Fast zwei Jahre nach der Einweihung der neuen Räumlichkeiten des Anthropos Institutes in Sankt Augustin am 20. Februar 1964 wurden die Pläne der Errichtung eines völkerkundlichen und missionswissenschaftlichen Museums in Sankt Augustin konkret. Das Museum sollte aufgrund der oben geschilderten besonderen Gegebenheiten einen Doppelcharakter aufweisen: … "eine missiologische und eine wissenschaftlich völkerkundliche Abteilung. Die missiologische Abteilung wird den Akzent besonders auf die Darstellung verschiedener Religionsformen unter Einschluss der Hochreligionen legen. Dabei werden nach dem vorhandenen Material vor allem kulturelle Werte Chinas, Japans, Indiens und der Philippinen eine Rolle spielen. Die völkerkundliche Abteilung soll vor allem Kulturen schriftloser Völker zur Darstellung bringen, die in oft jahrzehntelangem engem Zusammenleben von Missionaren mit den Eingeborenen in ihren verschiedenen Ausprägungen studiert werden konnten - Kulturen Neuguineas, Indonesiens, Zentralafrikas, der Primitivstämme Indiens."

Das geplante Museum sollte neben dem Anthropos Institut folgende Funktionen erfüllen:

  1. Anschauungs- und Dokumentationsmaterial für die Studierenden der Philosophisch-Theologischen Hochschule.
  2. Anreiz für die Missionare zum Sammeln von Museumsgegenständen und zu vergleichenden Studien.
  3. Allgemeine Bildung.
  4. Forschungsmaterial für Wissenschaftler.

Im selben Jahr unternahmen Pater Saake und Pfarrer Leonhard Meurer eine Reise nach Papua-Neuguinea und Afrika und erwarerwarben wertvolle Ausstellungsstücke im Sepik-Gebiet bzw. in Westafrika und im Kongo. Im Jahr 1971 begann der Bau, und am 16. November 1973 wurde das Museum als "Haus Völker und Kulturen" feierlich eingeweiht. Der Wissenschaftler Josef Thiel wurde im Jahr 1977 Leiter des Museums und war auch für die Veröffentlichungsreihe "Collectanea Instituti Anthropos" des Anthropos Instituts bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 1985 verantwortlich. Ab 1992 übernahm Pater Alfonso Fausone die Museumsleitung. Sein Nachfolger wurde im Jahr 2001 Bruder Gebhard Rahe, der schon über lange Jahre verantwortlich für Museumsführungen gewesen war.

Am 1. April 2005 wurde das Museum für den täglichen Publikumsverkehr geschlossen, da die Ordensleitung keinen finanziellen Spielraum mehr für den Personaletat des Museums sah. Verhandlungen mit der Stadt Sankt Augustin und dem Rhein-Sieg-Kreis wegen einer finanziellen Beteiligung verliefen ergebnislos. Seit Januar 2006 ist das Museum aus finanziellen Gründen nur noch eingeschränkt zugänglich. Geöffnet wird nach vorheriger Absprache für Gruppen, Schulklassen und auch Einzelpersonen sowie jeden ersten Sonntag im Monat für das Publikum.

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Fotogalerie DAS MUSEUM HAUS VÖLKER UND KULTUREN IN SANKT AUGUSTIN

Kunst und Kontext 1/2013 (Ausgabe 05). Seite 58. Fotos: Egide Muzizia

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Text und Fotos: Egide Muzizia

Vielen Dank an Egide Manziazia.

Autor
Egide Manziazia
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DAS MUSEUM „HAUS VÖLKER UND KULTUREN“ IN SANKT AUGUSTIN; Egide Manziazia; 2016; https://www.about-africa.de/kunst-und-kontext/ausgabe-05-2013/648-das-museum-haus-voelker-und-kulturen-in-sankt-augustin

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