Vereinigung der Freunde Afrikanischer Kultur - Programm zur Frühjahrstagung 2011

(26.), 27. bis 29. Mai 2011 in München Deutschland, Staatliches Museum für Völkerkunde (MfV) München, Haus der Völker Schwaz

Programm herunterladen

Inhalt
Einleitung; tHEMEN

2010 sind die beiden folgenden Bücher erschienen:

  • "African Art?": Karin Guggeis und Stefan Eisenhofer, Taschen Verlag [Adminfrage: Gibt es eine ISBN-Nummer? Unklar, welches Buch gemeint ist.]
  • "Afrika und die Kunst - Einblicke in deutsche Privatsammlungen": Dorina Hecht und Günter Kawik (finanziert von Kawik im eigenen Verlag). ISBN-10: 300031864X. ISBN-13: 978-3000318641. 500 farbige Abbildungen, leinengebunden mit Schutzumschlag, in deutscher Sprache mit Zusammenfassungen in Englisch und Französisch. Die Zusammenfassungen und weitere nützliche Downloads finden Sie auf www.kawik-verlag.de. Vertrieb auch via amazon.de.

Viele Sammler und Händler mit denen ich gesprochen habe, beziehen sich in ihrem Urteil vor allem auf die Abbildungen dieser Bücher, es lohnt sich jedoch auch die Texte zu lesen. Dort finden sich viele Fragestellungen und Themen, die auch uns immer wieder beschäftigen.

  • BLOCK A: Zur zeitgenössischen afrikanischen Kunst (ZAK)
  • BLOCK B: Bronzewerke aus Benin und Ife in Nigeria
  • BLOCK C: Provenienz-Stilanalyse-Kontext: Kunsthistoriker, EthnologInnen und Galeristen im Dialog Ich hoffe, daß die Diskussion mit den AutorInnen interessant sein wird.

Auch bei dieser Vereinstagung werden wieder hochkarätige Vorträge zu hören sein.

Wie immer ist auch eine überschaubare Anzahl von Gästen willkommen, zu den Vorträgen sowieso. Bei den Ausstellungsführungen durch einen fachkundigen Museums-Mitarbeiter, die für Vereinsmitglieder reserviert und kostenlos sind, ist die mögliche Besucherzahl begrenzt und soll es bleiben. Bitte kündigen Sie sich jedenfalls zeitig per Email beim VdFAK e.V. an! ->Kontaktformular auf www.freunde-afrikanischer-kultur.de an! Wer zuerst kommt, mahlt (vielleicht) zuerst.

In jedem Themenblock gibt es 3-5 etwa 20-30minütige Vorträge und anschliessend etwa eine Stunde gemeinsame Diskussion aller Anwesenden.

Details finden sich im Programm unten.

Ihr privates Rahmenprogramm

Ein paar Galerien:

  • Galerie Expoca, Türkenstr. 24, 80333 München, Tel 089 52270731, www.expoca.de
  • Galerie Henseler, Galeriestr. 2A, 80539 München, Tel. 089 29162902, www.galerie-henseler.de
  • Galerie von Miller, St.Anna-Str.16, 80538 München, Tel. 089 21939197, www.galerievonmiller.de

In unserer ->Einladung zur legendären "Himmelheber-Tagung" von 2008 finden Sie weitere Hinweise, Links zur "Location" und Drumrum und zu München, die aber vielleicht nicht alle aktuell sind.

Weitere Tagungstermine 2011 und 2012
  • Mannheim Herbsttagung 28. bis 30. Oktober 2011
  • Hannover Frühjahrstagung 1. bis 3. Juni 2012
  • Leipzig Herbsttagung 26. bis 28. Oktober 2012

Donnerstag 26. Mai 2011

14.00 Uhr
Vorprogramm: Ausstellungsbesuch im "Haus der Völker" in Schwaz/Tirol

Die Zukunft des Hauses ist erfreulicherweise nach langem Ringen gesichert. Seit kurzem gibt das Museum auch einen regelmässigen "HDV Newsletter" heraus. Dieser kann abonniert werden unter: www.hausdervoelker.com [Anm. der Red. Es ist unklar, wo man den Newsletter auf der Webseite findet.]

