Frühjahrstagung 2007 der Vereinigung der Freunde Afrikanischer Kultur vom 25. bis 27. Mai 2007 in Berlin im Ethnologischen Museum - Vom TEUFELS- zum KUNSTwerk - Geschichte westlichen Sammelns Afrikanischer Kunst

Vereinigung der Freunde Afrikanischer Kultur e.V. - Bericht zur Frühlingstagung

vom 25. bis 27. Mai 2007 in Berlin im Ethnologisches Museum

Inhalt

Danksagung

Vorab unser Dank an das Museum für die große Unterstützung bei Organisation und Ablauf der Tagung.

  • Dr. Richard Haas (Stellvertretender Direktor und Südamerika-Kurator)
  • Dr. Peter Junge (Afrika-Kurator)
  • Joachim Radosuboff (Technischer Betreuer Afrika-Magazin)
  • Frau Dojahn (Sekretariat)
  • Andrea Nicklisch (Volontärin)

Vielen Dank auch an Birgitt Clauss und ihre Mitarbeiter vom Restaurant “eßkultur” für das hervorragende Abendessen, die Organisation unserer Cafe-Pausen und die vielen leckeren Kuchen im Museumscafe. (Webseite: esskultur-berlin.de)

Die Tagung

Eingeladen waren diesmal auch die Mitlglieder der Freundeskreise
- des Berliner Ethnologischen Museums und
- der Neuen Nationalgalerie und so kamen zu den Vorträgen, Führungen sowie dem Abendessen insgesamt knapp 20 Gäste.

Die Vorträge dieser Tagung - Text und Bilder - werden in den nächsten Wochen auf unserer Internet-Seite integriert und können dort angesehen bzw. heruntergeladen werden. Daher möchte ich an dieser Stelle nur kurz zusammenfassen.

Die Tagung hatte ein Thema:

Vom TEUFELS- zum KUNSTwerk
aus der Geschichte westlichen Sammelns Afrikanischer Kunst

A. Die Vorträge zum Thema waren nicht in der historischen Reihenfolge angeordnet, vielmehr wurde mit dem Eingangsvortrag von Frau Dr. Ivanov - derzeit Afrika-”Co-Kuratorin” in Berlin - am Samstag (14.15-15.00) “Vom Sinn ethnologischer Sammlungen: Adolf Bastian und die frühen Sammelaktivitäten des Königlichen Museums für Völkerkunde in Afrika”, direkt an den Anfang des musealen Sammelns gesprungen. Adolf Bastian, eine der wichtigsten Personen der Völkerkunde in Deutschland, war mitverantwortlich für die beginnende Sammelleidenschaft der Museen und die riesigen Bestände, die von den deutschen Museen vor allem zwischen 1870 bis 1920 angehäuft wurden. 

Die drei Vorträge nach der Cafepause (16.15-19.00) waren als Block so gelegt, da diese für die Sammler des Freundeskreises der Neuen Nationalgalerie interessant sein konnten.

1. Die Form des Donners - Die Künstlergruppe 'Der Blaue Reiter' und ihr Afrika
Dr. Eisenhofer (Afrika-Kurator des Museum für Völkerkunde München)

2. Nachtrag zur Ausstellung 'Weltsprache Abstraktion'
Dr. Fritz Jacobi (Kurator der Neuen Nationalgalerie)
Der Katalog zur Ausstellung kann noch im Ethnologischen Museum Berlin erworben werden.

3. Afrikanische Gegenwartskunst
Wouter Welling (Kurator des Afrika-Museums Berg en Dal - Niederlande)

Der Sonntag begann dann mit einem Sprung zu den Anfängen des Sammelns mit dem Vortrag

4. Africana in Kunstkammern der Frühen Neuzeit
[Autor ausgeblendet]
Den Vortrag finden Sie hier: Vortrag01 [Vortrag wurde auf Anweisung gelöscht]

gefolgt von dem Vortrag

5. Aus dem Feuer ins Magazin ins Internet - ethnographisches Sammeln 1841-2041
Dr. Andreas Schlothauer
Den Vortrag finden Sie hier: Vortrag02

B. Führungen gab es an beiden Tagen. Durch die sehr sehenswerte neue Afrika-Dauerausstellung führte Frau Dr. Ivanov am Samstag. Eine Besonderheit, die in den letzten Jahren nur wenige Personen erleben durften, war die Führung am Sonntag durch das in etwa zweijähriger Arbeit vorbildhaft eingerichtete Schaumagazin Ost-Afrika. Ich war in den letzten Jahren nicht gerade selten in den Magazinen des Berliner Museums und bin seit etwa 5 Jahren Mitglied des Berliner Freundeskreises, habe aber erst bei der Organisation unserer Tagung von diesem Schaumagazin erfahren.

