HERKENHOFF, PETRA UND STEPHAN: Schnitzer der Lobi, Osnabrück 2013, 288 Seiten, 318 Abb. in Farbe, 62 Abb. in Schwarz-Weiß, ISBN 978-3-00-040716-1

Der fast dreihundert Seiten umfassende große Bildband gehört in das Regal eines jeden Africana-Sammlers. Mit einer immensen Fülle von Fotos durchwegs hervorragender Bildqualität stellen die Autoren die Vielfalt der Lobi-Schnitzkunst unter Beweis. Eine Hommage an die im Dreiländereck von Burkina Faso, Côte d’Ivoire und Ghana beheimateten Bildhauer!

Das besondere Verdienst des Buches ist es, durch viele messerscharfe Nah- und Detailaufnahmen einem Publikum, das überwiegend an großen Statuen interessiert ist, die Augen für kleine Preziosen zu öffnen. Speziell den Lobi-Sammler begeistert die markant zur Darstellung gebrachte Patina.

Besonderer Hervorhebung bedarf das Kapitel über den offenbar einzigen im 20. Jahrhundert dokumentierten Lobi-Bildhauer, der nicht merkantil tätig war: Biniaté Kambiré aus dem ivorischen Dorf Tiamne. Während eines nur wenige Tage dauernden Aufenthaltes bei den Lobi im Jahre 1965 hatte Hans Himmelheber den Künstler in seinem Dorf besucht, interviewt und beim Schnitzen aufgenommen.

Es findet sich eine gelungene Nebeneinanderstellung von historischen Fotos und aktuellen Objekt-Aufnahmen. Hätte Daniela Bognolo in den Jahrzehnten ihrer Bemühungen intensiv recherchiert und nicht nur Feldrand-Forschung betrieben, wären weitere solcher Kapitel möglich gewesen!

Der marginale Text dieses exzellenten Bildbandes bedarf keiner Kommentierung.

Vielen Dank an Detlef Linse und Petra Schütz.