Haus der Völker Schwaz

St.Martin 16
AT-6130 Schwaz Österreich
Tel. 0043 (0)5242 66090
Web: www.hausdervoelker.com
E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bitte bei Andreas Schlothauer anmelden!!
->Kontaktformular auf www.freunde-afrikanischer-kultur.de

20.00 Uhr Übernachtung in München

Freitag 27. Mai 2011 München

10.00-12.00 Uhr
(M)ein besonderes Stück

Jeder Sammler hat ein oder mehrere Stücke, deren Herkunft ein Rätsel ist. Außerdem hat wohl jeder von uns auch Stücke, vor denen er sich immer wieder die Frage stellt: Bist du echt oder falsch? Natürlich kann man auch die Stücke mitbringen von denen man schlicht begeistert ist.

Bitte bei Andreas Schlothauer anmelden !!
->Kontaktformular auf www.freunde-afrikanischer-kultur.de

12:00-13:00 Uhr
Mittagspause
12.45-13.00 Uhr
Begrüßung durch Museum, Verein und Egide Manziazia

BLOCK A: 13.00-15.30 Zur zeitgenössischen afrikanischen Kunst (ZAK)

13.00-13.25 Uhr
Zeitgenössische Kunst im Museum für Völkerkunde München: Projekte und Perspektiven

Dr.Stefan Eisenhofer (Leiter der Abteilung Afrika im Staatl. Museum für Völkerkunde München)

Im Staatlichen Museum für Völkerkunde München konnten von der Afrika-Abteilung in den letzten Jahren mehrere Ausstellungen von und mit zeitgenössischen Künstlern aus Afrika und Europa realisiert werden. Zudem konnten durch das Museum in den letzten Jahren zahlreiche Werke von afrikanischen GegenwartskünstlerInnen angekauft werden - sowohl von solchen, die in Afrika leben und arbeiten, als auch von Diaspora-Künstlern mit afrikanischen Wurzeln. Die unterschiedlichen Diskurse und Erfahrungen sowohl zur Ausstellungs- als auch zur Sammlungspraxis zeitgenössischer Kunst im Münchner Völkerkundemuseum sollen hier vorgestellt werden.

Dr.Stefan Eisenhofe ist Ethnologe und Historiker. Seit 2001 Leiter der Afrika-Abteilung des Staatlichen Museums für Völkerkunde München. Mitbegründer und -organisator u.a. des "Münchner EthnoFilmFests", des "Ethnologischen Salons" sowie der Konzertreihen "Urban African Sounds" und "African Grooves" im Museum für Völkerkunde München. Dozent am Institut für Ethnologie sowie am Institut für Religionswissenschaft der Universität München. Kurator zahlreicher Ausstellungen "Afrikanischer Kunst" und Autor vieler Publikationen über Kunst und Geschichte Afrikas, zuletzt "Afrikanische Kunst" (2010) im Taschen-Verlag.

13.25-13.50 Uhr
Präsenz der zeitgenössischen afrikanischen Kunst in deutschen Kunstmagazinen während der FußballWM in Südafrika 2010

Dorina Hecht (Kunsthistorikerin, Berlin)

Die Fußballweltmeisterschaft führte in Deutschland zu einem enormen Interesse an der Kunstszene dieses Landes und anderer afrikanischer Länder, was zahlreiche Ausstellungen und Beiträge in Kunstmagazinen dokumentieren. Dieser Beitrag zeigt auf, welche Künstler in dieser Zeit präsent waren und diskutiert inwiefern dies ein einmaliger Hype oder langsam wachsendes Interesse an afrikanischen Kunstszenen bedeutet.

Dorina Hecht hat im Dezember 2010 zusammen mit dem Sammler Günter Kawik das Buch Afrika und die Kunst – Einblicke in deutsche Privatsammlungen herausgegeben. Seit 2007 arbeitet sie als freie Kunsthistorikerin und Autorin mit dem Schwerpunkt auf zeitgenössische afrikanische Kunst. Sie kooperierte mit verschiedenen Künstlern, Sammlern und Galerien (unter anderem mit der Galerie Peter Herrmann in Berlin) und wurde 2010 für die Arbeit an dem Ausstellungsprojekt Zeitgenössische südafrikanische Kunst aus privaten Sammlungen auf der Art Karlsruhe durch das Auswärtige Amt gefördert.