Das West-Afrika-Magazin ist nicht für Besuche durch große Gruppen geeignet. Gemeinsam mit den beiden Museumsvolontärinnen Andrea Nicklisch und Nicole Lehmann konnte ich in den letzten Monaten fast alle Afrikanischen Figuren des West-Afrika Magazins digital fotografieren. So war es möglich, wenigstens mit diesen Bildern einen ersten Blick auf die großen Bestände des Museums zu geben.

C. Quiz

Es waren 22 Stücke hinsichtlich Land und Region/Ethnie zu bestimmen (je 2 Punkt pro Stück); d.h. die maximal erreichbare Punktzahl lag bei 44 Punkten. Zu gewinnen war das Abendessen zum Preis von 20 €.

Wir wissen alle, was “echt-falsch” bzw. “alt-neu” ist - aber können wir die genannten Fragen richtig beantworten? Geschaut haben die meisten, beteiligt und ihre Fragebögen ausgefüllt haben dann sechs Personen. Gewinner war Dr. Herkenhoff (Lobi-Sammler) mit 24 Punkten: man sieht eine Spezialisierung macht nicht “betriebsblind”. Die anderen fünf Teilnehmer hatten zwischen 21-23 Punkten, lagen also nur knapp dahinter.

D. Ziel Museumshalbinsel: das Humboldt-Forum

Unsere Tagung war nicht zufällig im Mai 2007 in Berlin. Vor etwa einem Jahr, im Juni 2006, wurde das Musée du quai Branly in Paris eröffnet - im Zentrum direkt neben dem Eiffelturm. Ein Neubau für die Kultur und relgiöse Kunst Aussereuropäischer Kulturen. Wie steht es mit den Planungen in Berlin?

Ein Ausblick auf die Zukunft des Berliner Ethnologischen Museums gab uns Dr. Hassemer, der Vorsitzende des Freundeskreises des Berliner Ethnologischen Museums.

E. Abendessen

Nach einer kleinen Überraschung, die für den Betroffenen wegen der Mitteilsamkeit gewisser Familienmitglieder keine mehr war, erzählte Vereinsmitglied Ernst Zemanek anläßlich der 50. Tribal-Art-Auktion im Mai 2007 über die Anfänge und seine Erfahrungen. Das Abendessen wurde in mehreren Gängen gereicht. In den 4-5 Pausen sollte jeweils ein Sammler oder eine Sammlerin von Dr. Hassemer, dem Vorsitzenden des Freundeskreises des Berliner Ethnologischen Museums, befragt werden:

‘Was, seit Wann, Warum ... sammeln Sie’?

Bereits bei der ersten Teilnehmerin zeigte sich, dass zum einen die Runde mit fast 80 Essenden zu groß war, die Akustik im Raum zu schlecht und Dr. Hassemer diesen Programmpunkt etwas anders interpretierte. Die geplanten Teilnehmer werde ich daher für die nächste Tagung wieder einladen und dann werden Arnd Klinge oder ich die Gespräche führen.

F. Reisebilder eines Architekten

Am Ende unserer Tagung - und als optischer Ausklang - zeigte unser Vereinsmitglied Peter Beller (Architekt und Besitzer eines Africana-Ladens in Berlin) Dias von seinen zahlreichen Reisen in den verschiedenen Teilen Afrikas. Obwohl ich Peter jetzt seit vielen Jahren kenne, wusste ich nicht, dass er bereits in den 1970er Jahren in Afrika reiste. Sein besonderes Talent Menschen und Stimmungen in Fotos festzuhalten, kannte ich allerdings. Dass der Vortrag dann deutlich länger als 30 Minuten dauerte, hat kaum jemand kritisiert. Also gehe ich davon aus, dass auch alle anderen diesen Beitrag sehr genossen haben.

Galerien für Afrikanische Kunst, Africana-Händler in Berlin - eine Auswahl:

Die Galerien der Händler Beller, Edelmeier, Fischer und Gunti sind voneinander nicht weit entfernt und gut zu Fuß erreichbar (Umfeld des Kurfürsten Damm).

Mit Jaenicke und Schulze ist es empfehlenswert im Vorfeld telefonisch Termine zu vereinbaren.

Beller, Peter
Knesebeckstrasse 29, 10623 Berlin
Tel. 030 / 883 67 23

Edelmeier, Erich und Monika (Galerie Dogon)
Bleibtreustrasse 50, 10623 Berlin
Tel. 030 / 312 85 64

Fischer, Ulli
Grolmanstrasse 51, 10625 Berlin
Mobil: 0171 / 121 51 21

Gunti, Markus
Fasanenstrasse 15, 10623 Berlin
Tel. 030 / 313 33 67
Mobil: 0171 / 526 25 07

Jaenicke, Wolfgang
Schloßstraße 15a, 14059 Berlin
Tel. 030 / 32 60 13 81

Schulze, Thomas
Ilmenauerstrasse 11, 14193 Berlin
Tel. 030 / 803 24 82
Mobil: 0171 / 741 43 54

Vorausschau

Was wird nächstes Mal anders sein?

