Von der Sammlung Schiffmann zum heutigen Museum im Burgschloss – Ein Zügel-Überblick - BU-2009AS-0b

 

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"Es stimmt, dass die Geschichte des Museums ziemlich verwirrlich ist, auch wegen der vielen Umzüge. Erika und ich sind nun die alten Dokumente und Zeitungsausschnitte durchgegangen und haben ... den Text zusammengestellt, ... der vielleicht schon einige Fragen beantwortet." (E-Mail-Antwort, A.Küffer, 13.9.9, auf eine verzweifelte Anfrage des "hilflos herumirrenden" Setzers)

Das alte Schulgebäude am Berg, das heute noch Teile des "Gymburg" beherbergt
Foto: Das Burgdorfer Gymnasium in der Pestalozzistraße 17, auf dem Gsteig, einem der drei Hügel der Stadt an der Emme

1904 vermachte Heinrich Anton August Schiffmann seine in allen Teilen der Welt gesammelten Objekte völkerkundlicher und naturkundlicher Art dem Gymnasium Burgdorf, seiner ehemaligen Schule.

1909 konnte die Schiffmann’sche Sammlung im alten Gemeindesaal – im heutigen Kirchbühlhaus – der Öffentlichkeit freigegeben werden.

1918 folgte der erste Zügel in den dritten Stock am Kirchbühl 17 ins so genannte Museumsgebäude. Der alte Standort war bereits infolge verschiedener Ankäufe und Schenkungen zu klein geworden.

Die Neueröffnung der Ausstellung fand im August 1919 statt. Die Schiffmann’sche Sammlung hieß von nun an „Ethnographische Sammlung“.

In den 1980er-Jahren erfolgte eine erneute Verlegung der Sammlung in einen Teil der Räumlichkeiten der ehemaligen Gewerbeschule im Kirchbühl 11. Grund war ein Ausbau des Kirchbühls 17 für die Bedürfnisse der Stadtverwaltung.

Die Stadt Burgdorf und der Kanton Bern leisteten an die notwendigen Ausbauarbeiten der Räume für den neuen Standort am Kirchbühl 11 eine stattliche Summe von über einer Million Schweizer Franken.

1989 wurde das neue Museum am 5. Februar eröffnet. Es nannte sich nun „Museum für Völkerkunde“.

Immer noch lagen die meisten der wertvollen Sammlungsobjekte seit dem Umzug im Magazin auf dem Dachboden – immerhin besaß das Museum zu dieser Zeit circa 3.000 Objekte. Dank einer innovativen Ausstellungspolitik und eines sehr großzügigen Beitrages von 400.000 Franken des Bernischen Lotteriefonds konnte

1995 die neue Dauerausstellung „fremde Menschen kennen lernen: Einblicke – Durchblicke – Ausblicke“ eröffnet werden. Den Besucherinnen und Besuchern gewährte die neue Ausstellung einen Einblick in das Leben fremder Völker rund um den ganzen Erdball.

Umbruchszeiten

Bereits drei Jahre nach der Eröffnung der neuen Dauerausstellung war die Zukunft des Museums ungewiss: Zum einen mussten die Eigentumsverhältnisse des Museums geklärt werden, zum andern musste wieder ein neuer Standort gefunden werden:

  • Auf den 1.1.1998 erfolgte die Kantonalisierung des Gymnasiums. Bis zu diesem Zeitpunkt war das Museum dem Gymnasium Burgdorf angegliedert. In der Folge lehnte es der Kanton als neuer Verantwortlicher für die Schule ab, den Betrieb des Museums weiterhin zu Lasten der Schulrechnung zu übernehmen, da er es nicht als didaktisch-pädagogische Notwendigkeit erachtete. Bis zur Kantonalisierung war das Gymnasium eine städtische Institution. Die Sammlung gehörte also der Stadt.

    Nach eingehenden Verhandlungen mit der Stadt und dem inzwischen gegründeten Trägerverein des Museums wurde Ende 2001 ein Schenkungsvertrag zwischen der Stadt und dem Trägerverein unterzeichnet. Damit hat „die Einwohnergemeinde Burgdorf die gesamte völkerkundliche Sammlung mit dem dazugehörenden Archiv schenkungsweise an den Trägerverein Museum für Völkerkunde Burgdorf zu Eigentum übertragen“.

  • Im März 2000 entschied der Gemeinderat, die Museumsräumlichkeiten am Kirchbühl 11 ab Beginn des Schuljahres 2001 für das 10. Schuljahr zur Verfügung zu stellen. Um die notwendigen Umbauarbeiten zeitgerecht vornehmen zu können, musste das Museum für Völkerkunde bis spätestens Ende Februar 2001 seine Ausstellungsflächen freigeben, nur fünf Jahre nach der Eröffnung des neu konzipierten Museums.

Das Museum für Völkerkunde im Schloss

Das Schloss auf einem der drei Hügel in Burgdorf beherbergt mehrere Museen, auch das völkerkundliche.
Dank Anstrengungen und Initiativen verschiedener privater Kreise und Institutionen konnte das Museum am 16. November 2001 am neuen Standort im Schloss eröffnet werden.

Allerdings bieten die zugeteilten, umgebauten Räumlichkeiten im Schloss, in denen vorgängig das Archiv des Schlossmuseums lagerte, nur etwa ein Drittel der Fläche des alten Standorts am Kirchbühl, so dass pädagogische Aktivitäten und Hands-on-Angebote nur noch beschränkt möglich sind.

Zukunft

Aufgrund der Reorganisation der bernischen Amtsbezirke steht die zukünftige Nutzung des Schlosses Burgdorf zur Diskussion. Das Schloss soll auch in Zukunft öffentlich zugänglich bleiben. Den drei Museen – Schlossmuseum, Helvetisches Goldmuseum und Völkerkundemuseum – ist zugesichert worden, dass sie im Schloss bleiben können. Im Rahmen eines öffentlich ausgeschriebenen Wettbewerbs soll 2010 ein Nutzungskonzept erarbeitet werden.

Vielen Dank an Erika Bürki, Alexandra Küffer!

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