Mein Video Tribal Art: Collect, don't invest habe ich auf YouTube hochgeladen. Es basiert auf meinem Vortrag beim Treffen der VdFAK im Museum Fünf Kontinente in München und soll auch dazu anregen, sich auf about africa darüber auszutauschen, ob Tribal Art als Investment lohnt. Erste Stellungnahmen sind von Michael Hamson und Günter Zink.
Zu Stellungnahmen:
Michael Hamson (Galerist, spezialisiert auf die Kunst aus Ozeanien):
Ich rate meinen Kunden, ihre Kunstkäufe nicht unter dem Gesichtspunkt ihres Investitionspotenzials zu betrachten. Der Markt für Stammeskunst ist zu klein und zu unbeständig, um eine solche Beständigkeit zu bieten.
Ich rate ihnen vielmehr, ihre Sammlung wie ein Ferienhaus zu betrachten – etwas, in das sie Geld investieren, um ihre Lebensqualität zu verbessern. Um dem Stress und den Härten des Alltags zu entfliehen und sich in etwas Schönes zu flüchten. Man kauft ein Ferienhaus ja auch nicht als Kapitalanlage. Wenn sie die Immobilie nach 30 Jahren mit Gewinn verkaufen – umso besser, aber darum ging es nicht. Das Gleiche sollte auch für die Sammlung gelten. Man kauft sie, um Freude daran zu haben und den Alltag zu bereichern. Wenn man hochwertige Objekte erwirbt, wird man am Ende wahrscheinlich über ein paar Jahrzehnte hinweg mit den besten Stücken einen ordentlichen Gewinn erzielen. Bei manchen hat man Glück, wenn man sein Geld zurückbekommt, und bei anderen macht man vielleicht sogar Verluste. Wenn man mit Bedacht sammelt, das kauft, was man wirklich gerne um sich hat, und die Stücke 20 bis 30 Jahre lang behält, wird man mit seiner Sammlung recht gut zurechtkommen.
(What I tell my clients is not to consider their art purchases for their investment potential. The tribal art market is too small and too fickle to have that sort of consistency. What I tell them is to consider their collection like a vacation home. Something they put money in to improve their quality of life. To take them away from the stress and harshness to something of beauty, an escape. You don’t buy a vacation home as an investment. If after 30 years they sell the property for a profit—great, but that was not the point. The same should be true with the collection. Buy it to enjoy, to improve your day to day existence. If you buy quality objects then at the end you probably will make a decent profit on the best ones over a couple decades. Some you will be lucky to get your money back and some you might lose money on. If you collect wisely, buy what you really love being around and hold on to things for 20-30 years a person will do quite well with their collection.)
Günter Zink, Sammler:
Hallo Herr Barlovic,
Ich habe ihren neuen Film gesehen und habe mich doch auch unter der Gruppe der alten Sammler wiedergefunden.
Im Prinzip ist die Analyse richtig. Es ist aber im Prinzip so, dass alle Stücke, die nicht zur oberen Qualität gehören immer schwieriger zu verkaufen sind. Aber die oberen 20 Prozent laufen noch gut und die obersten 5 - 10 Prozent werden immer noch teurer. Also Qualität ist obersten Prinzip. Aber viele Sammler haben die Qualitätsunterschiede nicht gesehen oder sehen wollen und das rächt sich jetzt.
Ich habe übrigens Anfang der 90iger Jahre in Offenbach im Ledermuseum einen Vortrag gehalten für den Afrika Verein, wo ich genau diese Entwicklung voraus gesagt habe und dafür auch ziemlich viel Widerspruch geerntet habe.
Mark Blackburn (Sammler und Händler vor allem für Kunst aus Polynesien und Amerika):
Der Markt bietet derzeit erstaunliche Chancen, da er sich im freien Fall befindet. Als Besitzer der bedeutendsten Sammlung polynesischer Kunst in Privatbesitz begrüße ich diese Entwicklung. Ich habe einige großartige Objekte für nur 10–20 % ihres eigentlichen Wertes gekauft.“
Hier sind einige Gründe
- Statistisch gesehen werden die Sammler immer älter, und das schneller, als die wenigen neuen jungen Sammler nachrücken (ein riesiges Problem)
- Probleme mit der Rückführung: Museen nehmen keine Kunstwerke der amerikanischen Ureinwohner oder aus der präkolumbianischen Zeit an, selbst nicht als Schenkungen. Perlenstickereien der amerikanischen Ureinwohner usw. waren noch nie so günstig.
Präkolumbianische Kunst wird für einen Spottpreis verkauft, da die Herkunftsländer weiterhin Druck von außen auf Sammler und den Markt ausüben.
Auch Kunst aus Neuguinea ist ein Problem, es sei denn, man verfügt über die entsprechenden Unterlagen. Ich habe ein Sawos-Meisterwerk verkauft, für das Ziff 540.000 gezahlt hat; es war bereits mehrmals auf Auktionen angeboten worden, ich habe es für 60.000 gekauft und für etwas mehr verkauft.
Bei afrikanischer Kunst gibt es viel zu viel Material im mittleren Preissegment, was den Markt regelrecht erdrückt. Indonesische Kunst ist eine Katastrophe, da es zu viele Fälschungen gibt.
Man muss auch bedenken, dass ein weiteres Problem die neuen EU- und britischen Vorschriften sind, die den Transport von Kulturgütern zu einem Albtraum machen, sowie die ALM-Gesetze (Anti-Geldwäsche-Gesetze). In den USA bringen STOP und die neuen NAGPRA-Gesetze den Markt zum Erliegen, und Museen stellen keine Objekte der amerikanischen Ureinwohner oder aus Hawaii mehr aus.
Außerdem wehren sich die Leute gegen Händler, die keine Preise auf ihre Objekte angeben. Wir leben heute in einer transparenten Gesellschaft … junge, neue Sammler werden das niemals akzeptieren!!!
(The market now represents some amazing opportunities as its in free fall. As someone who has the most important collection of Polynesian Art held in private hands I welcome it. Been buying some amazing objects for as little as ten to twenty cents on the dollar. Here’s some reasons:- Actuarial, collectors are aging out and faster then the few new young collectors are going in (huge problem). - Repatriation issues, look museums are not taking Native American or Pre Columbian even as gifts. Native American beadwork etc has never been cheaper. Pre Columbian is selling for nothing as countries of origin continue to put outside pressure on collectors and the market. New Guinea art is also a problem unless you have proper documentation. I sold a Sawos masterpiece that Ziff paid 540,000 fhat had been offered at auction several times and bought it for 60k and sold it for a bit more. African way too much middle range material around just absolutely crushing the market. Indonesian is a disaster as too many fakes. Also keep in mind another problem is all the new EU and UK rules making it a nightmare moving cultural items around plus the ALM laws (Anti Money Laundering) In the US STOP and the new NAGPRA laws are killing the market as well as museums are not showing Native American or Hawaiian material. Take care Also people are pushing back against dealers who do not put prices on items. We now live in a transparent society… young new collectors will never stand for this!!!)
