Dr. Andreas Schlothauer-Grünberg, Westerende 7a, 25876 Schwabstedt, Tel. 04884 / 9450, Fax: 04884 / 9452

An die
Ministerpräsidentin des Landes
Schlewig-Holstein
Heide Simonis
Düsternbrooker Weg 70
24105 Kiel
Fax: 0431/988-1977
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24.8.2002

Sehr geehrte Frau Simonis,

in jedem Bundesland gibt es ein Landesmuseum für Völkerkunde mit interessanter Dauerausstellung, wechselnden Sonderausstellungen und eine restauratorische wie wissen-schaftliche Betreuung der Sammlungen.

In Schleswig-Holstein gibt es dies leider nicht!

In Kiel (Sammlung der Universität) scheint es die nicht öffentlich erklärte Absicht aller Beteiligten zu sein, das Völkerkundemuseum ohne öffentliches Aufsehen still zu beerdigen.
1. Wesentliche Teile der Sammlung sind in Kisten nach Schloß Gottorf ausgelagert.
2. Die laufende Ausstellung wurde in den letzten Jahren nicht verändert.
3. Sonderausstellungen gab es schon lange nicht mehr.
4. Die wissenschaftliche Betreuung wird von der emeritierten Frau Prof. Schlosser ehrenamtlich wahrgenommen.
5. Wird die Sammlung noch restauratorisch betreut?

In Lübeck (Sammlung der Stadt) soll der Ausstellungsbetrieb des Völkerkunde-Museums zum 1.1.2003 beendet werden.

Ethnologische Sammlungen bestehen einerseits aus Gegenständen des Alltages, anderer-seits aus Figuren, Masken und Objekten die inzwischen als Weltkunst anerkannt sind. In Paris stehen heute bedeutende Werke der Südsee, Afrika's und der Amerika's im Louvre; in London im Museum of Mankind; in den USA gibt es mehr als 15 bedeutende ethnologische Museen.
Beide Sammlungen in Kiel wie in Lübeck enthalten Stücke mit weltweiter Bedeutung, deren Erhalt und Ausstellung eine Verpflichtung für den Eigentümer darstellt.
Mit Hilfe Ihres politischen Willens und der Verbindung privater Initiative mit der öffentlichen Verwaltung ist es möglich den Ausstellungsbetrieb der beiden Museen in Kiel und Lübeck mindestens zu erhalten sowie den Erhalt der Sammlungen wie in anderen Museen zu gewährleisten.

Unsere Ideen hierzu und die Durchführung würden wir gern mit den entsprechenden Behördenvertretern besprechen.

Ihre politische Unterstützung hierbei wäre uns überaus wichtig.

Mit freundlichen Grüßen


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Dr. Andreas Schlothauer