- Die Vorträge werden auf 30-35 Minuten begrenzt, sodass in den jeweils letzten 10-15 Minuten die Referenten auf Fragen antworten können oder die Vortragenden halten einen Abschnitt von 15 Minuten, dann kann 5-10 Minuten gefragt werden und dann kommt der zweite 15-Minuten-Abschnitt.
Dies können die Referenten selbst entscheiden.

- Oder ich lege zwei Vorträge zum selben Thema direkt hintereinander mit je 20-30 Minuten, sodass anschließend mit den Referenten weitere 30 Minuten diskutiert werden kann.

- Die Samstag Cafe-Pause wird verlängert auf 60 Minuten.

- Das Programm beginnt am Sonntag um 9:30 Uhr.

AFRIKA-HERBSTtagung im deutschen Elfenbeinmuseum Erbach

Die Einladung mit zahlreichen Rahmeninformationen (Anfahrt, Hotels, Programm, Termin) finden Sie unter folgendem Link: Erbach

Die Webseite www.Afro-Info.eu von Hans-Joachim Radosuboff

Merkblatt für Personen, die noch Fragen oder Ideen haben

Vor ca. 16 Jahren nahm ich die Tätigkeit als Studiensammlungsverwalter für Afrika auf. Kurze Zeit später rollte über mich die Rückführungslawine der Russischen Kriegsbeute, von über 25.000 Objekten, hinweg. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war mir klar, dass die Einarbeitung dieser Objektmassen ohne Hilfspersonen sehr lange dauern würde.

Diese würden vielleicht einmal länger mitarbeiten dürfen und vielleicht auch nur als 6 Wochenpraktikanten bleiben. Die somit keine großen Zeiträume zum recherchieren in der Namensfülle Afrikas verschwenden dürften. Daraus entstand die Idee alle mir begegnenden Ethniennamen mit Lebensraum in einer einfachen, übersichtlichen Liste aufzuschreiben. Mit dieser Liste kann jeder erst einmal arbeiten und nach den nicht vorhandenen Namen könnte ich dann immer noch suchen und damit diese Liste komplettieren. Irgendwann würde sie dann ja mal komplett sein.

Heute weiß ich, der Komplett-Wunsch war naiv aber der Listen-Gedanke war doch einer der hilfreichesten, den ich für meine Arbeit hatte.

Inzwischen ist daraus eine Datenbank mit über 8000 ethnischen Namen, unzähligen geografischen Begriffen und Literaturhinweisen geworden. Aufgrund dieser Fülle und anderer Schwierigkeiten habe ich die Ausführung dieses Gedankens mehrere Male den Gegebenheiten anpassen müssen. Das hat mich unzählige Stunden Freizeit gekostet. Ich bin zum Namensammler geworden.

Der letzte Schwenk war die Frage: Warum mein Wissen nicht allen Menschen zur Verfügung stellen? So nehme ich jetzt all mein Wissen als Laienafrikanist und als Laienprogrammierer zusammen und baue eine Datenbank mit geografischen Zeichnungen ins Internet. Auch wenn noch nicht alle Länder Zeichnungen haben, ist doch die Datenbank für alle Länder Afrikas benutzbar.

Die Adresse lautet: www.Afro-Info.eu

Es werden auch Namen festgehalten die jetzt nicht mehr genannt werden. Diese Namen werden an die richtige Stelle gesetzt. Aber gesondert gekennzeichnet. Für meine Arbeit hat sich die Zeitgrenze 1930 als praktisch erwiesen. Wenn ich Namen nach 1930 in Atlanten oder anderen Werken nicht mehr finde, heißt es noch lange nicht, dass diese Namen wirklich verschwunden sind, sondern zeigt nur auf, wie schlecht Afrikakarten sind. Deshalb ist jeder aufgerufen mit zu helfen und mir Quellennachweise zu senden.

Oder vielleicht auch Kopien von guten Karten leihweise zur Verfügung zu stellen. Sammler sind in ihren Spezialgebieten ja bekanntlich besser bestückt als so manches Museum.

Meine eMailadresse lautet: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude an AFRIKANISCHER KULTUR.

Ihr Hans-Joachim Radosuboff, Sammlungsverwalter für Afrika, Ethnologisches Museum Berlin

Vielen Dank an Dr. Andreas Schlothauer.

Autor
Dr. Andreas Schlothauer
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Verpflichtende Zitierweise zum Artikel

Vereinigung der Freunde Afrikanischer Kultur e.V. - Danksagung und Bericht zur Frühlingstagung 2007; Dr. Andreas Schlothauer; 2007; https://www.about-africa.de/vdfak-tagungen/2007-fruehjahrstagung-berlin/218-danksagung-bericht-fruehlingstagung-2007-vdfak

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