13.50-14.15 Uhr
Präsentation der zeitgenössischen afrikanischen Kunst in ethnologischen Museen

Yvette Mutumba (Kunsthistorikerin, Berlin)

Die Präsenz von Kunstproduktionen zeitgenössischer KünstlerInnen afrikanischer Herkunft im internationalen sowie nationalen Kunstbetrieb hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Der Vortrag setzt sich mit damit einhergehenden Problematiken auseinander und konzentriert sich hierbei insbesondere auf Präsentationen zeitgenössischer Positionen in ethnologischen Museen.

Yvette Mutumba promoviert am Birkbeck, University of London zum Thema "African Art, Diaspora and the Black Experience in Germany since the 1970s" (Arbeitstitel). Zuvor studierte sie an der Freien Universität Berlin Kunstgeschichte. Sie schloss mit einer Magisterarbeit ab, die sich mit Darstellungen von Schwarzen in der deutschen Malerei und Grafik zur Zeit des Kolonialismus auseinandersetzt. Parallel arbeitet Yvette Mutumba in verschiedenen Bereichen des zeitgenössischen Kunstbetriebes. Unter anderem hat sie an dem Vermittlungsprogramm zur Ausstellung "Who knows tomorrow" (2010) der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin mitgearbeitet. Im Jahr 2008 verȍffentlichte Yvette Mutumba eine ifa-Studie zur (Re)Prȁsentation zeitgenȍssischer afrikanischer Kunst in Deutschland.

14.15–14.40 Uhr
Zeitgenössische afrikanische Kunst im Senegal: Das Festival Mondial des arts nègres III (2010)

Dr.des. Daniela Roth (Kunsthistorikerin, München)

Vom 10. bis 31. Dezember 2010 fand im Senegal das 3. Festival Mondial des Arts Nègres statt. Afrikanische Kulturen in ihrer Vielfalt zu präsentieren war erklärtes Ziel der Veranstalter. Der Vortrag zeigt, wie man sich in der Selbstinszenierung auf die großen Vorbilder, das 1. Festival 1966 in Dakar und das zweite, das "Festac", 1977 in Lagos, berief – und wie im Vergleich mit diesen die zeitgenössische Kunst immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Dr. des. Daniela Roth ist unabhängige Kritikerin und Autorin. Als Kunsthistorikerin mit dem Schwerpunkt zeitgenössische Kunst aus Afrika – Promotion mit einer Arbeit über das Werk Romuald Hazoumès aus Benin – forscht und publiziert sie zu Kunst, Kulturalisierung, Globalisierungs- und Pop-kulturellen Phänomenen.

14.40-15.30 Uhr
Diskussion mit den ReferentInnen
15.30-16.00 Uhr
Kaffeepause
16.00-16.30 Uhr
Dynamiken von "Markt" und Museum. Die Ethnographica-Firmen Umlauff und das Museum für Völkerkunde München

Karin Guggeis, M.A. (Ethnologin, Universität Bayreuth)

Die Dynamiken von und zwischen "Markt" und Museum, bislang ein untererforschtes Feld in Ethnologie und Kunstgeschichte, stehen im Fokus des Vortrags. Dabei werden exemplarisch die Interaktionen und Strategien der Ethnografica-Firmen J.F.G. Umlauff und "Curiositäten Umlauff" sowie des Münchner Völkerkundemuseum anhand von Sammlungs- und Objektbeispielen aufgezeigt. Weiterhin ist die heutige Sicht auf diese Transaktionen von Interesse.

Karin Guggeis ist z.Z. Doktorandin an der Universität Bayreuth im Fachbereich Ethnologie, Thema des Dissertationsvorhabens sind Biografien von Museumsobjekten. Autorin zahlreicher Artikel über Kunst, Kulturen und Persönlichkeiten Afrikas, Co-Autorin bei den Büchern "Afrikanische Kunst" des Weltkunstverlags (2001) sowie "Afrikanische Kunst" des TASCHEN-Verlags (2010).

