auf 478 Millionen Euro geschätzt, der Anteil des Landes Berlin liegt bei 32 Millionen Euro. Die durch die Rekonstruktion barocker Fassaden entstehenden Kosten von etwa 80 Millionen Euro sollen durch Spendengelder gedeckt werden, die von der Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum zu akquirieren sind.

Grob-Terminplan BAU
Frühjahr 2013 Beginn der Rohbauarbeiten
Ende 2013 Fertigstellung des Untergeschosses
Ende 2014 Rohbau-Fertigstellung
Mitte 2015 Richtfest
Anfang 2018 Fertigstellung Innenausbau
2019 Geplante Eröffnung

Stiftung Berliner Schloss - Humboldt-Forum (SBS-HuF)

Auf Initiative der schwarz-gelben Bundesregierung ist die Stiftung seit November 2009 als Bauherrin verantwortlich und ist bzw. wird Eigentümerin des Grundstücks sowie des zu bewirtschaftenden Gebäudes. Sie arbeitet eng mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien zusammen und wird aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert. Sie ist nicht nur für den Bau, sondern auch für kulturelle Veranstaltungen und den Dialog mit der Öffentlichkeit zuständig.

Vorstand ist der Architekt und Städteplaner Manfred Rettig, Jahrgang 1952, der in den 1990iger Jahren den Regierungsumzug von Bonn nach Berlin mitorganisierte und von 2001 bis 2009 Geschäftsführer der Bundesbaugesellschaft war.

www.sbs-humboldtforum.de

Förderverein Berliner Schloss e.V.

Der Verein engagiert sich seit 1992 für den Wiederaufbau des Schlosses und sammelt Spenden für die Fassadenrekonstruktion. Geschäfsführer ist Wilhelm Boddien. Der Spendenstand liegt derzeit bei etwa 23 Millionen, Ziel sind mindestens 80 Millionen Euro. Etwa 15 Millionen wurden bisher an die Bauherrin überwiesen, ca. 6,3 Millionen kostete die Vereinsarbeit (28,12 %) und rund eine Million ist noch auf dem Vereinskonto.

www.berliner-schloss.de

Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)

Das Bundesamt ist als Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) verantwortlich für die Bauten des Bundes und wurde von der SBS-HuF zur Umsetzung von Planung und Bau beauftragt, d. h., die BBR führt die Wettbewerbe durch und ist an den Ausschreibungen, Vergaben, der Termin- und Kostenkontrolle beteiligt.

www.bbr.bund.de

Architekt

Im November 2008 verkündete der damalige Bundesbauminister, dass Franco Stella, Jahrgang 1943, aus dem italienischen Vicenza den Architektenwettbewerb für den Wiederaufbau des Berliner Schlosses gewonnen hatte. Nach Architektur-Studium in Venedig ist er seit 1990 Professor an der Universität Genua.

Zur Realisierung seiner Planung bildete Stella eine Projektgemeinschaft, die Franco Stella – Berliner Schloss-Humboldt-Forum Projektgemeinschaft GbR-Berlin. Das Büro Hillmer, Sattler, Albrecht Gesellschaft von Architekten GmbH ist für die Entwurfs- und Ausführungsplanung, und gmp von Gerkan, Marg & Partner sind für die Bauleitung zuständig. Der Gesamtprojektleiter heisst Detlef Krug.

Die historischen Fassaden wurden vom Büro Stuhlemmer Architekten im Auftrag des Fördervereins Berliner Schloss e.V. entwickelt.

www.francostella.it

www.h-s-a.de

www.gmp-architekten.de

www.stuhlemmer.net

Freiraumgestaltung

Die Planung der Außenanlagen, also der unmittelbaren Umgebung des Schlosses, wurde im Januar 2013 zugunsten des Berliner Büros bbz landschaftsarchitekten entschieden. Der Wettbewerb war von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt ausgelobt worden. Eine grüne Oase vergleichbar dem Pariser Musée du Quai Branly soll es nicht werden, dominieren wird Stein.