16.30-17.00 Uhr
Ein "Kulthauspfosten(?)" des Kameruner Waldlandes im MfVMünchen (Inv.-Nr. 93.13)

Dr. Andreas Schlothauer (Ethnologe, Schwabstedt)

Diese Münchner Skulptur zählt zu den bekanntesten Werken des Kameruner Waldlandes. Häufig beschrieben ist die Wertschätzung von Franz Marc und anderen Künstlern des "Blauen Reiters". Über das Stück selbst und die Erwerbsumstände ist wenig bekannt, Wer war der Sammler Max von Stetten? Aus welcher Region kommt das Stück? Gibt es weitere Vergleichsstücke? Welche Symbole befinden sich auf dem Stück?

BLOCK B: 17.00-19.00 Bronzewerke aus Benin und Ife in Nigeria

17.00-17.20 Uhr
Zur Problematik der Altersbestimmung von Beninbronzen

Arnd Klinge (Sammler, Berlin)

Ich habe vor, die Stärken und Schwächen von wissenschaftlichen Untersuchungen darzulegen, weiterhin möchte ich auf die Frage eingehen, wie es sein kann, dass in den letzten 20 Jahren unzählige Ife und Beninbronzen aufgetaucht sind, von denen so viele gute Ergebnisse bei Altersbestimmungen erziehlt haben. Ein kurzer historischer Abriss über Kultur, Verbreitung der Bronzen (Ife + Benin) soll das Thema einleiten. Inclusive eigener Erfahrungen, die ich vor Ort gemacht habe.

17.20-17.40 Uhr
Veränderung des Marktes alter Kunst am Beispiel Bronzen aus Südnigeria

Peter Herrmann (Galerist, Berlin)

Parallel zu der, in Wien gezeigten Ausstellung "Benin. Könige und Rituale", die dann in Berlin als "Benin - 600 Jahre höfischer Kunst aus Nigeria" umbenannt wurde, formulierte ein Umfeld um die Galerie mehrere Positionen zu diesem Thema, die von gängigen Vermutungen abwichen. Peter Herrman führt aus, wie eine größere Anzahl von Objekten, die nun das Prädikat echt führen, die letzen Jahren den Markt veränderten, warum die großen Auktionshäuser mit Zurückhaltung reagieren und was als Fälschung zu kategorisieren ist.

www.galerie-herrmann.com

17.40-18.00 Uhr
Die Kunst Benins - Historische und Ethnologische Anmerkungen.

Dr.Stefan Eisenhofer (Leiter der Abteilung Afrika im MfV München)

Trotz zahlreicher Publikationen und Ausstellungen zur Kunst Benins in den letzten Jahren und trotz erheblicher Bemühungen von naturwissenschaftlicher Seite sind viele Fragen zur zeitlichen Einordnung der Bronze- und Elfenbeinwerke nach wie vor ungeklärt. Und noch immer prägen koloniale Mythen den westlichen Blick auf diese höfische westafrikanische Kunst.

18.00-19.00 Uhr
Diskussion mit den Referenten
19.00-20.00 Uhr
Imbiss
20.00-21.30 Uhr
Dia- und Filmabend von und mit Prof. Gert Chesi (Haus der Völker/ Schwaz)

Gert Chesi - seit über 50 Jahren Reisender in Afrika und Asien. Journalist, Fotograf, Gitarrist, Sammler, Buchautor, Museumsbetreiber, A4-Herausgeber. Geboren in der Tiroler Kleinstadt Schwaz, Österreich 1940.

www.hausdervoelker.com

www.de.wikipedia.org/wiki/Gert_Chesi

Nach 21 Uhr
Abendessen

Samstag 28. Mai 2011 München

BLOCK C: 10.00-12.00 Uhr Provenienz-Stilanalyse-Kontext: Kunsthistoriker, EthnologInnen und Galeristen im Dialog

10.00-10.25 Uhr
"Kult-Stamm-Anonymität" - Konstrukte von Wissenschaft und Kunstmarkt oder historische Realität?

Dr. Stefan Eisenhofer - Karin Guggeis

Sowohl als Sammler Afrikanischer Kunst wie auch als Wissenschaftler wird man bei der Auseinandersetzung mit Werken aus Afrika ständig mit Begriffen, Vorstellungen und Konstrukten konfrontiert, die sich bei genauerer Betrachtung als hinderlich für eine zeitgemäße, post-koloniale Einschätzung vieler Skulpturen und Plastiken erweisen. In diesem kurzen Vortrag sollen einige wichtige Beispiele dazu erläutert werden.

10.25-10.50 Uhr
Der profane Kultwert. Echtheitskonzepte von Museen, Auktionshäusern und Sammlern

Heike Wintershoff (Ethnologin, Berlin)

  1. Afrikanische Objekte werden durch multiple Rezeptionsarten der Postmoderne zu Gebilden mit ganz neuen Funktionen. Kultwert, Ausstellungswert und Tauschwert sind zusammen gefallen und verleihen den Objekten einen profanen Kultwert.
  2. Daraus folgen drei Echtheitskonzepte, die eine gewisse Homologie zu den drei Werten aus These 1 bilden: erstens die Fundierung im Ritual, zweitens "Dasein als Museumsobjekt" und drittens die Konstruiertheit von Provenienz.

Heike Wintershoff: Ethnologin, Soziologin, Literaturwissenschaftlerin. Feldforschungen in Tansania über Arbeitsmigration von Männern und Frauen der Maasai-Gruppen. Längere Aufenthalte in Paris, den USA und Mexiko. Autorin mit den Schwerpunkten Migration, Hybridität, Kunst und Afrika, Ausstellungskonzepte, Kultur als Text.

10.50-11.15 Uhr
Stil - eine optische Definition. Verwendung und Herkunft oder Provenienz und Kunst?

Janine Heers (Designerin, Zürich) - Dr. Andreas Schlothauer (Ethnologe / Berlin)

Über Wesen, Inhalt und Erkennbarkeit unterschiedlicher Stile kann lange, ausdauernd und ohne endgültiges Ergebnis theoretisiert werden. Was mit Worten nicht möglich ist, erkennen auch ungeschulte Augen unmittelbar durch Betrachten: zeichnerisch abstrahierte Figuren Afrikas können stilistisch zugeordnet werden. Warum europäische Provenienz, wenn die afrikanische Herkunft interessanter ist? Wem verdanken wir das Wort "Provenienz"? Wieviel Dialog zwischen Ethnologie und Kunstgeschichte ist möglich?

Janine Heers: Geboren am 26.05.1985, Matura 2005, Bachelor of Arts in Visueller Kommunikation mit Vertiefung in Illustration Non Fiction (wissenschaftliche Illustration). Seit meinem 14. Lebensjahr beschäftige ich mich mit afrikanischer Kunst und begann bereits damals mit dem Sammeln. www.janineheers.ch.

11.15-11.40 Uhr
Afrika und die Kunstgeschichte - Methodische Grenzen und Möglichkeiten einer Disziplin

Dorina Hecht (Kunsthistorikerin, Berlin)

Aktuelle Debatten lassen darauf schließen, dass die Disziplin Kunstgeschichte bereit zu sein scheint, ihre grundsätzlichen Aufgaben von Kanon und Qualitätsbestimmung auf Künstler und Künstlerinnen mit afrikanischer Herkunft auszuweiten und ihren Kunstbegriff neu zu verhandeln. Der Beitrag zeigt auf, welche Rolle deutschsprachige Kunsthistoriker in diesem Diskurs einnehmen.

11.40-12.05 Uhr
Kultgegenstand,Studienobjekt,Kuriosum oder Kunst? Bedeutungsebenen ethnologischer Artefakte

Dr. Bernhard Kühn (Galerist, München)

Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts gab es öffentliche Auseinandersetzungen darüber, ob ethnologische Artefakte Kunst im Sinne des abendländischen Kunstbegriffes sein können. Einen weiteren, weltanschaulich geprägten Höhepunkt erreichte dieser Streit anlässlich der Gründung des Pariser Musée du Quai Branly. Dass ethnologische Artefakte Kunst im Sinne eines universellen Kunstbegriffes sind, soll durch einen Vergleich der Bedeutungsebenen von Werken autochthoner und abendländischer Völker belegt werden.

Bernhard Kühn: 1960 geborener, umgeben von afrikanischer Kunst aufgewachsener Sammler, Jurist und Galerist.