www.bbz.la

Rohbau

Die Rohbauarbeiten wurden an die Firma Hochtief Solutions AG mit Sitz in Hannover vergeben. Der Vertrag wurde am 1. Februar 2013 unterzeichnet. Verantwortlicher Projektleiter ist Ralf H. Behn.

www.hochtief-construction.de

Planer – Vermesser – Prüfer – Gutachter

Für das zuständige Referat des BBR, das Atelier der Architekten und für die Fachplaner wurde an der Gertraudenstraße/Ecke Fischerinsel ein Planerhaus eingerichtet. Die Ausschreibungen und die Vergaben für die Planungsleistungen, Vermesser, Prüfer und Gutachter sind abgeschlossen.

www.sbs-humboldtforum.de/Berliner-Schloss/Planer

Planer – Vermesser – Prüfer – Gutachter
Projektcontrolling CONVIS Bau & Umwelt Ingenieurdienstleistungen GmbH
Tragwerksplanung ARGE Tragwerksplanung Humboldt-Forum Berlin (Wetzel & von Seht, Krone, Pichler Ingenieure GmbH)
Planung Technische Gebäudeausrüstung Winter Ingenieure Berlin GmbH
Planung Starkstromtechnik ARGE INNIUS Dresdner Ökotherm GmbH/INNIUS Gebäudetechnik Dresden GmbH
Planung Schwachstromtechnik Obermeyer Planen + Beraten GmbH
Bauphysik Müller-BBM
Brandschutzkonzept BPK Brandschutzplanung Klingsch
Lichtplanung LichtVision GmbH
Planung Geothermie Geothermie Neubrandenburg GmbH
Technische Gebäudeausrüstung Simulation ILK Dresden
Baulogistik/SiGeKo REICHEL Ingenieurgesellschaft für Projektmanagement mbH, Mplus GmbH
Bodenmechanik Erd- und Grundbau IGB Ingenieurgesellschaft mbH
Vermesser ARGE Vermessung ARC-GREENLAB/Borgmann
Prüfingenieur Brandschutz Margot Ehrlicher
Prüfingenieur Tragwerksplanung Kaleja, Stauch und Fehlau
Prüfsachverständige Fachrichtung Lüftungsanlagen, CO-Warnanlagen, RWA-Anlagen Gesellschaft freier Gutachter und Sachverständiger
Prüfsachverständige Fachrichtung Brandmelde- und Alarmierungsanlagen Sachverständigenbüro Wagner
Prüfsachverständige Fachrichtung Sicherheitsstromversorgung Sachverständigenbüro Wagner
Prüfsachverständige Fachrichtung Feuerlöschanlagen Sachverständigenbüro Goldmann
Prüfsachverständige energetische Gebäudeplanung Dr. Zauft Ingenieurgesellschaft für Bauwesen mbH
Gutachter- Gastronomie Konzeptbüro Ingo B. Wessel
Gutachter Facility Management pom + International AG Entwurfsplanung
Altlastenuntersuchung uabg Gesellschaft für Umweltanalytik Boden- und Gewässerschutz mbH
Gutachten Schlosskeller Ingenieure in der BauwerksErhaltung (IBE)
Erkundung Schlosskellerfragmente GSB Universale Grund- und Sonderbau GmbH Beratung Versicherung L. FUNK & SÖHNE

DEPOT-Standort Friedrichshagen

Grundstücksfläche ca. 123.000 qm
Geplante Nutzfläche Speicherbibliothek ca. 42.600 qm
Depot EM und archäologische Museen 13.000 qm

Seit Herbst 2011 entsteht auf einer bundeseigenen Liegenschaft in Berlin-Friedrichshagen (Südosten) ein Depot-Standort für die Einrichtungen der SPK. Erreichte bzw. absehbare Kapazitätsgrenzen bestehender Depots und der teure Baugrund im Zentrum Berlins führten zur Entscheidung der Stiftung für den Standort. Erhofft wird auch, dass "die Kompetenz von Fachwissenschaftlern synergetisch genutzt und Betriebskosten wirtschaftlicher gestaltet werden" können (Jahrespressekonferenz des Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz 2013, S.12).