12.05-14.00 Uhr Mittagessen

BLOCK C: 14.00-16.00 Uhr Provenienz-Stilanalyse-Kontext: Kunsthistoriker, EthnologInnen und Galeristen im Dialog --- Fortsetzung

14.00-14.25 Uhr
Über die Verwendung des Begriffes "Primitive Kunst" in Frankreich

Sophie Eliot (Kulturwissenschaftlerin, Berlin)

Die Verwendung des Begriffes "Primitive Kunst" überliefert bis heute negative hierarchisierende Konnotationen über die Kunstproduktion Afrika und seiner Diaspora. Eine Auseinandersetzung mit dem historischen Kontext der Entstehung des Begriffes "primitive Kunst" und seiner Zuschreibungen ist notwendig und kann nicht aufgrund leidschaftlichem Sammeln ignoriert werden.

Sophie Eliot lebt und arbeitet in Berlin. Sie hat Germanistik in Rennes (Frankreich) und Kulturarbeit in Potsdam studiert. Derzeit ist sie Doktorandin im Kolleg "Kulturwissenschaftliche Geschlechterstudien" an der Universität Oldenburg und am Forschungskolloquium des Fachbereiches "Kunst Afrikas" an der Freien Universität Berlin. Sie promoviert über kuratorische Praxen im Feld der "zeitgenössische afrikanischen Kunst" mit dem Fokus auf die Rolle von KuratorInnen in Diskursen um "nicht-westliche Kunst" im internationalen Kunstbetrieb.

14.30-16.00 Uhr
Diskussion mit den ReferentInnen
16.00-16.30 Uhr
Cafepause
16.30-17.30 Uhr
Führung durch die die Afrika-Sektion der Ausstellung "Weiter als der Horizont" mit Dr. Stefan Eisenhofer (Leiter der Abteilung Afrika im MfV München)
17.45-18.15 Uhr
Das Königreich Kongo. Ein Modell der Harmonie zwischen Kunst und Religion

Egide Muziazia (Theologe/ München))

Egide Muziazia: Geboren in Tumikia/ Kongo am 12.10.1981. 2002 Studium der Philosophie an der philosophischen Universität Sankt Augustin/Kinshasa. Oktober 2006 Sprachkurs "Deutsch als Fremdsprache" an der Hochschule Sankt Augustin. Oktober 2007 bis Oktober 2010 Studium der Theologie an der Universität München und an der Hochschule Sankt Augustin. Egide Muziazia ist Mitglied der Steyler Orden und arbeitet zurzeit als Pastoralreferent in Sankt Bonifaz München. Neben seinem Studium hat er drei Jahre mit Bruder Gebhard Rahe im Haus Völker und Kulturen gearbeitet. Die afrikanische Kunst war sein Schwerpunkt.

ab 19.00 Uhr
Imbiss
Einladung bei Dr. Stefan Wunderlich in der Clemens-Apotheke, Wilhelmstrasse 43 (Ecke Clemensstraße), 80801 München

Stefan Wunderlich schreibt: "Die ausgestellten Objekte sind aus der Sammlung Perazzi, ein verstorbener italienischer Bauunternehmer und Sammler, der in den 1960er Jahren in Nigeria gelebt und gearbeitet hat und dabei eine Vielzahl von Objekten, vornehmlich der Yoruba, erwarb. Die Objekte sind - salopp gesagt - keine Superknaller - wohl aber allesamt authentische Orginale und keine Airport-Art! Entsprechend liegen die Preise in erträglichen Größenordnungen."

Sonntag 29. Mai 2011 München

09.00-10.00 Uhr
Mitgliederversammlung der Vereinigung der Freunde Afrikanischer Kultur e.V.

im Vortragsraum des Staatl. Museum für Völkerkunde, MfV München, Maximilianstrasse 42, DE-80538 München

10.00-10.15 Uhr
kURZE Pause
10.15-11.15 Uhr
Liberia: Film und Vortrag
1) Konjorlloe - Ein Film über Liberia (2010) von Ben Tetteh und Rudolf Janke (34 Min.)