Speicherbibliothek

In einem ersten Bauabschnitt entsteht eine Speicherbibliothek für die Bestände der Staatsbibliothek, des Ibero-Amerikanischen Instituts und des bpk Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte für etwa sechs Millionen Bände Anfangskapazität. Außerdem ein Sicherheitsspeicher für Mikrofilme und eine Servicestation für die Lieferung digitaler Dokumente. Grundsteinlegung war am 2. September 2009, Richtfest wurde am 28. Januar 2010 gefeiert, die Schlüsselübergabe soll im Oktober 2013 stattfinden.

Weitere Bauabschnitte sind vorgesehen und möglich.

Museumsdepots

Ein erster Depot-Neubau entsteht als Ersatz für das nicht mehr funktionstüchtige Gebäude "Bauteil 4" in Dahlem und für die Bestände der archäologischen Museen, die im Zusammenhang mit der Baufreimachung des Pergamonmuseums verlagert werden müssen. Geplant sind rund 13.000 qm Nutzfläche für Magazine und Werkstätten bei einem Etat von 48 Millionen Euro. Der Baubeginn ist für Januar 2014 geplant, die Grundsteinlegung soll im selben Jahr sein. Die bauliche Fertigstellung ist für 2016 und die Bezugsfertigkeit der Räumlichkeiten für 2017 anvisiert. Ein dritter Neubau mit rund 37.000 qm Nutzfläche soll folgen, konkrete Aktivitäten gibt es derzeit nicht.

Architekt Speicherbibliothek

Den Architekturwettbewerb für den Neubau der Speicherbibliothek konnte das Münchener Architekturbüro Eberhard Wimmer im Juni 2005 für sich entscheiden.

www.eberhard-wimmer-architekten.de

Architekt Museumsdepot I

Am 27. Mai 2008 kürte das Preisgericht einstimmig den Entwurf von AV 1 Architekten (Kaiserslautern) zum Sieger.

www.av1architekten.de

VIRTUELLES

Internet-Seite und Corporate Identity

Die Berliner Stan Hema GmbH ist als Gestaltungsbüro für die Internet-Seite des Humboldt-Forums und das Corporate Identity des Gesamtprojektes verantwortlich.

www.stanhema.de

SMB-digital

Die Online-Datenbank der Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin und des Musikinstrumenten-Museums wurde im November 2012 frei geschaltet. Mit Stand 12. April 2013 waren etwa 54.000 Nummern des Ethnologischen Museums online, immer mit Kurztext und meist auch mit Fotos. Nicht alle Nummern sind Objekte, einige tausend Feld- und Reisefotografien sowie Archivalien sind auch dabei. Eine erste regionaler Sichtung zeigt, dass etwa 34.000 Objekte online sind.

www.smb-digital.de

SMB-digital
RegionNummern
Afrika 6.347
Amerika 15.700
Nordafrika, West- und Zentralasien 1.557
Ost- und Nordasien 3.431
Süd- und Südostasien 3.934
Südsee und Australien 3.451

Bisherige PROJEKTE zu Inhalt und Präsentation

Ausstellung "Anders zur Welt kommen"

im Alten Museum auf der Museumsinsel Berlin, vom 9. Juli 2009 bis 17. Januar 2010

Workshop with the International Advisory Board

The Presentation of the Collections of the Ethnological Museum and the Museum of Asian Art in the Humboldt-Forum, Berlin, 7. und 8. April 2011

Humboldt-Box

Seit Juni 2011 am Grundstück des Berliner Schlosses

(siehe K&K05, S. 08-12)

Humboldt Lab Dahlem - 1. Probebühne

Seit 13. März 2013 in Dahlem (siehe K&K05, S. 15-21)

DER BAU IN ZAHLEN

Die Kostenschätzung datiert auf Anfang 2011. Da die Berliner Baukonjunktur in den letzten Jahren recht gut war, ist von deutlichen Preissteigerungen auszugehen. Diese sind in der Schätzung nicht enthalten und müssen nur teilweise nachgenehmigt werden, da ein Inflationsausgleich auf der Basis März 2007 berücksichtigt wurde.