Seit Jahren unterstützt Rudolf Janke das Dorf Konjorlloe der Ethnie Kissi im Norden Liberias und ist maßgeblich am Wiederaufbau, des im Bürgerkrieg zerstörten, Dorfes beteiligt. Nachhaltigkeit ist der Schlüssel für die Zukunft Liberias, so werden vergessene handwerkliche Tätigkeiten wiederbelebt. Die Frauen weben Stoffe nach überlieferten Mustern und ein, von Rudolf Janke unterstützter, junger Schmied übernahm die alte Tradition der Herstellung von handgeschmiedeten Kissi-Pennies.

Der Film entstand in Zusammenarbeit mit Ben Tetteh, einem jungen Regisseur mit liberianischen Wurzeln.

2) Die Ethnien Liberias

Siegfried Wolfram (Dipl. Ing. / Feldkirchen-Westerham)

Die historische Pfefferküste der frühen portugiesischen Seefahrer mit weißen Traumstränden und geheimnisvollen Urwaldflüssen, die über tosende Stromschnellen zum Atlantik strömen. Land vielfältiger Ethnien, die im Hinterland mit ihren Mythen und Maskengestalten lebten und mit der Natur im Einklang waren. Hoffnung der befreiten Sklaven aus den Südstaaten der U.S.A. Älteste Republik Afrikas, gegründet 1847. Beispiel für den Zerfall durch einen langen, gnadenlosen Bürgerkrieg mit grausamen Kindersoldaten, die unter Drogen gesetzt, zu erbarmungslosen Killern mutierten. Noch immer werden Kinder und Jugendliche in den Lagern der Geheimbünde im Hinterland initiiert, die dem Poro-Bund der Männer und dem Sande-Bund der Frauen unterstehen.

Der Herrschaft der Americo-Liberianer endete mit dem blutigen Putsch des Mastersergeanten Samuel K. Doe, der die führende Ministerriege öffentlich am Strand von Monrovia erschießen ließ.

Die jetzige Führerin Liberias, Mrs Ellen Johnson Sirleaf, erste schwarze Präsidenten Afrikas, ist nun bemüht die Korruption zu bekämpfen und die durch den Bürgerkrieg verfeindeten Ethnien auszusöhnen.

S. Wolfram: Sammler, 20 Jahre in Liberia lebend, Mitglied der Vereinigung der Freunde Afrikanischer Kultur.

11.15-11.45 Uhr
Im Odenwald vergessene und wiederentdeckte Dvarapalafiguren (Yakshas)

Dr. Werner Zintl (Psychiater, Worms)

Als Neurologe und Psychiater im Ruhestand,der in einer Wagnerei aufgewachsen und Sammler Afrikanischer Kunst ist, habe ich die Figuren unter fachkundiger Anleitung restauriert. In Kürze werden sie im Foyer des Ostasiatischen Museums in Berlin Dahlem aufgestellt.

12.00-13.00 Uhr
Führung durch die umgestaltete "Dauerausstellung Afrika" des Staatlichen Museums für Völkerkunde München mit Dr. Stefan Eisenhofer (Leiter der Abteilung Afrika im SMfVM)

Das Staatliche Museum für Volkerkunde München und die Vereinigung der Freunde Afrikanischer Kultuur e.V. machen darauf aufmerksam, dass sie für den Inhalt der Beiträge von externen ReferentInnen nicht verantwortlich zeichnen!

Adressen, Örtlichkeiten

Staatliches Museum für Völkerkunde (MfV) München

Maximilianstraße 42
DE-80538 München
Tel.: +49 (0) 89 210136-0
Web: www.voelkerkundemuseum-muenchen.de
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Größere Kartenansicht
Haus der Völker Schwaz

St.Martin 16
AT-6130 Schwaz Österreich
Tel. 0043 (0)5242 66090
Web: www.hausdervoelker.com
E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Größere Kartenansicht

Hotelempfehlung

  • Hotel Splendid, Thierschstrasse 49, 80538 München, Tel 089 238080, www.hotel-splendid-dollmann.de
  • Adria Hotel, Liebigstrasse 8a, 80538 München, Tel. 089 2421170, www.adria-muenchen.de
  • Hotel-Pension Mona Lisa, Robert-Koch-Str.4, 80538 München, Tel. 089 224461, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Pension Beck, Thierschstr.36, 80538 München, Tel. 089 220708, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!