Nicht enthalten sind: Depot-Umzug, Depot-Neubau in Friedrichshagen, doppelte Vorhaltung von Strukturen in Dahlem und Friedrichshagen sowie eine profesionelle Digitalisierung (Virtuelles Museum) und Inventur. Die vollständige neue Struktur würde daher eher bei einer Milliarde Euro liegen.

DER BAU IN ZAHLEN
Kostenrahmen (Stand 01-2011*) davon 590 Millionen Euro
Anteil Bund 478 Millionen Euro
Anteil Land Berlin 32 Millionen Euro
Private Spenden historische Fassaden 80 Millionen Euro
Geschosse Vier
Gesamtnutzfläche davon: 41.000 qm
Stiftung Preußischer Kulturbesitz davon 24.000 qm
Fläche Ausstellung Asien 8.000 qm
Fläche Ausstellung Rest der Welt 8.000 qm
Zentral- und Landesbibliothek 4.000 qm
Ausstellung Humboldt-Universität 1.000 qm
Veranstaltungsbereiche 11.000 qm
Done bis Juni 2013
13. April 2012 Wettbewerbsentscheidung Ausstellungsgestaltung: Appelbaum und malsyteufel
21. Juni 2012 Spatenstich der Gründungsarbeiten
26. Juni 2012 Wettbewerbsentscheidung Bauliches Corporate Design: Holzer Kobler Architekturen und Gourdin & Müller
September 2012 Einrichtung der Stabsstelle Humboldt-Forum der SPK und Humboldt Lab Dahlem beginnt mit der Arbeit
17. Oktober 2012 Bundespräsident Joachim Gauck übernimmt die Schirmherrschaft
13. Januar 2013 Wettbewerbsentscheidung Freiraumgestaltung bbz landschaftsarchitekten
1. Februar 2013 Vergabe Rohbauarbeiten
13. März 2013 Humboldt-Lab 1. Probebühne eröffnet
12. Juni 2013 Grundsteinlegung

Fotogalerie ein-ausblenden

Fotogalerie HUMBOLDT-FORUM – BETEILIGTE

Kunst und Kontext 1/2013 (Ausgabe 05). Seiten 2-7.

Abbildungen/Fotos: (Abb. 1) Andreas Schlothauer,
(Abb. 2) bpk/DOM publishers, Fotograf Peter Sondermann,
Fotomontage: Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum/Franco Stella,
(Abb. 3, 4) Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum/Franco Stella

Durch Klick auf Vorschaubilder öffnet sich Vollbild.

Abb. 1: Die Baustelle des Humboldt-Forums im April 2013

Foto Andreas Schlothauer

Abb. 1b: Die Baustelle des Humboldt-Forums im April 2013

Foto Andreas Schlothauer

Abb. 1c: Die Baustelle des Humboldt-Forums im April 2013

Foto Andreas Schlothauer

Abb. 2: Luftbild mit Preußischem Schloss

Foto bpk/DOM publishers, Fotograf Peter Sondermann,

Abb. 3: Schloss-Ansicht

Foto Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum/Franco Stella

Abb. 4: Schloss-Ansicht

Foto Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum/Franco Stella

Text: Andreas Schlothauer
Abbildungen/Fotos: (Abb. 1) Andreas Schlothauer,
(Abb. 2) bpk/DOM publishers, Fotograf Peter Sondermann,
Fotomontage: Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum/Franco Stella,
(Abb. 3, 4) Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum/Franco Stella

Vielen Dank an Dr. Andreas Schlothauer.

Verpflichtende Zitierweise zum Artikel

DAS HUMBOLDT-FORUM – DIE BETEILIGTEN Welche Institutionen und welche Personen sind an der Planung und Realisierung des Humboldt-Forums beteiligt?; Dr. Andreas Schlothauer; 2015; https://www.about-africa.de/kunst-und-kontext/ausgabe-05-2013/602-humboldt-forum-beteiligte

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